Schadstoffe prüfen, tragende Teile sichern, sortenrein entsorgen

Entkernung und Rückbau Berlin

Rückbau ist nicht Abriss. Der Unterschied liegt in drei Dingen: was vorher auf Schadstoffe geprüft wurde, was stehen bleiben muss, und ob der Bauschutt getrennt oder gemischt in den Container geht.

Schadstoffprüfung vor dem ersten Schlag, nicht danach Tragende Bauteile werden vor dem Rückbau festgelegt und gesichert Sortenreine Trennung mit Entsorgungsnachweis je Fraktion

Kurz beantwortet

Entkernung kostet in Berlin 90 bis 220 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, bei einzelnen Räumen 45 bis 110 Euro je Quadratmeter. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung liegt damit bei 7.200 bis 17.600 Euro einschließlich Container und Entsorgung. Werden Schadstoffe gefunden, kommen für die Sanierung nach TRGS 519 zusätzlich 85 bis 260 Euro je Quadratmeter belasteter Fläche dazu. Die Dauer beträgt bei einer Wohnung eine bis drei Wochen. Der größte Kostenfaktor ist nicht die Arbeit, sondern die Entsorgung, und die wird teurer, je gemischter der Abfall ist.

Der Rückbau ist der Bauabschnitt mit dem größten Risiko und dem geringsten Prestige. Er entscheidet über zwei Dinge, die später niemand mehr korrigieren kann: ob Schadstoffe kontrolliert oder unkontrolliert freigesetzt wurden, und ob das Gebäude nach dem Rückbau noch statisch in Ordnung ist.

In Berliner Bestand vor 1995 ist mit asbesthaltigen Materialien zu rechnen, und zwar nicht nur in Wellplatten, sondern in Fliesenkleber, Vinyl-Asbest-Platten, Spachtelmassen, Fensterkitt und Bitumenkleber. Wer solche Materialien abstemmt oder abschleift, setzt Fasern frei, die sich in der ganzen Wohnung verteilen. Danach ist nicht mehr der Rückbau das Problem, sondern die Reinigung der Wohnung.

Wir prüfen deshalb vor dem Rückbau per Materialprobe im Labor, statt uns auf Erfahrungswerte zu verlassen. Eine Probe kostet 60 bis 140 Euro und dauert wenige Tage. Gemessen an dem, was ein unkontrollierter Fund kostet, ist das die günstigste Position im ganzen Projekt.

Was wir beim Rückbau machen

Der Umfang reicht vom Ausbau eines Bades bis zur vollständigen Entkernung eines Gebäudes bis auf tragende Struktur. In beiden Fällen steht am Anfang die Bestandsaufnahme mit Schadstoffprüfung und der Festlegung, welche Bauteile bleiben.

Nicht dazu gehört der Abbruch ganzer Gebäude mit schwerem Gerät. Wir arbeiten im Bestand, meist in bewohnten Häusern, oft im Innenstadtbereich mit engen Zufahrten und begrenzten Stellflächen für Container.

  • Bestandsaufnahme mit Prüfung tragender Bauteile und Leitungsortung
  • Materialproben auf Asbest und künstliche Mineralfasern im Labor
  • Trennung und Sicherung von Strom, Wasser, Gas und Heizung vor Beginn
  • Staubschutzwände und Abschottung bei bewohnten Nachbarbereichen
  • Ausbau von Belägen, Estrich, Sanitärobjekten, Vorwänden und Einbauten
  • Rückbau nichttragender Wände, tragende nur nach statischer Freigabe
  • Schadstoffsanierung nach TRGS 519 durch zugelassene Fachbetriebe
  • Sortenreine Trennung nach Fraktionen: Bauschutt, Holz, Metall, Gips, Restmüll
  • Container stellen, Genehmigung für Stellplatz auf öffentlichem Grund
  • Entsorgung mit Nachweis je Fraktion
  • Besenreine Übergabe für die nachfolgenden Gewerke

Materialien mit Schadstoffverdacht im Berliner Bestand

Diese fünf Fundstellen sind in Gebäuden vor 1995 die häufigsten. Keine davon ist mit bloßem Auge sicher zu erkennen, alle erfordern eine Materialprobe.

