Gebäudehülle · Phase 02

Fenster und Haustüren in Berlin und Brandenburg

Ein Fenster ist so gut wie sein Anschluss an die Wand. Das beste Element verliert seine Wirkung, wenn die Fuge drumherum nicht stimmt, und das neue, dichte Fenster verändert die Lüftung der ganzen Wohnung. Deshalb stehen Anschlussfuge und Lüftungskonzept bei uns im Leistungsverzeichnis, nicht in der Mängelrüge danach.

Zeichnung: Fenster und HaustürenAnsicht zu Fenster und Haustüren. Linienzeichnung ohne hervorgehobenes Detail. Detail 11 des Plansatzes.Kastenfenster, AufarbeitungDetail 11Fenster und HaustürenAnsicht
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang bestimmt.

Was ein Fenstertausch kostet, entscheidet sich weniger am Element als am Einbau und an den Nebenarbeiten: Ausbau der alten Fenster, Anschlussfuge, Fensterbänke, Laibungen, Rollladenkästen und die Wiederherstellung der Oberflächen. Diese Nebenarbeiten machen den größeren Teil des Aufwands aus. Im Altbau steht davor die Frage, ob ein Kastenfenster aufgearbeitet statt getauscht wird. Die Montage dauert je Wohnung ein bis zwei Tage, Laibungen und Oberflächen brauchen danach noch einmal Zeit.

Am häufigsten beauftragen uns Hausverwaltungen und WEG, Eigentümer und öffentliche Auftraggeber.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Aufmaß je Element am Objekt mit Prüfung von Lot, Waage und Winkel

  2. Schadstoffprobe von Fensterkitt und Fugendichtstoffen bei Bestand vor 1995, bei Asbest Ausbau nach TRGS 519

  3. Ausbau der Altelemente mit Entsorgung und Nachweis

  4. Aufarbeitung von Kastenfenstern mit Ertüchtigung des Innenflügels

  5. Fensterelemente mit ausgewiesenem Dämmwert, Schallschutzklasse und Widerstandsklasse

  6. Montage mit lastgerechter Verklotzung und Befestigung im tragenden Untergrund

  7. Anschlussfuge dreistufig: innen luftdicht, mittig gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen

  8. Äußere und innere Fensterbänke

  9. Laibungen schließen, Putz- oder Trockenbauanschluss, Oberflächen wiederherstellen

  10. Rollladenkästen mit luftdichter Revisionsklappe

  11. Haustür mit Dämmwert, Einbruchhemmung, barrierearmer Schwelle und Schließanlage

  12. Lüftungskonzept mit Festlegung der lüftungstechnischen Maßnahme

  13. Gerüst als eigene Position, wo Bänke und Anschlüsse von außen hergestellt werden

  14. Einstellen der Beschläge und Nachjustierung nach der Setzzeit

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Kastenfenster aufarbeitenBei Denkmal, Milieuschutz oder erhaltenswertem BestandDenkmalschutzgesetz Berlin, DIN 4108-7
02Austausch mit luftdichtem Anschluss innen, winddicht außenBei Rahmen ohne Substanz oder EinfachverglasungDIN 4108-7, RAL-Montageleitfaden
03SchallschutzverglasungAn Straßen mit hoher LärmbelastungDIN 4109
04Haustür mit EinbruchhemmungBei Austausch der Haustür im MehrfamilienhausDIN EN 1627, RC 2
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, an denen ein Fenster dicht wird oder nicht.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Kastenfenster im GründerzeitbauZwei Flügelebenen mit Luftraum dazwischen, meist aus Holz, oft mit originalen Beschlägen.Wir prüfen zuerst die Aufarbeitung: Durch den Luftraum zwischen den Ebenen erreicht ein Kastenfenster beim Schallschutz Werte, die ein einfaches Standardfenster nicht erreicht, und es behält sein Erscheinungsbild. In Erhaltungsgebieten und im Denkmalbestand sind Teilung, Material und Ansichtsbreiten oft vorgegeben, das klären wir vor der Bestellung. Ist das Holz im unteren Rahmen durchgefault, bleibt Nachbau oder Austausch.
02AnschlussfugeIm Bestand oft nur ausgeschäumt und beidseitig überputzt, später Feuchteflecken in der Laibung.Montageschaum ist weder luftdicht noch dauerhaft. Ohne innere Dichtebene zieht warme Raumluft in die Fuge und kondensiert dort, deshalb gilt: innen dichter als außen. Eine undichte Fuge macht auch die Schallschutzklasse des Elements zunichte. Im Plattenbau sind die Anschlüsse an die Fertigteilfugen der kritische Punkt.
03RollladenkastenKasten über dem Fenster, ungedämmt, innen mit Revisionsklappe, an der es zieht.Meist die größte Wärmebrücke und Undichtigkeit der Fassade, beim Wärme- wie beim Schallschutz. Je nach Zustand wird er von innen gedämmt oder durch einen gedämmten Aufsatzkasten oder Vorbaurollladen ersetzt. Bleibt er unberührt, verpufft ein erheblicher Teil der Verbesserung.
04Äußere FensterbankBank ohne seitliche Endstücke, Schmutzfahnen und gelöster Putz unter den Ecken.Ohne Endstücke, die in die Laibung greifen, läuft Wasser seitlich hinter die Bank in die Fuge, und der Schaden zeigt sich erst, wenn der Putz sich löst. Die neue Bank bekommt Gefälle, ausreichende Ausladung, Tropfkante und Endstücke und wird an die äußere Dichtebene angeschlossen.
05Fenster in gedämmter FassadeVorhandene oder geplante Außendämmung, tiefe Laibungen.Die Lage in der Wandtiefe entscheidet: In der Dämmebene eingebaut, fällt die Wärmebrücke am Rahmen deutlich geringer aus. Fenstertausch und Fassadendämmung planen wir deshalb zusammen, auch wenn sie zeitlich auseinanderliegen, und tauschen die Fenster vor der Dämmung. Bleibt ein Fenster in der alten Lage, wird die Leibung mitgedämmt, der Rahmen bleibt trotzdem die kälteste Stelle der Wand.
06Erdgeschoss und HaustürFenster am Hof, neben Balkonen oder Vordächern, die Haustür im Mehrfamilienhaus.Wirksam ist die Kombination aus geprüfter Widerstandsklasse, Pilzkopfverriegelung, abschließbarem Griff und durchwurfhemmender Verglasung. Mindestens so wichtig ist die Verankerung im Mauerwerk, sonst wird das Element als Ganzes herausgehebelt. An der Haustür kommen Mehrfachverriegelung, Bandseitensicherung und ein geprüfter Schließzylinder hinzu.
04 · Ablauf und Bauzeit

