Kurz beantwortet
Was eine Schimmelsanierung kostet, entscheidet nicht die befallene Fläche, sondern die Ursache. Ein Befall durch eine Wärmebrücke verlangt eine andere Lösung als aufsteigende Feuchte im Sockel, ein Rohrleck eine andere als zu hohe Raumluftfeuchte bei dichten neuen Fenstern. Deshalb steht am Anfang immer eine Messung: Materialfeuchte, Oberflächentemperatur und Taupunkt, bei unklarer Lage über mehrere Tage aufgezeichnet. Erst danach steht fest, ob es um Abdichtung, Dämmung, Lüftung oder eine Leckage geht. Den verbindlichen Preis nennen wir nach dieser Untersuchung.
Fast jede Anfrage zu Schimmel beginnt mit der Frage nach dem Mittel, mit dem man ihn wegbekommt. Die ehrliche Antwort lautet: Das Mittel ist der kleinste Teil. Schimmel wächst, wo über längere Zeit Feuchtigkeit an einer Oberfläche verfügbar ist. Entfernt man den Bewuchs, ohne diese Feuchtigkeit zu beseitigen, ist er in derselben Ecke wieder da, meist innerhalb eines Jahres.
Die Ursachen lassen sich auf wenige Fälle zurückführen, und sie sehen für den Laien gleich aus. Eine Wärmebrücke an der Außenwandecke, hinter einem Schrank oder am Fenstersturz, an der die Oberfläche so kalt ist, dass die Raumluft dort ihren Taupunkt erreicht. Aufsteigende Feuchte im Sockel, wenn die Horizontalsperre fehlt oder unwirksam geworden ist. Eine Leckage in einer Leitung, oft über Monate unbemerkt. Baufeuchte nach Estrich- oder Putzarbeiten. Oder schlicht zu viel Feuchtigkeit in der Raumluft bei zu wenig Luftwechsel, was sich nach dem Einbau dichter Fenster regelmäßig einstellt, weil der bisherige Luftwechsel über die Fugen wegfällt.
Wir arbeiten deshalb in einer festen Reihenfolge: messen, Ursache benennen, Ursache beseitigen, Befall fachgerecht entfernen, Oberflächen wiederherstellen. Diese Reihenfolge ist nicht verhandelbar, auch wenn es schneller ginge. Fachlicher Bezugsrahmen ist der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Die Ausführung der Maler- und Putzarbeiten übernehmen eingetragene Fachbetriebe unter unserer Bauleitung.
Was zu einer Schimmelsanierung gehört
Der Umfang reicht von einem begrenzten Befall an einer Wärmebrücke bis zur Sanierung nach einem länger unentdeckten Wasserschaden mit Rückbau von Estrich und Dämmschicht. Was gebraucht wird, entscheidet sich nach der Untersuchung und nicht nach der sichtbaren Fläche.
Bei größerem Befall wird der Arbeitsbereich abgeschottet und im Unterdruck gehalten, damit Sporen und Staub nicht in die übrige Wohnung gelangen. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme für den Prospekt, sondern der Unterschied zwischen einem sanierten Raum und einer kontaminierten Wohnung.
- Untersuchung: Materialfeuchte messen, Oberflächentemperaturen mit Infrarot aufnehmen, Raumklima und Taupunkt bestimmen
- Bei unklarer Lage Datenlogger über ein bis zwei Wochen, um Nutzung und Bauphysik zu trennen
- Leckageortung bei Verdacht auf eine undichte Leitung, vor jedem Rückbau
- Schriftliche Benennung der Ursache mit Messwerten, verwendbar auch gegenüber Vermieter, Verwaltung oder Versicherung
- Arbeitsbereich abschotten, Unterdruck halten, Luftreinigung mit Schwebstofffilter
- Befallene Materialien zurückbauen und entsorgen, statt sie zu überstreichen
- Technische Trocknung, bei Bedarf Dämmschichttrocknung nach Wasserschaden
- Ursache beseitigen: Abdichtung, nachträgliche Horizontalsperre, kapillaraktive Innendämmung, Wärmebrücke entschärfen, Leckage instand setzen
- Sanierputz im Sockelbereich, wo Salze im Mauerwerk sitzen
- Lüftungskonzept, bei Bedarf dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung
- Oberflächen wiederherstellen, Feinreinigung, Freimessung auf Wunsch durch ein unabhängiges Labor
Ursachen und woran wir sie erkennen
Für den Laien sieht jeder Schimmelfleck gleich aus. Die Ursache verrät sich über den Ort, die Form und die Jahreszeit, in der er auftritt. Diese Zuordnung ist der eigentliche Teil der Arbeit.
