Sanierung · Phase 01

Schimmel- und Feuchteschäden in Berlin und Brandenburg

Schimmel ist kein Reinigungsproblem, sondern die Anzeige dafür, dass irgendwo Wasser ist, das dort nicht hingehört. Wer nur die Fläche behandelt, behandelt die Anzeige, und der Befall ist meist innerhalb eines Jahres in derselben Ecke zurück. Deshalb stehen bei uns am Anfang eine Messung und ein schriftlicher Befund mit der Ursache, und erst danach wird zurückgebaut, instand gesetzt und wiederhergestellt.

Zeichnung: Schimmel- und FeuchteschädenGrundriss zu Schimmel- und Feuchteschäden. Rot hervorgehoben: Wärmebrücke. Detail 06 des Plansatzes.IsothermenWärmebrückeDetail 06Schimmel- und FeuchteschädenGrundriss
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang bestimmt.

Was eine Schimmelsanierung kostet, entscheidet nicht die befallene Fläche, sondern die Ursache. Ein Befall an einer Wärmebrücke verlangt eine andere Maßnahme als aufsteigende Feuchte im Sockel, eine Leckage eine andere als zu feuchte Raumluft hinter neuen dichten Fenstern. Erst die Messung sagt, ob es um Dämmung, Abdichtung, Lüftung oder eine Leitung geht. Ein begrenzter Befall an einer Wärmebrücke ist mit Rückbau, Instandsetzung und Oberflächen in etwa einer Woche erledigt, zuzüglich Trocknungs- und Standzeiten. Nach einem Wasserschaden mit Rückbau des Fußbodens dauert es mehrere Wochen, weil die technische Trocknung allein oft zwei bis vier Wochen braucht.

Am häufigsten beauftragen uns Hausverwaltungen und WEG, Eigentümer und Vermieter.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Begehung mit Fotodokumentation, Messung von Materialfeuchte, Oberflächentemperatur, Raumklima und Taupunkt

  2. Datenlogger für Temperatur und Luftfeuchte über ein bis zwei Wochen, wenn Nutzung und Bauphysik zu trennen sind

  3. Leckageortung vor jedem Rückbau bei Verdacht auf eine undichte Leitung, mit Protokoll der Fundstelle

  4. Schriftlicher Befund mit Messwerten und Ursachenaussage

  5. Abschottung des Arbeitsbereichs mit Staubschutzwand, Schleuse und Unterdruckgerät mit Schwebstofffilter

  6. Rückbau befallener Putze, Tapeten, Trockenbauplatten und Dämmschichten bis in den unbefallenen Bereich, mit Entsorgungsnachweis

  7. Technische Trocknung mit Messprotokoll, nach Wasserschaden als Dämmschichttrocknung im Fußboden

  8. Beseitigung der Ursache: Leckage instand setzen, nachträgliche Horizontalsperre, Fassadenanschluss abdichten, Wärmebrücke dämmen

  9. Sanierputzsystem im Sockelbereich bei salzbelastetem Mauerwerk

  10. Lüftungsgerät dezentral mit Wärmerückgewinnung oder Abluftventilator, mit Kernbohrung, Elektroanschluss und Einregulierung

  11. Feinreinigung des Arbeitsbereichs mit Schwebstofffiltergeräten nach dem Rückbau

  12. Wiederherstellung der Oberflächen mit Putz, Trockenbau und diffusionsoffenem Anstrich

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Ursachenermittlung mit Feuchtemessung und ThermografieImmer zuerst, vor jeder BeschichtungDIN 4108-2, Schimmelleitfaden UBA
02Innendämmung kapillaraktivBei Wärmebrücken an geschützten FassadenDIN 4108-3, Feuchtenachweis
03Lüftungskonzept mit Abluft oder dezentralen GerätenBei dichten Fenstern ohne LüftungDIN 1946-6
04Rückbau befallener BauteileBei Befall tiefer als die OberflächeSchimmelleitfaden UBA
03 · Worauf es ankommt