Montage an ein bis zwei Tagen je Wohnung, danach Laibungen und Oberflächen.

  1. Aufmaß und Bestandsaufnahme

    Jedes Element wird einzeln aufgemessen, Laibungstiefe, Einbaulage, Rollladenkasten und Fensterbänke werden aufgenommen. Im Altbau ist kein Fenster wie das andere, auch wenn sie gleich aussehen.

  2. Festlegung und Bestellung

    Schallschutz richtet sich nach der Lage, Einbruchschutz nach der Erreichbarkeit, und die Maßnahme aus dem Lüftungskonzept steht fest, bevor bestellt wird. Montiert wird nach Lieferung, den Termin nennt der Terminplan.

  3. Woche 1: Ausbau und Montage

    Ausbau und Montage nach Abschnitt 02, je Element in wenigen Stunden. Im Winter arbeiten wir raumweise, damit keine Wohnung lange offen steht.

  4. Woche 1: Anschlussfuge

    Die Fuge wird nach Abschnitt 02 ausgebildet und nach Abschnitt 05 dokumentiert.

  5. Woche 1 bis 2: Bänke, Laibungen und Kästen

    Bänke nach Abschnitt 03, danach Laibungen, Kästen und Oberflächen nach Abschnitt 02.

  6. Woche 2: Einstellen und Abnahme

    Dichtungen und alle Flügel prüfen, Abnahme mit Protokoll, Übergabe von Datenblättern und Lüftungskonzept. Die Nachjustierung aus Abschnitt 02 folgt nach einigen Wochen.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01Nachweis U-Wert der FensterGEG Anlage 7Mit dem Angebot
02Luftdichter Anschluss, FotoprotokollDIN 4108-7Vor dem Verputzen
03Schallschutznachweis bei LärmbelastungDIN 4109, über unseren FachplanerMit dem Angebot
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zu Fenstern und Haustüren.

  1. Bekomme ich nach dem Fenstertausch Schimmel?

    Nicht zwangsläufig, aber ohne Lüftungskonzept steigt das Risiko deutlich. Mit den alten, undichten Fenstern fällt der ständige Luftwechsel weg, und die Feuchte aus Kochen, Duschen und Atmen kondensiert an der kältesten Stelle, meist in der Außenwandecke. Nach DIN 1946-6 braucht es ein Lüftungskonzept, sobald mehr als ein Drittel der Fenster getauscht wird. Es prüft vor der Bestellung, ob der Luftwechsel zum Feuchteschutz ohne Zutun der Bewohner gesichert ist. Die Lösung reicht von Fensterfalzlüftern über dezentrale Geräte mit Wärmerückgewinnung bis zu einer Anlage.

  2. Kann ich während des Tauschs in der Wohnung bleiben?

    Ja, die Wohnung bleibt bewohnbar. Staub entsteht vor allem beim Ausbau und beim Schließen der Laibungen, deshalb decken wir ab, schützen Böden und Möbel und reinigen die bearbeiteten Bereiche. Im Mehrfamilienhaus wird abschnittsweise gearbeitet und vorher angekündigt.

  3. Wer entscheidet in der Eigentümergemeinschaft über die Fenster?

    Die Gemeinschaft. Fenster gehören einschließlich der Rahmen in aller Regel zum Gemeinschaftseigentum, auch wenn sie nur von einer Wohnung genutzt werden, der Austausch ist deshalb beschlusspflichtig. Abweichende Regeln zur Kostentragung können in der Teilungserklärung stehen. Der Komplettaustausch ist fast immer günstiger als die Summe der Einzelmaßnahmen, diese Rechnung legen wir der Versammlung vor.

  4. Welchen Dämmwert brauchen meine neuen Fenster?

    Beim Austausch verlangt das GEG für das ganze Element aus Rahmen und Glas einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 1,3 W/(m²K). Für eine Förderung gelten strengere Werte, die der Energieberater vor der Beauftragung festlegt. Wichtiger als die letzte Nachkommastelle ist, dass Anschlussfuge und Rollladenkasten mitgemacht werden.

  5. Wie wird abgerechnet?

    Abschläge nach geprüftem Aufmaß, Sicherheitseinbehalt bis zur mängelfreien Abnahme. Abrechnung nach VOB/B mit Aufmaß nach VOB/C, oder Pauschalfestpreis. Arbeitskosten getrennt ausgewiesen für § 35a EStG bei Privatkunden.

Verwandte Leistungen: Energetische SanierungFassadensanierungSchimmel- und Feuchteschäden

07 · Anfrage

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Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.