Kurz beantwortet
Eine Fassadensanierung kostet in Berlin 65 bis 180 Euro je Quadratmeter Fassadenfläche, je nach Schadensbild. Ein reiner Anstrich mit Vorbereitung liegt bei 38 bis 70 Euro, eine Instandsetzung mit Rissverfüllung und Putzausbesserung bei 75 bis 140 Euro, eine Stuckfassade im Denkmalbestand bei 130 bis 320 Euro. Das Gerüst kommt mit 9 bis 16 Euro je Quadratmeter Gerüstfläche dazu und wird nach Standzeit berechnet. Bei einem Berliner Mehrfamilienhaus mit 600 Quadratmetern Fassade liegt die Gesamtsumme meist zwischen 55.000 und 110.000 Euro.
Fassadenschäden haben fast immer eine Ursache, die nicht in der Fassade liegt. Risse über Fensterstürzen kommen von Bewegung im Bauteil, Feuchteschäden im Sockel von einer fehlenden Horizontalsperre, Algen an der Nordseite von dauerhafter Durchfeuchtung wegen defekter Regenrinne. Wer nur die Oberfläche behandelt, behandelt das Symptom.
Der zweite Punkt, an dem Fassadenaufträge schieflaufen, ist die Kalkulation. Fassadenfläche und Gerüstfläche sind zwei verschiedene Zahlen, und die Standzeit des Gerüsts ist eine dritte. Ein Angebot, das nur einen Quadratmeterpreis für die Fassade nennt, ist unvollständig, denn das Gerüst kann bei kleinen Flächen ein Drittel der Gesamtsumme ausmachen.
Wir prüfen deshalb vor dem Angebot: Haftfestigkeit des vorhandenen Putzes im Haftzugtest, Rissbreiten und ob sie sich noch bewegen, Feuchtigkeit im Sockel, Zustand von Gesimsen und Fensterbänken. Erst danach steht fest, ob eine Beschichtung reicht oder ob Putzflächen abgenommen werden müssen.
Was zu einer Fassadensanierung gehört
Der Umfang reicht von der Reinigung mit Neuanstrich bis zur vollständigen Instandsetzung mit neuem Putzaufbau und rekonstruierten Stuckelementen. Bei denkmalgeschützten Fassaden kommt die Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde dazu, die Material und Ausführungsart häufig vorgibt.
Die Ausführung übernehmen eingetragene Stuckateur- und Malerfachbetriebe unter unserer Bauleitung. Wir planen, schreiben aus, koordinieren Gerüst und Gewerke, prüfen Aufmaße und nehmen ab.
- Bestandsaufnahme mit Haftzugtest, Rissaufnahme und Feuchtemessung
- Gerüststellung inklusive Statik, Anmeldung und Standzeitberechnung
- Reinigung mit angepasstem Druck, Algen- und Pilzentfernung
- Risse aufweiten, verfüllen, bei arbeitenden Rissen Armierungsgewebe
- Hohlliegenden Putz abnehmen und im gleichen Aufbau neu erstellen
- Stuck, Gesimse und Fensterfaschen abformen und ergänzen
- Fensterbänke und Anschlüsse erneuern, Abdichtung an Bauteilfugen
- Sockelbereich instand setzen, bei Bedarf mit Sanierputz
- Grundierung und Beschichtung mit Silikonharz, Silikat oder Mineralfarbe
- Entsorgung und Bauendreinigung, Schadstoffprüfung bei Altbeschichtungen
Fassadenarten und ihre Anforderungen
Der vorhandene Aufbau bestimmt das Material der neuen Schicht. Eine falsche Materialwahl ist der häufigste Grund, warum eine Fassade nach zwei Jahren wieder abblättert.
Tabelle seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.