Sechs Ursachen, die für den Laien gleich aussehen.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Wärmebrücke an der AußenwandBefall in Raumecken, hinter Möbeln an der Außenwand, am Fenstersturz oder an der Deckenkante. Tritt im Winter auf und verschwindet im Sommer.Die Oberfläche muss wärmer werden oder die Luft trockener. Wege sind eine Innendämmung an der betroffenen Stelle, das Entschärfen des konstruktiven Details oder eine Außendämmung. Innendämmung nur als kapillaraktives System und erst nach rechnerischem Nachweis: Eine dampfdichte Dämmung verlagert den Taupunkt in die Konstruktion und schließt die Feuchte ein. Abwaschen allein hilft bis zum nächsten Winter.
02Aufsteigende Feuchte im SockelWaagerechter Schadensrand im unteren Wandbereich, Salzausblühungen, abplatzender Putz, unabhängig von der Jahreszeit. Die Materialfeuchte nimmt nach unten zu.Nachträgliche Horizontalsperre im Bohrloch- oder Mauersägeverfahren, danach ein Sanierputzsystem, das die Salze aufnimmt. Ohne Sperre zerstört die Feuchte jeden neuen Putz. Verfahren und Ablauf im Einzelnen stehen auf der Seite Kellersanierung und Abdichtung.
03Leckage in einer LeitungÖrtlich begrenzter, scharf abgegrenzter Schaden, oft unterhalb eines Bades oder entlang einer Leitungstrasse. Materialfeuchte sehr hoch, unabhängig vom Raumklima.Vor jedem Rückbau orten, dann abstellen und instand setzen, erst danach trocknen. Trocknungsgeräte gegen eine laufende Undichtigkeit laufen monatelang ohne Ergebnis und verursachen nur Stromkosten.
04Zu feuchte Raumluft bei zu wenig LuftwechselBefall an mehreren kühlen Stellen gleichzeitig, beschlagene Scheiben, hohe Luftfeuchte über Wochen. Häufig nach dem Einbau dichter Fenster.Erst belegen die Datenlogger, ob die Luft zu feucht oder die Oberfläche zu kalt ist, dann wird der Luftwechsel hergestellt, abgestuft vom Fensterfalzlüfter bis zur Abluftanlage. Alte undichte Fenster haben über die Fugen gelüftet. Fällt das nach einem Fenstertausch weg, schlägt sich die Feuchte aus Kochen, Duschen und Atmen an der kältesten Stelle nieder, der häufigste Fall nach einer Teilsanierung.
05Befall tiefer als die OberflächeLässt sich nicht abwischen, Putz, Tapete oder Gipskarton sind durchwachsen. Kommt nach dem Überstreichen durch die neue Schicht.Rückbau bis in den unbefallenen Bereich, unter Abschottung und Unterdruck, danach Feinreinigung. Anti-Schimmel-Farbe und Desinfektionsmittel beseitigen weder das durchwachsene Material noch die Ursache. Trockener Rückbau ohne Abschottung verteilt Sporen und Staub über die ganze Wohnung, und am Ende ist mehr kontaminiert als vorher.
06Schlagregen und defekte EntwässerungSchaden an der Wetterseite, unter undichten Fensterbänken, neben Fallrohren. Verstärkt sich nach Regenperioden.Außen instand setzen: Fugen, Verblechungen, Fensterbankanschlüsse, Rinnen und Fallrohre. Innen wird erst saniert, wenn außen dicht ist, sonst wiederholt sich der Schaden.
04 · Ablauf und Bauzeit

Mit Trocknung vom Rückbau bis zur Abnahme in vier Wochen.

  1. Ortstermin und Messung

    Die Messung nach Abschnitt 02, dazu die Fotodokumentation des Befalls und die Frage, seit wann und in welcher Jahreszeit er auftritt. Bei unklarer Lage bleiben danach Datenlogger im Raum.

  2. Befund und Angebot

    Schriftlicher Befund mit Messwerten und einer eindeutigen Aussage zur Ursache, auch wenn sie im Nutzungsverhalten liegt, verwendbar gegenüber Vermieter, Verwaltung und Versicherung. Darauf das Leistungsverzeichnis, in dem Abschottung, Rückbau und Ursachenbeseitigung eigene Positionen sind.

  3. Woche 1: Abschottung und Rückbau

    Arbeitsbereich abschotten, Unterdruck aufbauen, befallene Schichten nach Abschnitt 03 zurückbauen und entsorgen.

  4. Woche 1 bis 2: Ursache beseitigen

    Leckage instand setzen, Horizontalsperre herstellen, Anschluss außen abdichten oder die Wärmebrücke dämmen, je nach Befund. Dieser Schritt steht vor der Oberfläche, nicht danach.

