Tischlerarbeiten und Einbaumöbel in Berlin und Brandenburg
Im Berliner Altbau ist keine Wand gerade und kaum ein Winkel rechtwinklig: Wände laufen über drei Meter Länge um mehrere Zentimeter aus dem Lot, Decken sind nicht waagerecht, Ecken haben selten 90 Grad. Ein Schrank von der Stange steht dann mit einer Fuge zur Wand oder lässt sich nicht schließen. Deshalb beginnt jedes Möbel mit einem Aufmaß vor Ort und nicht mit einem Katalog.
Was den Umfang eines Einbaumöbels bestimmt.
Was ein Einbauschrank kostet, entscheidet vor allem die Front, nicht der Korpus. Furnier liegt rund 40 bis 70 Prozent über Melamin, eine lackierte MDF-Front etwa beim Doppelten, weil sie mehrfach geschliffen und lackiert wird. Danach wirken die Geometrie und das Innenleben: Unter einer Dachschräge ist jedes Element ein Einzelstück, Innen- und Schuhauszüge erhöhen den Aufwand je Meter. Kalkuliert wird je laufendem Meter bei Standardhöhe bis 2,60 Meter und 60 Zentimetern Tiefe, mit Korpus, Front, Beschlägen und Montage als getrennten Positionen. Den Termin bestimmt die Fertigung in der Werkstatt, die Montage vor Ort dauert einen halben bis zwei Tage.
Am häufigsten beauftragen uns Eigentümer, Gewerbemieter und Architekten.
Was im Leistungsverzeichnis steht.
Aufmaß vor Ort mit Wand- und Deckenverlauf, Erfassung von Steckdosen, Heizkörpern, Sockelleisten und Laibungen
Maßstäbliche Zeichnung mit Ansichten und Schnitten, Materialmuster
Einbauschränke für Nischen und Wandbreiten, raumhoch bis zur Decke
Schränke unter Dachschrägen mit Dreh- oder Schiebetüren und Innenauszügen
Garderoben und Flurmöbel mit Sitzbank und Stauraum
Raumteiler und raumhohe Regale, Wandverkleidungen und Akustikpaneele
Sideboards, Lowboards und Massivholztische nach Maß
Waschtischunterbauten und Hochschränke für das Bad
Fensterbänke und Laibungsverkleidungen aus Holz
Innentüren nach Maß mit Zarge auf Wandstärke
Aufarbeitung vorhandener Flügeltüren: ablaugen, Risse schließen, richten, neu beschlagen, lackieren
Treppenverkleidungen und Handläufe
Leuchten, Steckdosen und Kabelführung im Möbel vorbereitet, Anschluss durch den Elektrofachbetrieb
Empfangstresen und Regalsysteme für Praxis und Laden
| Nr | Verfahren | Wann sinnvoll | Grundlage |
|---|---|---|---|
| 01 | Einbaumöbel nach Aufmaß | Bei Dachschrägen und Nischen | VOB/C ATV DIN 18355 |
| 02 | Türen aufarbeiten oder ersetzen | Bei Bestandstüren mit Substanz aufarbeiten | DIN 18101 |
| 03 | Fensterinstandsetzung durch Tischler | Bei Kastenfenstern mit erhaltenswertem Rahmen | Denkmalschutz, DIN 4108-7 |
| 04 | Holzschutz | Bei tragenden Bauteilen und Außenbauteilen | DIN 68800 |
Sechs Stellen, an denen man sieht, ob nach Maß gebaut wurde.
| Nr | Bauteil | Woran Sie es erkennen | Wie wir vorgehen |
|---|---|---|---|
| 01 | Wand- und Deckenverlauf | Keilförmige Fugen zwischen Möbel und Wand, Türen, die von allein aufgehen oder zufallen. | Ein Möbel, das für einen rechtwinkligen Raum geplant ist, steht im Altbau mit Keilfugen, die auch Blenden nicht verbergen. Die Konstruktion sieht deshalb Passleisten vor, die bei der Montage an den gemessenen Verlauf geschnitten werden. Der Korpus wird mit Justierfüßen ins Lot gestellt, nicht an die schiefe Wand angelehnt. |
| 02 | Treppenhaus und Anlieferung | Enge Absätze in Berliner Altbautreppen, Wohnungstüren mit Sondermaß. | Ein fertig verleimter Korpus von 2,60 Metern kommt selten um den Absatz. Deshalb wird in Teilen konstruiert und vor Ort zusammengesetzt. Das gehört in die Konstruktion und nicht in die Anlieferung. |
| 03 | Öffnungsrichtung und Bewegungsraum | Eine Schranktür schlägt gegen die Zimmertür, eine Schublade öffnet neben dem Heizkörper nicht ganz. | Öffnungsrichtungen, Griffe und Auszüge werden in der Zeichnung gegen Türen, Heizkörper und Wege geprüft, bevor gefertigt wird. Solche Fehler entstehen am Schreibtisch und fallen sonst erst bei der Montage auf. |
| 04 | Beschläge | Nach einigen Jahren lässt die Dämpfung nach, Türen sacken ab. | Zwischen einem einfachen und einem belastbaren Scharnier liegen nach fünf Jahren Welten. Im Angebot steht der Beschlag deshalb mit Hersteller und Typ, sonst vergleichen Sie zwei sehr unterschiedliche Möbel zum selben Preis. Gute Scharniere lassen sich in drei Richtungen nachstellen und gleichen so kleine Setzungen des Möbels aus. |
| 05 | Möbel im Bad | Waschtischunterbau oder Hochschrank neben Dusche oder Wanne. | Feuchtebeständige Trägerplatte, umlaufend versiegelte Kanten, nichtrostende Beschläge. Ein normaler Möbelkorpus quillt an den Kanten auf, meist zuerst am Sockel neben der Dusche, nach zwei Jahren sichtbar und nicht reparabel. Abstand zur Dusche und Spritzschutz an der Waschtischplatte gehören in die Zeichnung. |
| 06 | Anschluss an Wand und Decke | Ein Möbel, das fugenlos an Wand oder Decke gebaut ist. | Holz und Wand bewegen sich, ein fugenloser Anschluss reißt. Geplant wird eine Schattenfuge oder eine elastische Wartungsfuge, die sich erneuern lässt. Bei Möbeln bis zur Decke bleibt oben eine Fuge oder eine Blende, die das Durchbiegen der Decke aufnimmt, besonders unter Holzbalkendecken. |
Von der Freigabe bis zur Montage in sechs bis zehn Wochen.