| Untergrund | Woran Sie ihn erkennen | Wie wir vorgehen |
|---|---|---|
| Kalk- oder Kalkzementputz im Altbau | Weicher, offenporiger Putz, oft mehrfach überstrichen, im Sockel Salzausblühungen. Typisch für Gründerzeitbestand. | Diffusionsoffen bleiben. Silikat- oder Kalkfarbe, keine dichte Dispersion. Eine dichte Beschichtung sperrt Feuchtigkeit im Mauerwerk ein, was zu Abplatzungen und Frostschäden führt. Alte dichte Anstriche gegebenenfalls abnehmen. |
| Stuckfassade, häufig denkmalgeschützt | Gesimse, Fensterfaschen, Konsolen, Ornamente. Konturen durch Farbschichten verwaschen, Fehlstellen an exponierten Kanten. | Farbschichten abnehmen, Profil freilegen, Fehlstellen von intakten Stellen abformen und in Kalkmörtel nachziehen. Material und Farbton in Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Handarbeit und die teuerste Position an einer Berliner Altbaufassade. |
| Bestehendes WDVS | Dünner Oberputz auf Dämmplatten, klingt hohl beim Abklopfen, sichtbare Plattenfugen oder Dübelteller. | Haftung und Verdübelung prüfen, bevor beschichtet wird. Nur elastische, dampfdurchlässige Systeme verwenden. Kein starrer Aufbau, weil die Dämmebene arbeitet. Bei abgelöstem System hilft nur Rückbau, nicht Überarbeitung. |
| Sichtmauerwerk aus Klinker | Unverputzter Ziegel, Schäden meist in den Fugen, teils abgeplatzte Steinköpfe durch Frost. | Nicht beschichten. Schadhafte Fugen ausräumen und im gleichen Mörtel neu verfugen, einzelne Steine austauschen. Eine Hydrophobierung ist nur nach Prüfung sinnvoll und niemals ein Ersatz für intakte Fugen. |
| Betonfassade der Nachkriegszeit | Rostfahnen, Abplatzungen mit sichtbarer Bewehrung, Karbonatisierung. | Betoninstandsetzung nach Regelwerk: Bewehrung freilegen, entrosten, Korrosionsschutz, Reprofilierung, danach Beschichtung. Reines Überstreichen führt dazu, dass die Bewehrung weiter rostet und die nächste Abplatzung von innen kommt. |
Ablauf einer Fassadensanierung
- 1Bestandsaufnahme und Schadensanalyse. Rissaufnahme mit Breitenmessung, Haftzugtest am Putz, Feuchtemessung im Sockel, Prüfung von Gesimsen, Fensterbänken und Entwässerung. Bei Verdacht auf schadstoffhaltige Altbeschichtung nehmen wir eine Probe.
- 2Abstimmung mit Behörden. Bei Denkmalschutz Material, Farbton und Ausführungsart mit der unteren Denkmalschutzbehörde klären. Für Gerüst auf öffentlichem Grund Sondernutzungserlaubnis beantragen, das dauert in Berlin zwei bis sechs Wochen.
- 3Angebot mit getrennten Positionen. Fassadenfläche, Gerüstfläche und Gerüststandzeit werden getrennt ausgewiesen, dazu Bedarfspositionen für Putzflächen, die erst nach dem Abklopfen beurteilbar sind.
- 4Gerüst und Sicherung. Gerüststellung mit Statik und Freigabe, Schutznetze, Absicherung von Gehweg und Hauseingang. Bewohner werden über Zeitraum und Einschränkungen informiert.
- 5Reinigung und Rückbau schadhafter Flächen. Reinigung mit angepasstem Druck, damit der Putz nicht beschädigt wird. Hohlliegende Flächen abnehmen, Risse aufweiten. Erst jetzt ist der tatsächliche Umfang sichtbar.
- 6Instandsetzung von Putz und Stuck. Neuer Putzaufbau im gleichen Materialsystem, Rissverfüllung mit Armierung, Stuck abformen und ergänzen. Diese Phase bestimmt die Haltbarkeit der ganzen Sanierung.
- 7Grundierung und Beschichtung. Grundierung nach Saugfähigkeit, dann zweifache Beschichtung im passenden Material. Verarbeitung nur bei geeigneter Witterung, nicht unter 5 Grad und nicht in praller Sonne.
- 8Abnahme und Gerüstabbau. Abnahme vom Gerüst aus, solange man noch heranreicht. Mängel werden vor dem Abbau behoben, weil eine erneute Gerüststellung ein Vielfaches der Nachbesserung kostet.
Aufmaß vereinbaren und Festpreis bekommen, statt am Telefon geschätzt zu werden.
Was eine Fassadensanierung kostet
Nettopreise für Berlin, Stand 2026. Fassadenfläche und Gerüstfläche sind getrennt zu betrachten, deshalb stehen sie hier auch getrennt.