| Untergrund | Woran Sie ihn erkennen | Wie wir vorgehen |
|---|---|---|
| Wärmebrücke an der Außenwand | Befall in Raumecken, hinter Möbeln an der Außenwand, am Fenstersturz oder an der Deckenkante. Tritt im Winter auf und verschwindet im Sommer. Oberflächentemperatur dort deutlich niedriger als in der Wandfläche. | Die Oberfläche muss wärmer werden oder die Luftfeuchte niedriger. Wege sind eine kapillaraktive Innendämmung an der betroffenen Stelle, das Entschärfen des konstruktiven Details, eine Außendämmung oder eine Kombination mit kontrolliertem Luftwechsel. Reines Abwaschen hilft bis zum nächsten Winter. |
| Aufsteigende Feuchte im Sockel | Waagerechter Schadensrand im unteren Wandbereich, Salzausblühungen, abplatzender Putz, feuchte Flecken unabhängig von der Jahreszeit. Materialfeuchte nimmt nach unten zu. | Nachträgliche Horizontalsperre im Bohrloch- oder Mauersägeverfahren, danach Sanierputzsystem, das die Salze aufnimmt. Ohne Sperre zerstört die Feuchte jeden neuen Putz, und zwar zuverlässig. |
| Leckage in einer Leitung | Örtlich begrenzter, scharf abgegrenzter Schaden, oft an der Wand unterhalb eines Bades oder entlang einer Leitungstrasse. Materialfeuchte sehr hoch, unabhängig vom Raumklima. | Vor jedem Rückbau orten, dann abstellen und instand setzen. Erst danach trocknen und sanieren. Wer zuerst trocknet, trocknet gegen einen laufenden Hahn. |
| Zu hohe Raumluftfeuchte bei zu wenig Luftwechsel | Befall an mehreren kühlen Stellen gleichzeitig, beschlagene Scheiben, hohe relative Luftfeuchte über längere Zeit. Häufig nach dem Einbau neuer dichter Fenster ohne Lüftungskonzept. | Luftwechsel herstellen. Erst Lüftungsverhalten und tatsächliche Feuchtequellen über Datenlogger belegen, dann entscheiden: Fensterfalzlüfter, dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung oder eine zentrale Anlage. Die Schuldfrage lösen Messwerte, keine Behauptungen. |
| Baufeuchte | Neuer Estrich, frischer Putz, kürzlich geschlossene Flächen. Großflächig, gleichmäßig, in den ersten Monaten nach Fertigstellung. | Technische Trocknung und kontrollierte Lüftung statt Bauteileingriff. Wichtig ist, die Belegreife vor dem Verlegen von Belägen zu messen und nicht zu schätzen. |
| Schlagregen und defekte Entwässerung | Schaden an der Wetterseite, unter undichten Fensterbänken, neben Fallrohren. Verstärkt sich nach Regenperioden. | Außen instand setzen: Fugen, Verblechungen, Fensterbankanschlüsse, Rinnen und Fallrohre. Innen wird erst saniert, wenn außen dicht ist, sonst wiederholt sich der Schaden. |
Ablauf einer Schimmelsanierung
- 1Begehung und Messung. Befall aufnehmen und fotografisch dokumentieren, Materialfeuchte an mehreren Punkten messen, Oberflächentemperaturen mit der Wärmebildkamera aufnehmen, Raumklima und Taupunkt bestimmen. Bei unklarer Lage kommen Datenlogger für ein bis zwei Wochen dazu.
- 2Ursache benennen. Schriftlicher Befund mit Messwerten und einer eindeutigen Aussage zur Ursache. Dieser Befund ist auch gegenüber Vermieter, Verwaltung oder Versicherung verwendbar. Wir benennen die Ursache auch dann, wenn sie im Nutzungsverhalten liegt.
- 3Umfang und Schutzmaßnahmen festlegen. Nach Art und Ausdehnung des Befalls werden Arbeitsbereich, Abschottung, Unterdruckhaltung und Schutzausrüstung festgelegt. Bei kleinen, klar begrenzten Flächen ist der Aufwand gering, bei großflächigem Befall erheblich.
- 4Ursache beseitigen. Leckage instand setzen, Horizontalsperre herstellen, Fassadenanschluss abdichten oder Wärmebrücke entschärfen. Dieser Schritt steht vor der Beseitigung des Befalls und nicht danach.
