Ausbau · Phase 03

Innenausbau in Berlin und Brandenburg

Fast jeder Innenausbau beginnt mit der Frage, ob eine Wand weg kann, und im Berliner Bestand entspricht der Plan selten dem Gebauten. Im Gründerzeitbau tragen die Außenwände und meist eine Mittelwand, im Plattenbau fast alle Innenwände, im Nachkriegsbau kommt beides vor. Deshalb prüfen wir Tragwerk, Leitungen und Genehmigungslage, bevor ein Angebot entsteht, und planen Wände, Technik, Böden, Türen und Oberflächen in einer Reihenfolge.

Zeichnung: InnenausbauGrundriss zu Innenausbau. Linienzeichnung ohne hervorgehobenes Detail. Detail 14 des Plansatzes.WohnenSchlafenFlurBadDetail 14InnenausbauGrundriss
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang eines Innenausbaus bestimmt.

Was ein Innenausbau kostet, entscheidet selten die Wand selbst, sondern das, was an ihr hängt. Den größten Anteil haben tragende Eingriffe mit Statik, Abfangung und Träger. Danach folgen die Technik, die an die neue Raumaufteilung angepasst wird, und der Höhenausgleich im Boden, wenn zwei Räume mit verschiedener Aufbauhöhe zusammenkommen. Türen mit Sondermaß und die Spachtelqualität der Oberflächen wirken zuletzt. Eine Grundrissänderung mit Technikanpassung dauert sechs bis zwölf Wochen Bauzeit. Statik und Genehmigung liegen davor und brauchen Wochen bis Monate.

Am häufigsten beauftragen uns Gewerbemieter, Bestandshalter und Eigentümer.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Bestandsaufnahme mit Aufmaß, Prüfung der tragenden Bauteile, Leitungsortung und Deckenaufbau