Tabelle seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.
| Position | Einheit | Übliche Spanne | Muss enthalten sein |
|---|---|---|---|
| Reinigung und Neuanstrich, intakter Untergrund | je m² Fassade | 38 bis 70 € | Reinigung, Algenbehandlung, Grundierung, zweifache Beschichtung. Ohne Putzarbeiten. |
| Instandsetzung mit Rissverfüllung und Putzausbesserung | je m² Fassade | 75 bis 140 € | Zusätzlich Risse aufweiten und verfüllen, hohlliegenden Putz abnehmen und neu aufbauen, Armierung. |
| Stuckfassade im Denkmalbestand | je m² Fassade | 130 bis 320 € | Zusätzlich Freilegen, Abformen und Ergänzen von Gesimsen, Faschen und Ornamenten in Kalkmörtel. |
| Gerüst, Auf- und Abbau | je m² Gerüstfläche | 9 bis 16 € | Stellung, Statik, Netze, erste vier Wochen Standzeit. Bei Straßenseite zusätzlich Sondernutzungsgebühr. |
| Gerüst, verlängerte Standzeit | je m² und Woche | 0,60 bis 1,20 € | Jede weitere Woche über die enthaltene Grundstandzeit hinaus. |
| Stuckelement abformen und ergänzen | je lfd. m | 90 bis 280 € | Schalung abnehmen, Profil ziehen, einsetzen, anarbeiten. Preis steigt mit Profiltiefe und Ornamentanteil. |
| Betoninstandsetzung | je m² | 110 bis 260 € | Bewehrung freilegen, entrosten, Korrosionsschutz, Reprofilierung, Feinspachtel. |
| Sockelsanierung mit Sanierputz | je lfd. m | 95 bis 220 € | Alten Putz abnehmen, Salze behandeln, Sanierputzsystem aufbauen. Ohne Horizontalsperre. |
Nettopreise für Berlin, Stand 2026, als Orientierung. Verbindlich ist das Angebot nach Aufmaß und Bestandsaufnahme. Bei Wohnungseigentum sind Fassadenarbeiten Gemeinschaftseigentum und damit beschlusspflichtig. Wird die Fassade im Zuge der Sanierung gedämmt, prüfen wir die BEG-Förderung, dafür ist ein Energieberater vor Auftragsvergabe einzubinden.
Was bei Fassaden schiefgeht
Dichte Farbe auf diffusionsoffenem Altputz
Eine Dispersionsbeschichtung auf Kalkputz sperrt Feuchtigkeit im Mauerwerk ein. Das Ergebnis sind Abplatzungen und Frostschäden, oft schon im zweiten Winter.
Risse überstreichen statt behandeln
Ein Riss, der sich noch bewegt, kommt durch jede Beschichtung wieder. Er muss aufgeweitet, verfüllt und bei Bedarf mit Gewebe armiert werden. Ohne diese Arbeit ist der Anstrich verlorenes Geld.
Reinigung mit zu hohem Druck
Hochdruck an weichem Altputz nimmt die Oberfläche mit und treibt Wasser in die Konstruktion. Danach muss verputzt werden, was vorher nicht nötig war.
Gerüstkosten nicht im Angebot
Gerüst und Standzeit machen bei kleineren Flächen bis zu einem Drittel der Gesamtsumme aus. Fehlen sie im Angebot, ist der Quadratmeterpreis nicht vergleichbar.
Ursache im Sockel nicht behoben
Aufsteigende Feuchte bei fehlender Horizontalsperre zerstört jeden neuen Sockelputz. Ohne Behandlung der Ursache ist es eine Sanierung mit Ablaufdatum.
Abnahme erst nach Gerüstabbau
Was vom Boden nicht zu sehen ist, wird nach dem Abbau nicht mehr geprüft. Abgenommen wird vom Gerüst, sonst wird jede Nachbesserung um ein Vielfaches teurer.
Fassaden, an denen wir arbeiten
Gründerzeit-Stuckfassade
Der aufwendigste und lohnendste Fall. Häufig unter Denkmalschutz, Material und Farbton sind abzustimmen.
Mehrfamilienhaus der Nachkriegszeit
Glatte Putzfassaden, oft mit Betonelementen an Balkonen und Brüstungen, die eigene Instandsetzung brauchen.
Einfamilienhaus
Kleinere Flächen, bei denen der Gerüstanteil den Quadratmeterpreis deutlich beeinflusst.
Bestehendes WDVS
Überarbeitung nur nach Haftungs- und Verdübelungsprüfung, mit elastischen Systemen.
Klinkerfassade
Fugensanierung und Steinaustausch statt Beschichtung.