- 5Rückbau und Trocknung. Befallene Materialien zurückbauen und entsorgen. Durchfeuchtete Bauteile technisch trocknen, bei Wasserschäden im Fußboden mit Dämmschichttrocknung. Trocknung wird gemessen und nicht nach Gefühl beendet.
- 6Feinreinigung. Nach dem Rückbau wird der Bereich mit Schwebstofffiltergeräten gereinigt. Grobe Reinigung allein verteilt den Staub nur neu.
- 7Wiederherstellen. Putz, Sanierputz im Sockel, Trockenbau, Oberflächen. Materialwahl passend zur Ursache, im Zweifel diffusionsoffen und kapillaraktiv statt dicht.
- 8Kontrolle und Übergabe. Gemeinsame Abnahme, auf Wunsch eine Freimessung durch ein unabhängiges Labor. Dazu eine kurze schriftliche Anleitung, worauf in diesem Raum künftig zu achten ist, mit den gemessenen Werten als Bezugsgröße.
Aufmaß vereinbaren und Festpreis bekommen, statt am Telefon geschätzt zu werden.
Woran Sie ein vollständiges Angebot erkennen
Bei Schimmel ist der häufigste Vergleichsfehler ein Angebot, das nur die Fläche behandelt. Ein Preis je Quadratmeter für Entfernen und Streichen ist kein Angebot zur Sanierung, sondern zur Kosmetik. Die Übersicht zeigt, welche Positionen zu einer Sanierung gehören.
| Position | Einheit | Muss im Angebot enthalten sein |
|---|---|---|
| Untersuchung und Befund | pauschal | Materialfeuchtemessung, Wärmebildaufnahmen, Raumklimamessung, schriftlicher Befund mit Messwerten und Ursachenaussage. |
| Datenlogger-Messung | je Messreihe | Aufzeichnung von Temperatur und Luftfeuchte über ein bis zwei Wochen, Auswertung. Nötig, wenn Bauphysik und Nutzung zu trennen sind. |
| Leckageortung | pauschal | Ortung mit geeignetem Verfahren vor dem Rückbau, Protokoll der Fundstelle. |
| Abschottung und Unterdruckhaltung | je Arbeitsbereich | Staubschutzwände, Schleuse, Unterdruckgerät mit Schwebstofffilter, Standzeit über die gesamte Rückbauphase. |
| Rückbau befallener Materialien | je m² | Abtrag von Putz, Tapete, Trockenbau oder Dämmung bis in den unbefallenen Bereich, Entsorgung mit Nachweis. |
| Technische Trocknung | je Gerät und Tag | Aufstellung, Betrieb, Messprotokolle, Abbau. Laufzeit nach Messung und nicht nach Pauschale. |
| Nachträgliche Horizontalsperre | je lfd. m | Bohrlochverfahren oder mechanisches Verfahren, Injektionsmittel, Verschluss der Bohrungen. |
| Sanierputzsystem | je m² | Altputz abnehmen, Spritzbewurf, Sanierputz im geprüften Systemaufbau, Oberfläche. |
| Kapillaraktive Innendämmung | je m² | Untergrundvorbereitung, Dämmplatte im Systemaufbau, Armierung, Oberputz. Nur nach bauphysikalischem Nachweis. |
| Lüftungsmaßnahme | je Gerät | Dezentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung, Kernbohrung, Elektroanschluss, Einregulierung. |
| Freimessung | je Messung | Probenahme und Auswertung durch ein unabhängiges Labor nach Abschluss der Arbeiten. |
Fehlen Untersuchung und Ursachenbeseitigung als eigene Positionen, ist das Angebot keine Sanierung. Verbindlich wird es nach der Untersuchung. Zur Ehrlichkeit gehört auch: Wir sagen zu, dass die Ursache beseitigt und der Befall fachgerecht entfernt wird. Wir sagen nicht zu, dass in diesem Raum nie wieder Schimmel auftritt, weil das auch von der künftigen Nutzung abhängt. Wo die Ursache im Nutzungsverhalten liegt, steht das im Befund, und zwar unabhängig davon, wer uns beauftragt hat. Bei Mietverhältnissen und in Wohnungseigentum ist der Befund die Grundlage dafür, wer die Instandsetzung schuldet; die rechtliche Bewertung selbst nehmen wir nicht vor.
Was bei Schimmel schiefgeht
Überstreichen statt entfernen
Anti-Schimmel-Farbe auf befallenem Putz überdeckt den Bewuchs, beseitigt ihn aber nicht. Das Material darunter bleibt durchwachsen, und nach einigen Monaten kommt der Befall durch die neue Schicht. Befallenes Material muss zurückgebaut werden.