  2. Statische Berechnung und Genehmigungsplanung über Architekt und Tragwerksplaner

  3. Schadstoffprobe an Spachtelmassen, Klebern und Bodenbelägen bei Bestand vor 1995, Ergebnis vor dem Rückbau

  4. Staubschutzwände, Schutz von Böden und Treppenhaus, Entsorgung mit Nachweis

  5. Nichttragende Wände entfernen, Anschlüsse an Decke, Wand und Boden schließen

  6. Durchbruch in tragender Wand nach Statik, Befund nach dem Freilegen als Bedarfsposition

  7. Neue Wände in Trockenbau oder massiv, Wandaufbau nach Nutzung der angrenzenden Räume

  8. Elektroinstallation für die neue Raumaufteilung, Leitungen vor dem Verschließen fotografiert

  9. Sanitär- und Heizungsleitungen umverlegen, Druckprobe mit Protokoll

  10. Bodenfehlstellen schließen und Höhen zwischen den Räumen ausgleichen

  11. Raumbuch mit Oberflächen, Belägen und Türen je Raum

  12. Innentüren mit Beschlag, Laibungen und Anschlüsse

  13. Einbauten und Möbel nach Maß über eingetragene Tischlerbetriebe

  14. Terminplan mit Gewerkefolge und Zwischenabnahme an jeder Schnittstelle

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Grundrissplanung mit Türen, Böden und Oberflächen aus einer PlanungImmer, vor dem ersten GewerkVOB/C, HOAI LPH 5
02Türen und Zargen nach AufmaßBei Austausch, mit Schallschutz je RaumDIN 4109, DIN 18101
03Oberflächen in benannter SpachtelqualitätImmer, Q2 bis Q4 je Raum im AngebotMerkblatt Spachtelqualität
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, an denen sich ein Grundriss entscheidet.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Tragende oder aussteifende WandSteht in jedem Geschoss an derselben Stelle, massiv, die Deckenbalken liegen auf. Eine aussteifende Wand ist von einer Trennwand nicht zu unterscheiden.Kein Angebot ohne Prüfung der Tragsituation, im Zweifel durch den Tragwerksplaner vor der Kalkulation. Ist die Wand tragend, gilt das Vorgehen der Leistung Wanddurchbruch und Grundriss. Wird sie ohne Nachweis entfernt, zeigen sich Risse in den Geschossen darüber, und die nachträgliche Ertüchtigung kostet ein Vielfaches des geplanten Durchbruchs.
02Genehmigung und MilieuschutzDas Haus liegt in einem Gebiet mit sozialer Erhaltungsverordnung, wie viele Berliner Innenstadtlagen. Geplant ist eine Grundrissänderung, ein zweites Bad oder das Zusammenlegen zweier Wohnungen.Solche Änderungen können dort genehmigungspflichtig und im Einzelfall unzulässig sein. Bauantrag und Genehmigung nach § 172 BauGB beim Bezirksamt stehen deshalb vor dem Rückbau, nicht danach. Wer erst nach dem Abriss beantragt, hat eine stillstehende Baustelle, während Miete oder Zinsen weiterlaufen.
03Leitungen in der WandSchalter, Steckdosen, Heizkörper oder ein Waschbecken an der Wand, die weg soll. Im Altbau liegen Leitungen ohne Schutzrohr und ohne erkennbares Muster.Vor dem Rückbau werden Leitungen geortet, Stromkreise freigeschaltet, Wasser und Heizung abgesperrt. Umgelegt wird vor dem Abbruch. Ohne Ortung wird beim Abbruch getrennt, was danach quer durch fertige Räume neu verlegt werden muss.
04Schallschutz der neuen WandEine leichte Wand ersetzt eine massive Altbauwand, oder zwischen den Räumen liegen verschiedene Nutzungen wie Schlafen und Arbeiten.Eine einfache Ständerwand leistet selten, was die alte Massivwand geleistet hat. Der Wandaufbau wird deshalb nach der Nutzung festgelegt und vorher schriftlich vereinbart, mit Dämmung im Hohlraum und entkoppelten Anschlüssen. Den Nachweis aus Abschnitt 05 gibt es mit der Planung.
05Boden beim ZusammenlegenNach dem Rückbau der Wand bleibt eine Fehlstelle im Boden, und zwei Räume mit verschiedener Aufbauhöhe treffen aufeinander.Fehlstelle und Höhenausgleich sind eine eigene Position, kein Detail am Rande. Trockenestrich und Schnellestrich sind nach wenigen Tagen belegreif, Zementestrich frühestens nach vier Wochen. Belegt wird erst nach der Messung aus Abschnitt 05.
06Türen im AltbauÖffnungen mit Sondermaß, schiefe Laibungen, Wandstärken, die zu keiner Normzarge passen.Türen und Zargen werden erst bestellt, wenn die Höhe des fertigen Fußbodens feststeht, gesetzt nach Meterriss. Sondermaße bekommen eine angepasste Zarge und Laibung. Wer nach Rohbaumaß bestellt, hat nach Estrich und Belag eine Tür, die schleift oder unten klafft.
04 · Ablauf und Bauzeit

Vom Rückbau bis zur Abnahme in sechs bis zwölf Wochen.

  1. Ortstermin und Bestandsaufnahme

    Aufmaß, Wandaufbau, Leitungen und Bodenaufbau, bei Bestand vor 1995 mit Materialprobe. Bei tragenden Eingriffen kommt der Tragwerksplaner vor der Kalkulation dazu.

  2. Statik, Genehmigung und Angebot

    Berechnung und Anträge nach Abschnitt 03, danach das Leistungsverzeichnis mit Einheitspreisen. Was erst nach dem Öffnen beurteilbar ist, steht als Bedarfsposition darin.

  3. Woche 1: Schutz und Rückbau

    Staubschutz, Leitungen freischalten, Wände und Beläge zurückbauen. Tragende Wände werden vorher abgefangen.