Gewerbe- und Hallenfassade
Größere Flächen, oft mit Anforderungen an Ausführung außerhalb der Betriebszeiten.
Für wen wir Fassaden sanieren
WEG und Hausverwaltung
Fassade ist Gemeinschaftseigentum und beschlusspflichtig. Wir liefern die Unterlagen, die die Versammlung für den Beschluss braucht.
Eigentümer von Mehrfamilienhäusern
Instandsetzung mit Blick auf Lebensdauer statt auf den niedrigsten Angebotspreis.
Hausbesitzer im Einfamilienhaus
Häufig zusammen mit Dämmung, dann mit Förderprüfung.
Denkmaleigentümer
Abstimmung mit der Behörde vor Ausführung, Materialwahl nach Vorgabe, steuerliche Abschreibung prüfbar.
Kapitalanleger
Fassade als werterhaltende Maßnahme, oft in Verbindung mit anstehender energetischer Pflicht.
Gewerbeimmobilien
Ausführung unter laufendem Betrieb, mit Abstimmung von Zugängen und Zeiten.
Sagen Sie uns, was ansteht. Wir schauen es uns an und rechnen es durch.
Warum Ihre Fassade bei uns richtig liegt
Häufige Fragen zur Fassadensanierung
In Berlin 38 bis 70 Euro je Quadratmeter für Reinigung und Neuanstrich auf intaktem Untergrund, 75 bis 140 Euro für eine Instandsetzung mit Rissverfüllung und Putzausbesserung, 130 bis 320 Euro für eine Stuckfassade im Denkmalbestand. Dazu kommt das Gerüst mit 9 bis 16 Euro je Quadratmeter Gerüstfläche. Wichtig beim Vergleich von Angeboten: Fassadenfläche und Gerüstfläche sind unterschiedliche Zahlen, und ohne Gerüstposition ist ein Quadratmeterpreis nicht aussagekräftig.
Bei einem Berliner Mehrfamilienhaus mit rund 600 Quadratmetern Fassade sechs bis zwölf Wochen, bei einer aufwendigen Stuckfassade auch deutlich länger. Der Ablauf hängt stark vom Wetter ab: Beschichtungen dürfen nicht unter etwa 5 Grad und nicht in praller Sonne verarbeitet werden, Putz braucht Standzeit. Die übliche Saison in Berlin liegt zwischen April und Oktober.
Bei Kalk- und Kalkzementputz eine diffusionsoffene Silikat- oder Kalkfarbe. Der Putz muss Feuchtigkeit nach außen abgeben können. Eine dichte Dispersionsfarbe sperrt sie ein, und die Folge sind Abplatzungen und Frostschäden, oft schon im zweiten Winter. Silikonharzfarbe ist ein guter Kompromiss bei stärker bewitterten Flächen. Bei Denkmalschutz gibt die Behörde Material und Farbton meist vor.
Ja. Die Fassade gehört zum Gemeinschaftseigentum, damit ist ihre Instandsetzung Sache der Eigentümergemeinschaft und beschlusspflichtig. Für den Beschluss braucht die Versammlung in der Regel mehrere vergleichbare Angebote und eine Aussage zum Umfang. Wir stellen die Unterlagen so zusammen, dass sie in der Versammlung verwendbar sind, mit getrennten Positionen und Bedarfspositionen.
Eingeschränkt. Putz- und Beschichtungsarbeiten brauchen Temperaturen über etwa 5 Grad, auch nachts, und dürfen nicht bei Frostgefahr ausgeführt werden. Mit Einhausung und Beheizung des Gerüsts geht es, das verteuert die Maßnahme aber deutlich. Sinnvoller ist es, den Winter für Planung, Genehmigung und Beschlussfassung zu nutzen und im Frühjahr zu starten.
Das ist eine eigene Entscheidung mit eigener Wirtschaftlichkeit. Wenn ohnehin ein Gerüst steht, ist der Zeitpunkt günstig, weil die Gerüstkosten nur einmal anfallen. Dagegen sprechen kann Denkmalschutz, der eine Außendämmung meist ausschließt, oder eine Stuckfassade, die durch ein WDVS ihr Gesicht verliert. Wird gedämmt, prüfen wir die BEG-Förderung; dafür muss ein Energieberater vor Auftragsvergabe eingebunden sein.
Passende Leistungen und Ratgeber
Häufig gesuchte Themen dazu
Einsatzgebiet: Berlin und Brandenburg. Aufmaß in der Regel innerhalb weniger Werktage.