Desinfizieren als einzige Maßnahme
Ein Desinfektionsmittel tötet Oberflächenbewuchs ab. Es entfernt weder das abgestorbene Material noch die Ursache, und in porösen Untergründen erreicht es die Tiefe nicht. Als alleinige Maßnahme ist es keine Sanierung.
Ohne Abschottung gearbeitet
Trockener Rückbau befallener Flächen setzt große Mengen Sporen und Staub frei. Ohne Staubschutz und Unterdruck verteilt sich das über die ganze Wohnung, und am Ende ist mehr kontaminiert als vorher.
Getrocknet, bevor die Leckage gefunden war
Trocknungsgeräte gegen eine laufende Undichtigkeit laufen monatelang ohne Ergebnis und verursachen hohe Stromkosten. Geortet wird vor dem Trocknen.
Dichte Innendämmung auf feuchtes Mauerwerk
Eine dampfdichte Innendämmung auf einer feuchten Außenwand verlagert den Taupunkt in die Konstruktion und schließt die Feuchtigkeit ein. Der Schaden wandert nach innen und wird größer. Im Bestand gehören hierher kapillaraktive Systeme und ein Nachweis.
Neue dichte Fenster ohne Lüftungskonzept
Alte undichte Fenster haben unfreiwillig für Luftwechsel gesorgt. Fällt der weg, bleibt die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen im Raum und schlägt sich an der kältesten Stelle nieder. Das ist der mit Abstand häufigste Schimmelfall nach einer Teilsanierung.
Schuldfrage ohne Messwerte
Vermieter sagt Lüftungsverhalten, Mieter sagt Bausubstanz. Ohne Messung über mehrere Tage ist das nicht zu klären, und die Auseinandersetzung dauert länger als die Sanierung. Ein Datenlogger kostet einen Bruchteil davon.
Möbel wieder an die kalte Wand
Nach einer fachgerechten Sanierung kommt der Schrank zurück an dieselbe Außenwandecke, und die Luft dahinter steht wieder. Wo die Geometrie nicht geändert werden kann, gehört dieser Hinweis in die Übergabe.
Wo wir Feuchteschäden sanieren
Berliner Altbauwohnung
Wärmebrücken an Außenwandecken und Fensterstürzen, oft verstärkt nach dem Einbau neuer Fenster ohne Lüftungskonzept.
Souterrain und Kellerwohnung
Aufsteigende Feuchte und fehlende Horizontalsperre, dazu erdberührte Wände ohne Abdichtung. Der aufwendigste Fall.
Bad ohne Fenster
Hohe Feuchtelast bei schwachem Abluftvolumen. Meist eine Frage der Lüftung und nicht der Bausubstanz.
Nach Wasserschaden
Rohrbruch oder eingedrungenes Regenwasser, oft über Monate unbemerkt. Hier geht es um Trocknung einschließlich der Dämmschicht im Fußboden.
Plattenbau und Nachkriegsbau
Konstruktive Wärmebrücken an Deckenauflagern und Balkonplatten, die durch die Konstruktion vorgegeben sind.
Gewerbe und Lager
Kondensat an ungedämmten Bauteilen und in unbeheizten Bereichen, häufig saisonal.
Für wen wir Feuchteschäden sanieren
Eigentümer und Selbstnutzer
Ursache klären, bevor Geld in Oberflächen fließt. Der Befund gehört zu den Unterlagen des Hauses.
Hausverwaltung und WEG
Ein belastbarer Befund ist die Grundlage dafür, ob Gemeinschaft oder Sondereigentümer instand setzt. Wir liefern Messwerte, keine Vermutungen.
Vermieter
Dokumentierte Ursache und dokumentierte Sanierung, verwendbar in der Auseinandersetzung mit Mietern und Versicherungen.
Mieterinnen und Mieter
Wir messen und befunden auch im Auftrag von Mietern. Das Ergebnis lautet nicht automatisch so, wie der Auftraggeber es sich wünscht.
Kapitalanleger und Ankäufer
Feuchteprüfung im Rahmen der technischen Ankaufsprüfung, bevor der Schaden zum eigenen wird.
Gewerbebetriebe
Instandsetzung unter laufendem Betrieb, mit Abschottung der betroffenen Bereiche.
Sagen Sie uns, was ansteht. Wir schauen es uns an und rechnen es durch.