  5. Woche 2 bis 3: Trocknung

    Durchfeuchtete Bauteile werden technisch getrocknet, nach Wasserschaden einschließlich der Dämmschicht im Fußboden. Die Geräte laufen, bis der Messwert erreicht ist, nicht bis der Kalender es sagt.

  6. Woche 3: Feinreinigung

    Der Bereich wird mit Schwebstofffiltergeräten gereinigt, bevor die Abschottung fällt. Grobe Reinigung allein verteilt den Staub nur neu.

  7. Woche 3 bis 4: Wiederherstellen

    Putz, Sanierputz im Sockel, Trockenbau und Anstrich, im Zweifel diffusionsoffen und kapillaraktiv statt dicht.

  8. Woche 4: Abnahme und Übergabe

    Gemeinsame Abnahme mit Protokoll, auf Wunsch mit der Freimessung aus Abschnitt 05. Dazu eine kurze Anleitung, worauf in diesem Raum künftig zu achten ist, etwa der Abstand der Möbel zur Außenwand, mit den gemessenen Werten als Bezugsgröße.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01Feuchteprotokoll und ThermografieDIN 4108-2Vor der Sanierung
02Tauwassernachweis bei InnendämmungDIN 4108-3, über unseren FachplanerMit dem Angebot
03Freimessung nach Rückbau befallener BauteileSchimmelleitfaden UBANach dem Rückbau
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zu Schimmel und Feuchte.

  1. Kann ich kleinen Schimmelbefall selbst entfernen?

    Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes unterscheidet nach Ausdehnung und Untergrund. Ein kleiner, oberflächlicher Befall auf festem, nicht saugendem Untergrund, etwa auf Fliesen oder in der Silikonfuge, lässt sich mit haushaltsüblichen Mitteln und Schutzhandschuhen entfernen. Sobald der Befall größer ist, in poröses Material hineingewachsen ist, wiederkehrt oder die Ursache unklar ist, gehört er in fachliche Hände. Die Ursache bleibt auch nach dem Abwischen bestehen.

  2. Zahlt die Versicherung?

    Das hängt an der Ursache. Ein plötzlicher Rohrbruch ist in der Regel ein Fall für die Gebäude- oder Hausratversicherung. Schäden durch allmählich eindringende Feuchte, durch Baumängel oder durch Kondensat sind es meistens nicht. Der Befund ordnet den Schaden einer Ursache zu und belegt sie mit Messwerten. Die versicherungsrechtliche Bewertung nehmen wir nicht vor, wir liefern die technische Grundlage dafür.

  3. Wer schuldet die Sanierung, Mieter oder Vermieter?

    Das entscheiden Messwerte, nicht Behauptungen. Wir messen und befunden auch im Auftrag von Mietern oder einer Eigentümergemeinschaft, und das Ergebnis lautet nicht automatisch so, wie der Auftraggeber es sich wünscht. Liegt die Ursache im Nutzungsverhalten, steht das im Befund, liegt sie in der Bausubstanz, ebenso. In Wohnungseigentum ist der Befund die Grundlage dafür, ob Gemeinschaft oder Sondereigentümer instand setzt.

  4. Muss ich während der Sanierung ausziehen?

    Bei einem begrenzten Befall in der Regel nicht. Der Arbeitsbereich ist abgeschottet und steht unter Unterdruck, der übrige Wohnbereich bleibt nutzbar. Bei großflächigem Befall, bei Arbeiten in mehreren Räumen oder wenn der Fußbodenaufbau zurückgebaut werden muss, ist ein zeitweiliger Auszug der realistischere Weg. Wir sagen das nach der Untersuchung und nicht erst, wenn die Wand offen ist.

  5. Was ist eine Freimessung und wann ist sie sinnvoll?

    Ein unabhängiges Labor nimmt nach Abschluss der Arbeiten Luft- oder Oberflächenproben und vergleicht sie mit einer Referenz, meist der Außenluft. Damit ist belegt, dass im sanierten Bereich keine auffällige Belastung mehr vorliegt. Bei einem kleinen, klar begrenzten Befall ist sie verzichtbar. Sinnvoll ist sie bei großflächiger Sanierung, bei Streit über die Ursache und überall dort, wo der Nachweis gegenüber Dritten gebraucht wird.

Verwandte Leistungen: Kellersanierung und AbdichtungFenster und HaustürenEnergetische Sanierung

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.