  4. Woche 1 bis 2: Leitungen

    Elektro, Wasser und Heizung für die neue Raumaufteilung. Geprüft und fotografiert wird nach Abschnitt 02, bevor etwas geschlossen wird.

  5. Woche 2 bis 3: Wände

    Ständerwerk auf der Rohdecke, Installation, Dämmung und Beplankung im Aufbau nach Abschnitt 03.

  6. Woche 3 bis 4: Boden

    Fehlstellen schließen und Höhen ausgleichen, hier mit Trockenestrich oder Schnellestrich. Mit Zementestrich verlängert sich der Plan um dessen Trocknungszeit.

  7. Woche 4 bis 5: Oberflächen

    Spachteln in der Qualität aus dem Raumbuch, Anstrich, danach der Bodenbelag.

  8. Woche 6: Türen, Einbauten, Abnahme

    Türen und Einbauten setzen, gemeinsame Abnahme mit Mängelliste. Übergeben werden Statik, Fotos der verdeckten Leitungen und die Protokolle aus Abschnitt 05.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01Schallschutznachweis bei neuen WändenDIN 4109, über unseren FachplanerMit der Planung
02CM-MessungDIN 18560Vor dem Belegen
03Prüfprotokoll ElektroDIN VDE 0100-600Vor der Abnahme
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zum Innenausbau.

  1. Kann ich während des Umbaus in der Wohnung bleiben?

    Beim Versetzen einer einzelnen Wand oft ja, mit Staubschutzwand und der Einschränkung, dass der betroffene Bereich ein bis zwei Wochen nicht nutzbar ist. Bei einer Grundrissänderung mit Technikanpassung wird es schwierig, weil Strom und Wasser zeitweise abgestellt sind. Bei Käufern vor dem Einzug ist der leere Zustand die schnellste und störungsärmste Variante.

  2. Gehört der Dachgeschossausbau zum Innenausbau?

    Nur zum Teil. Der Ausbau zu Wohnraum ist eine Nutzungsänderung und meist genehmigungspflichtig, mit Anforderungen an die Dämmung nach GEG, an den Brandschutz und an einen zweiten Rettungsweg. Häufig muss die Decke verstärkt werden, weil für Wohnräume eine höhere Verkehrslast anzusetzen ist als für einen Speicher. Er steht deshalb als eigene Leistung unter Dach und Dachgeschossausbau.

  3. Was passiert, wenn beim Rückbau etwas Unerwartetes auftaucht?

    Dann greift die Bedarfsposition aus dem Angebot. Sie steht dort mit Einheitspreis, abgerechnet wird die tatsächliche Menge nach Aufmaß. Typisch sind Leitungen ohne Plan, ein geschädigter Balkenkopf oder ein Estrich, der beim Öffnen zerfällt.

  4. Was ist beim Ausbau einer Gewerbefläche anders?

    Der Ausbau folgt dem Flächenplan des Nutzers und braucht die Zustimmung des Vermieters, oft auch eine Nutzungsänderung. Brandschutz, Fluchtwege und die Arbeitsstättenregeln bestimmen Wandaufbau, Türen und Beleuchtung. Ist am Ende der Mietzeit ein Rückbau vereinbart, wird er bei der Planung der Einbauten berücksichtigt. Läuft der Betrieb weiter, wird abschnittsweise gebaut.

  5. Wer steht auf der Baustelle?

    Ihr Vertragspartner ist die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH. Rohbau, Elektro, Sanitär, Trockenbau, Estrich, Maler und Tischler laufen über einen Terminplan. Zulassungspflichtige Gewerke führen eingetragene Fachbetriebe unter unserer Bauleitung aus, jeder mit vier Nachweisen vor der Vergabe. Bauleitung zwei- bis dreimal pro Woche vor Ort, bei Abdichtung, Estrich und Durchführungen täglich.

Verwandte Leistungen: Wanddurchbruch und GrundrissDach und DachgeschossausbauKomplett- und Kernsanierung

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.