Warum Ihr Feuchteschaden bei uns richtig liegt
Häufige Fragen zu Schimmel und Feuchte
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes unterscheidet nach Ausdehnung und Untergrund. Ein kleiner, oberflächlicher Befall auf einem festen, nicht saugenden Untergrund, etwa in der Silikonfuge oder auf Fliesen, lässt sich mit haushaltsüblichen Mitteln und Schutzhandschuhen selbst entfernen. Sobald der Befall größer ist, in poröse Materialien hineingewachsen ist, wiederkehrt oder die Ursache unklar ist, gehört er in fachliche Hände. Wichtig in jedem Fall: Die Ursache bleibt auch nach dem Abwischen bestehen, wenn sie nicht beseitigt wird.
Durch Messung, nicht durch Diskussion. Wir hängen Datenlogger auf, die über ein bis zwei Wochen Temperatur und relative Luftfeuchte aufzeichnen, und nehmen parallel die Oberflächentemperaturen mit der Wärmebildkamera auf. Daraus lässt sich ablesen, ob die Raumluft tatsächlich zu feucht ist oder ob die Oberfläche an einer Stelle so kalt ist, dass selbst bei normalem Wohnverhalten Kondensat entsteht. Diese Trennung ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung und auch für die Frage, wer die Instandsetzung schuldet.
Nein. Eine solche Farbe kann das Wachstum auf der Oberfläche hemmen, sie beseitigt aber weder den Bewuchs im Material darunter noch die Feuchtigkeit, die ihn ermöglicht hat. Befallener Putz oder befallene Tapete müssen zurückgebaut werden, und zwar bis in den unbefallenen Bereich hinein. Wird nur überstrichen, kommt der Befall durch die neue Schicht, üblicherweise innerhalb eines Jahres, und der Untergrund ist dann schlechter als vorher.
Ein begrenzter Befall an einer Wärmebrücke ist mit Rückbau, Instandsetzung und Oberflächen in etwa einer Woche erledigt, zuzüglich Trocknungs- und Standzeiten. Eine Sanierung nach einem länger unentdeckten Wasserschaden mit Rückbau von Estrich und Dämmschicht dauert mehrere Wochen, weil die technische Trocknung allein oft zwei bis vier Wochen braucht und erst nach Messung beendet wird. Die Untersuchung vorweg nimmt wenige Stunden in Anspruch, mit Datenlogger ein bis zwei Wochen.
Das hängt an der Ursache. Ein plötzlich auftretender Rohrbruch ist in der Regel ein Fall für die Gebäude- oder Hausratversicherung. Schäden durch allmählich eindringende Feuchtigkeit, durch Baumängel oder durch Kondensat sind es meistens nicht. Genau deshalb ist der Befund so wichtig: Er ordnet den Schaden einer Ursache zu und dokumentiert sie mit Messwerten. Die versicherungsrechtliche Bewertung selbst nehmen wir nicht vor, wir liefern die technische Grundlage dafür.
Bei einem begrenzten Befall in der Regel nicht. Der Arbeitsbereich wird abgeschottet und im Unterdruck gehalten, der übrige Wohnbereich bleibt nutzbar. Bei großflächigem Befall, bei Arbeiten in mehreren Räumen oder wenn der Fußbodenaufbau zurückgebaut werden muss, ist ein zeitweiliger Auszug der realistischere Weg. Wir sagen das nach der Untersuchung und nicht erst, wenn die Wand offen ist.
Sie kann helfen, wenn sie richtig gewählt und bauphysikalisch nachgewiesen ist. Die Dämmung macht die raumseitige Oberfläche wärmer, womit dort kein Kondensat mehr entsteht. Gleichzeitig wandert der Taupunkt in die Konstruktion, deshalb kommen im Bestand kapillaraktive, diffusionsoffene Systeme zum Einsatz, die anfallende Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Eine dampfdichte Dämmung auf eine feuchte Wand zu setzen, verschlimmert den Schaden. Ohne Berechnung ist Innendämmung hier keine Lösung, sondern ein Risiko.
Bei einer Freimessung nimmt ein unabhängiges Labor nach Abschluss der Arbeiten Luft- oder Oberflächenproben und vergleicht sie mit einer Referenz, meist der Außenluft. Damit wird belegt, dass im sanierten Bereich keine auffällige Belastung mehr vorliegt. Bei einem kleinen, klar begrenzten Befall ist das in der Regel verzichtbar. Sinnvoll ist sie bei großflächiger Sanierung, bei Streit über die Ursache und überall dort, wo der Nachweis gegenüber Dritten gebraucht wird, etwa gegenüber Mietern oder einer Versicherung.
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Einsatzgebiet: Berlin und Brandenburg. Aufmaß in der Regel innerhalb weniger Werktage.