Aufmaß vor Ort
Raum, Anschlüsse und Zugang werden nach Abschnitt 02 aufgenommen. Das Aufmaßprotokoll aus Abschnitt 05 entsteht hier.
Planung und Angebot
Zeichnung nach Abschnitt 02, dazu das Angebot. So sehen Sie, was eine andere Frontwahl kostet, ohne ein neues Angebot anzufordern.
Woche 1: Freigabe und Bestellung
Mit Ihrer Freigabe der Zeichnung sind Öffnungsrichtungen, Griffe, Innenaufteilung und Sockelhöhe festgelegt, Material und Beschläge gehen in die Bestellung.
Woche 1: Abstimmung im Terminplan
Ist das Möbel Teil einer Sanierung, wird früh bestellt, weil die Lieferzeit sonst den Einzugstermin bestimmt. Leitungen und Traversen in den Wänden werden auf die Zeichnung abgestimmt, gesetzt wird auf die fertigen Oberflächen und Fliesenhöhen.
Woche 1 bis 6: Fertigung
Zuschnitt, Kanten, Bohrbilder und Oberfläche in der Werkstatt des Tischlerfachbetriebs. Lackierte Fronten durchlaufen mehrere Schleif- und Lackiergänge und verlängern die Fertigung bis auf zehn Wochen.
Woche 6: Anlieferung und Montage
Anlieferung und Montage nach Abschnitt 03, danach Fronten und Beschläge. Leuchten und Steckdosen im Möbel schließt der Elektrofachbetrieb an.
Woche 6: Einstellen und Abnahme
Türen und Schubladen einstellen, Fugenbilder und Oberflächen prüfen, Abnahme mit Protokoll. Wie sich die Beschläge später nachjustieren lassen, gehört zur Übergabe.
Was Sie am Ende in der Hand halten.
| Nr | Nachweis | Grundlage | Wann |
|---|---|---|---|
| 01 | Aufmaßprotokoll | VOB/C ATV DIN 18355 | Vor der Fertigung |
| 02 | Holzschutznachweis bei tragenden Teilen | DIN 68800 | Mit dem Angebot |
| 03 | Abnahmeprotokoll | VOB/B § 12 | Zum Schluss |
Fragen zu Tischlerarbeiten und Einbaumöbeln.
Welche Front soll ich wählen?
Melamin ist robust, pflegeleicht und die wirtschaftliche Wahl, besonders für Mietobjekte, hat aber sichtbar umleimte Kanten und lässt sich bei Beschädigung nicht reparieren. Furnier sieht aus wie Massivholz, arbeitet weniger und erlaubt ein durchlaufendes Maserungsbild über mehrere Türen, der sichtbarste Unterschied zur Katalogware. Lackierte Fronten geben freie Farbwahl nach RAL oder NCS bis zum Wandton, sind empfindlicher gegen Kratzer, dafür reparabel. Massivholz ist bei Tischplatten und sichtbaren Kanten erste Wahl, bei großen Schrankfronten wegen des Verzugs seltener sinnvoll.
Können alte Flügeltüren erhalten werden?
In den meisten Fällen ja. Ein gleichwertiger Nachbau wäre aufwendiger, weil Profil, Maß und Aufbau des Originals nachgearbeitet werden müssten. Dagegen sprechen nur ein stark zerstörtes Blatt oder Schädlingsbefall. Bei denkmalgeschützten Objekten ist die Aufarbeitung meist vorgeschrieben und wird mit der Behörde abgestimmt.
Lohnt sich Maßarbeit auch in einem rechtwinkligen Raum?
Der Vorteil ist dort kleiner, er bleibt aber bei der Raumausnutzung. Eine Nische von 218 Zentimetern nimmt zwei Standardelemente von 100 Zentimetern auf, der Rest wird zugeblendet, und über dem Schrank bleibt die Höhe ungenutzt. Ein Einbauschrank nutzt die volle Breite und die Höhe bis zur Decke, im Altbau oft dreißig Zentimeter mehr als jedes Katalogmöbel.
Was gilt für Einbauten in Praxis und Laden?
Empfangstresen, Regalsysteme und Wandverkleidungen unterliegen dort häufig Anforderungen an das Brandverhalten der Baustoffe, etwa in Rettungswegen. Die Baustoffklasse nach DIN EN 13501-1 wird vor der Materialwahl geklärt, nicht nach der Fertigung. Montiert wird so, dass der Betrieb weiterläuft, bei Bedarf außerhalb der Öffnungszeiten.
Wie wird abgerechnet?
Abschläge nach geprüftem Aufmaß, Sicherheitseinbehalt bis zur mängelfreien Abnahme. Abrechnung nach VOB/B mit Aufmaß nach VOB/C, oder Pauschalfestpreis. Arbeitskosten getrennt ausgewiesen für § 35a EStG bei Privatkunden.
Verwandte Leistungen: InnenausbauFenster und HaustürenMalerarbeiten
Sagen Sie uns, was ansteht.
Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.
Vergabe
Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.