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UntergrundWoran Sie ihn erkennenWie wir vorgehen
Fliesenkleber und FugenmasseGrauer, oft dünn aufgetragener Kleber unter Wand- und Bodenfliesen, verbaut etwa zwischen den fünfziger und frühen neunziger Jahren.Häufigster Asbestfund bei Badsanierungen. Abstemmen setzt Fasern frei. Nach Befund Ausbau nach TRGS 519 mit Abschottung und Unterdruckhaltung, danach Freimessung. Deshalb Probe vor jeder Badsanierung im Altbestand.
Vinyl-Asbest-Platten (Floor-Flex)Quadratische Bodenplatten meist 25 x 25 cm, oft in Küche, Flur und Bad, häufig unter späteren Belägen verborgen.Die Platten selbst sind fest gebunden und weniger kritisch als der darunterliegende schwarze Bitumenkleber, der ebenfalls Asbest enthalten kann. Ausbau nur zerstörungsfrei und nach Prüfung, keinesfalls schleifen oder fräsen.
Künstliche Mineralfasern, alte DämmungGelbe oder weiße Mineralwolle in Dachschrägen, Zwischendecken und Leitungsdämmung, verbaut vor 1996.Alte KMF gelten als krebsverdächtig, neuere mit RAL-Gütezeichen nicht. Die Unterscheidung erfolgt über den Kanzerogenitätsindex, im Zweifel per Probe. Ausbau mit Schutzausrüstung, staubdichter Verpackung und getrennter Entsorgung.
Spachtelmassen und PutzeUnauffällig, häufig bei Ausgleichsspachtelungen unter Bodenbelägen und in Sanierungsputzen der siebziger Jahre.Wird oft übersehen, weil niemand eine Spachtelmasse für gefährlich hält. Schleifen ist hier besonders kritisch. Probe bei jeder Flächenspachtelung unklarer Herkunft.
Fensterkitt und BrandschutzverkleidungenAlter, harter Kitt an Stahl- und Holzfenstern, Verkleidungen an Trägern, Lüftungskanälen und Heizungsräumen.Bei Brandschutzverkleidungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, weil Asbest genau wegen seiner Brandschutzeigenschaften verwendet wurde. Schwach gebundene Formen sind besonders kritisch und immer Fall für den zugelassenen Fachbetrieb.

Ablauf eines Rückbaus

  1. 1Bestandsaufnahme und Statikprüfung. Wir legen fest, welche Bauteile bleiben und welche zurückgebaut werden. Bei Eingriffen in tragende Bauteile kommt der Tragwerksplaner dazu, bevor irgendetwas entfernt wird.
  2. 2Materialproben und Laborbefund. Bei Bestand vor 1995 nehmen wir Proben aus allen verdächtigen Materialien. Ergebnis nach wenigen Tagen. Erst danach steht fest, ob der Rückbau konventionell oder nach TRGS 519 läuft, und das entscheidet über Preis und Dauer.
  3. 3Medien trennen und sichern. Strom, Wasser, Gas und Heizung werden abgeklemmt und gesichert, Leitungen geortet und markiert. Ein beim Rückbau getroffenes Heizungsrohr im Winter macht aus einem Bauabschnitt einen Wasserschaden.
  4. 4Abschottung und Staubschutz. Bei bewohnten Nachbarbereichen Staubschutzwände mit Schleuse, Abdeckung von Treppenhaus und Zugängen. Bei Schadstoffsanierung zusätzlich Unterdruckhaltung mit Filteranlage.
  5. 5Rückbau in Reihenfolge. Von oben nach unten und von innen nach außen: Einbauten, Beläge, Sanitär, Estrich, Wände. Tragende Bauteile nur nach Freigabe und mit vorheriger Abfangung.
  6. 6Sortenreine Trennung. Bauschutt, Holz, Metall, Gips und Restmüll werden getrennt gesammelt. Gemischter Abfall kostet ein Vielfaches, und Gips gehört nicht in Bauschutt, weil er die gesamte Charge unverwertbar macht.
  7. 7Entsorgung mit Nachweis. Abfuhr über zugelassene Entsorger, Entsorgungsnachweis je Fraktion. Bei Schadstoffen zusätzlich Entsorgungsnachweis für gefährliche Abfälle und Freimessung der Räume.
  8. 8Übergabe an die nächsten Gewerke. