Grundriss ändern, Wände öffnen, Dachgeschoss ausbauen

Innenausbau Berlin

Innenausbau ist die Disziplin, bei der Statik, Genehmigung und Gestaltung gleichzeitig stimmen müssen. Wir klären die ersten beiden, bevor über die dritte gesprochen wird.

Statik und Genehmigung vorab geklärt, nicht während der Bauzeit Tragende und nichttragende Wände werden geprüft, nicht vermutet Ein Bauleiter führt alle beteiligten Gewerke

Kurz beantwortet

Innenausbau kostet in Berlin je nach Umfang 350 bis 1.400 Euro pro Quadratmeter. Ein tragender Wanddurchbruch mit Statik und Sturz liegt bei 2.200 bis 6.500 Euro, eine nichttragende Wand versetzen bei 1.100 bis 2.800 Euro, ein Dachgeschossausbau bei 900 bis 1.900 Euro je Quadratmeter neuer Wohnfläche. Der Kostentreiber ist selten die Wand selbst, sondern das, was daran hängt: Statik, Genehmigung, Leitungsverlegung und die Frage, ob Estrich und Boden angepasst werden müssen.

Fast jeder Innenausbau beginnt mit derselben Frage: Kann diese Wand weg? Die Antwort lässt sich nicht durch Klopfen ermitteln und auch nicht am Grundriss ablesen, denn im Berliner Bestand entspricht der Plan selten dem Gebauten. Im Gründerzeitbau sind die Außenwände und in der Regel eine Mittelwand tragend, im Plattenbau fast alle Innenwände, im Nachkriegsbau kommt beides vor.

Der zweite Punkt ist die Genehmigung. Wanddurchbrüche in tragenden Bauteilen brauchen einen statischen Nachweis, Grundrissänderungen häufig eine Baugenehmigung, und in Berliner Milieuschutzgebieten kann selbst der Einbau eines zweiten Bades oder das Zusammenlegen zweier Wohnungen genehmigungspflichtig sein. Diese Verfahren dauern Wochen bis Monate und laufen nicht parallel zum Abriss.

Wir klären deshalb vor dem Angebot, was baulich zulässig ist, und binden bei tragenden Eingriffen Architekt und Tragwerksplaner ein. Danach steht fest, was der Ausbau kostet, und nicht vorher.

Was zum Innenausbau gehört

Innenausbau reicht vom Versetzen einer Zwischenwand bis zum vollständigen Ausbau eines Dachgeschosses zu Wohnraum. Gemeinsam ist allen Fällen, dass mehrere Gewerke beteiligt sind: Rohbau, Elektro, Sanitär, Trockenbau, Estrich, Maler, Boden und häufig Tischler.

Wir führen das Projekt als Generalunternehmerin. Sanitär- und Heizungsarbeiten übernehmen wir in eigener Ausführung, die übrigen Gewerke eingetragene Fachbetriebe unter unserer Bauleitung.

  • Bestandsprüfung: tragende Bauteile, Leitungsführung, Deckenaufbau
  • Statische Berechnung und Genehmigungsplanung über Architekt und Tragwerksplaner
  • Wanddurchbrüche mit Abfangung, Stahlträger oder Betonsturz
  • Wände entfernen, versetzen oder neu stellen, massiv oder in Trockenbau
  • Dachgeschossausbau mit Dämmung, Luftdichtheit und Brandschutz
  • Elektroinstallation an neue Raumaufteilung anpassen
  • Sanitär- und Heizungsleitungen umverlegen, in eigener Ausführung
  • Estrich anpassen oder neu, mit Belegreifemessung
  • Innentüren, Zargen, Laibungen
  • Oberflächen: Spachtel, Anstrich, Boden, Fliesen
  • Einbauten und Möbel nach Maß über Tischlerfachbetriebe

Wandtypen und was mit ihnen möglich ist

Die Bauweise entscheidet, ob eine Öffnung einfach, aufwendig oder unmöglich ist. Sicher beurteilen lässt sich das erst nach dem Freilegen, deshalb steht der Durchbruch bei uns mit Bedarfsposition im Angebot.

Tabelle seitlich wischen, um alle Spalten zu sehen.

UntergrundWoran Sie ihn erkennenWie wir vorgehen
Tragende Ziegelwand im Altbau24 bis 38 cm stark, massiv, meist durchgehend über alle Geschosse, oft mit Deckenbalkenauflager.Öffnung möglich, aber mit statischem Nachweis, Abfangung während der Arbeiten und Stahlträger oder Betonsturz. Aufwendig, weil die Last aller darüberliegenden Geschosse umgeleitet wird. Häufig genehmigungspflichtig.
Nichttragende Zwischenwand6 bis 12 cm stark, oft Gipsdielen, Ziegel im Läuferverband oder Holzständer mit Putzträger. Klingt beim Klopfen hohl.Kann ohne statischen Nachweis entfernt werden, sofern sie keine Aussteifungsfunktion hat. Zu beachten sind Leitungen in der Wand und der Anschluss an Decke und Boden.
Tragende Innenwand im PlattenbauBetonfertigteil, meist alle Innenwände tragend oder aussteifend.Öffnungen sind stark eingeschränkt und immer genehmigungs- und nachweispflichtig. In vielen Plattenbautypen praktisch ausgeschlossen. Umplanung ist hier meist sinnvoller als der Durchbruch.
Holzbalkendecke beim DachausbauSichtbare Balkenlage, Spannweiten bis 6 m, oft ohne Nachweis der Tragfähigkeit für Wohnnutzung.Für Wohnnutzung ist eine höhere Verkehrslast anzusetzen als für Speichernutzung. Häufig ist eine Verstärkung nötig, etwa durch aufgedoppelte Balken oder eine zusätzliche Lage. Gehört zwingend in die statische Prüfung.
Estrich und BodenaufbauNach dem Rückbau sichtbar. Im Altbau oft Holzbalkendecke mit Schüttung, im Neubau schwimmender Estrich auf Dämmung.Wird eine Wand entfernt, bleibt im Boden eine Fehlstelle, die geschlossen werden muss. Bei unterschiedlichen Aufbauhöhen zwischen zwei zusammengelegten Räumen ist ein Ausgleich nötig, der die Kosten spürbar erhöht.

Ablauf eines Innenausbaus

  1. 1Bestandsaufnahme und Machbarkeit. Aufmaß, Prüfung tragender Bauteile, Leitungssuche, Deckenaufbau. Bei tragenden Eingriffen ziehen wir einen Tragwerksplaner hinzu, bevor wir kalkulieren.
  2. 2Statik und Genehmigung. Statische Berechnung, bei Bedarf Bauantrag. In Milieuschutzgebieten zusätzlich Antrag auf Genehmigung nach Erhaltungssatzung. Diese Phase dauert Wochen bis Monate und steht vor allem anderen.
  3. 3Angebot mit Bedarfspositionen. Leistungsverzeichnis mit Einheitspreisen. Alles, was erst nach dem Öffnen der Wand beurteilbar ist, steht als Bedarfsposition mit Preis.
  4. 4Rückbau und Abfangung. Vor dem Durchbruch wird die Last abgefangen. Erst danach wird geöffnet, Träger eingebaut und die Abfangung entfernt. Diese Reihenfolge ist nicht verhandelbar.
  5. 5Technik anpassen. Elektro, Sanitär und Heizung an die neue Raumaufteilung. Leitungen werden vor dem Verschließen fotografiert.
  6. 6Trockenbau, Estrich, Anschlüsse. Neue Wände stellen, Bodenfehlstellen schließen, Estrich anpassen. Bei Nassestrich folgt die Trocknungszeit mit Belegreifemessung.
  7. 7Oberflächen und Einbauten. Spachtelarbeiten in der vereinbarten Qualitätsstufe, Anstrich, Boden, Türen, danach Tischlereinbauten.
  8. 8Abnahme und Dokumentation. Gemeinsame Abnahme mit Protokoll, Übergabe von Statiknachweis, Fotos verdeckter Leistungen und Gewährleistungsübersicht.

Aufmaß vereinbaren und Festpreis bekommen, statt am Telefon geschätzt zu werden.

Was Innenausbau kostet

Nettopreise für Berlin, Stand 2026. Die Spannen gelten für Bestandsgebäude, nicht für Neubau.

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PositionEinheitÜbliche SpanneMuss enthalten sein
Tragender Wanddurchbruch mit Statik und Sturzje Durchbruch2.200 bis 6.500 €Statische Berechnung, Abfangung, Stahlträger oder Betonsturz, Schließen der Anschlüsse. Ohne Genehmigungsgebühren.
Nichttragende Wand entfernenje Wand600 bis 1.600 €Rückbau, Entsorgung, Schließen von Decken-, Wand- und Bodenanschluss, Leitungsumlegung falls nötig.
Nichttragende Wand neu stellenje m²75 bis 165 €Trockenbauwand mit Ständerwerk, Dämmung, beidseitiger Beplankung, Spachtelung Q2. Bei Massivwand höher.
Dachgeschossausbau zu Wohnraumje m² neue Wohnfläche900 bis 1.900 €Dämmung, Luftdichtheit, Trockenbau, Elektro, Boden, Oberflächen, Fenster. Ohne Statikverstärkung und Gaubenbau.
Statische Verstärkung Holzbalkendeckeje m²95 bis 260 €Aufdopplung oder zusätzliche Lage nach statischer Vorgabe. Häufig beim Dachausbau erforderlich.
Estrich anpassen nach Wandentfernungje lfd. m85 bis 210 €Fehlstelle schließen, Höhenausgleich zwischen unterschiedlichen Aufbauten, Belegreifemessung.
Innentür mit Zarge, Standardausführungje Stück550 bis 1.400 €Tür, Zarge, Beschlag, Einbau, Laibungsanpassung. Sondermaße im Altbau am oberen Ende.
Architekt und Tragwerksplanerje Projektnach HOAIBei genehmigungspflichtigen Maßnahmen und tragenden Eingriffen. Gesondert ausgewiesen.

Nettopreise für Berlin, Stand 2026, als Orientierung vor dem Aufmaß. Verbindlich ist das Angebot nach Ortstermin. Bei Privatkunden weisen wir die Arbeitskosten getrennt aus, damit Sie den Steuerbonus nach § 35a EStG geltend machen können. Genehmigungs- und Prüfgebühren der Behörden sind Bauherrenkosten und nicht in den Preisen enthalten.

Fehler beim Innenausbau

Wand ohne Prüfung entfernt

Der teuerste denkbare Fehler. Wird eine tragende oder aussteifende Wand ohne Nachweis entfernt, entstehen Risse in den darüberliegenden Geschossen, im schlimmsten Fall ein Gefährdungstatbestand. Die nachträgliche Ertüchtigung kostet ein Vielfaches des geplanten Durchbruchs.

Genehmigung zu spät beantragt

Statik und Bauantrag brauchen Wochen bis Monate. Wird erst nach dem Rückbau daran gedacht, steht die Baustelle still, während Miete oder Zinsen weiterlaufen.

Milieuschutz übersehen

In weiten Teilen von Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Pankow und Mitte gilt eine Erhaltungssatzung. Dort können Grundrissänderungen, ein zweites Bad oder das Zusammenlegen von Wohnungen genehmigungspflichtig und im Einzelfall unzulässig sein.

Leitungen in der abzureißenden Wand

Elektro-, Wasser- und Heizungsleitungen laufen oft genau dort, wo die Wand weg soll. Ohne vorherige Ortung wird beim Abbruch getrennt, was danach umverlegt werden muss, meist quer durch fertige Räume.

Schallschutz nach dem Umbau schlechter

Eine neue leichte Trennwand zwischen zwei Zimmern erfüllt selten das, was eine massive Altbauwand geleistet hat. Wenn zwischen den Räumen unterschiedliche Nutzungen liegen, gehört der Wandaufbau vorher festgelegt.

Unterschiedliche Aufbauhöhen unterschätzt

Werden zwei Räume zusammengelegt, treffen häufig zwei Bodenaufbauten mit verschiedener Höhe aufeinander. Der Ausgleich ist eine eigene Position und kein Detail.

Wo wir Innenausbau machen

Altbauwohnung mit Grundrissänderung

Klassisch: Küche zum Wohnraum öffnen, Zimmer teilen, zweites Bad einbauen.

Dachgeschoss

Ausbau zu Wohnraum mit Statik, Dämmung, Brandschutz und zweitem Rettungsweg.

Einfamilienhaus

Umbau bei veränderter Nutzung, etwa Aufteilung in zwei Wohneinheiten oder barrierefreier Umbau im Erdgeschoss.

Souterrain und Keller

Ausbau zu Nutz- oder Wohnraum. Als Wohnraum nur bei ausreichender Belichtung, Höhe und Feuchtefreiheit zulässig.

Büro und Praxis

Flächenaufteilung nach Nutzerplan, mit Anforderungen an Schall-, Brandschutz und Fluchtwege.

Ladenlokal

Mieterausbau, oft mit Nutzungsänderung und Abstimmung mit dem Vermieter.

Für wen wir ausbauen

Eigentümer und Selbstnutzer

Anpassung des Grundrisses an eine veränderte Lebenssituation.

Käufer vor dem Einzug

Umbau im leeren Zustand, die schnellste und günstigste Variante.

Vermieter

Aufwertung zwischen zwei Mietverhältnissen, mit Blick auf Umlagefähigkeit und Milieuschutz.

Familien mit Platzbedarf

Dachausbau statt Umzug, oft die wirtschaftlichere Lösung bei Berliner Kaufpreisen.

Gewerbliche Mieter

Ausbau nach Flächenplan, unter Zeitdruck vor einer Eröffnung.

Bauherren mit Architekt

Wenn Planung und Genehmigung stehen, übernehmen wir Vergabe, Bauleitung und Ausführung.

Sagen Sie uns, was ansteht. Wir schauen es uns an und rechnen es durch.

Warum Innenausbau mit uns

Wir prüfen die Wand, bevor wir sie versprechenKein Angebot für einen Durchbruch ohne Prüfung der Tragsituation. Wo nötig, kommt der Tragwerksplaner vor der Kalkulation.
Genehmigung steht am AnfangStatik, Bauantrag und Milieuschutz klären wir, bevor der erste Container bestellt wird.
Leitungen werden geortet, nicht gefundenVor dem Rückbau wird nach Leitungen gesucht, damit sie nicht während des Abbruchs entdeckt werden.
Ein Bauleiter für alle GewerkeRohbau, Elektro, Sanitär, Trockenbau, Estrich, Maler und Tischler laufen über einen Terminplan und eine Ansprechperson.
Schallschutz wird festgelegt, nicht angenommenDer Wandaufbau richtet sich nach der geplanten Nutzung der Räume und wird vorher schriftlich vereinbart.
Ein Vertrag, eine GewährleistungDer Werkvertrag besteht mit der CLIENI.de Dienstleistungen GmbH, auch für Mängel an den Schnittstellen zwischen den Gewerken.

Häufige Fragen zum Innenausbau

Das lässt sich nicht durch Klopfen und selten am Grundriss klären. Im Berliner Gründerzeitbau sind die Außenwände und meist eine Mittelwand tragend, Zwischenwände von 6 bis 12 Zentimetern Stärke in der Regel nicht. Im Plattenbau sind fast alle Innenwände tragend oder aussteifend. Sicher ist die Aussage erst nach Prüfung vor Ort, im Zweifel durch einen Tragwerksplaner. Ist die Wand tragend, ist ein Durchbruch mit Statik und Stahlträger meist trotzdem möglich, er kostet dann 2.200 bis 6.500 Euro.

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Einsatzgebiet: Berlin und Brandenburg. Aufmaß in der Regel innerhalb weniger Werktage.

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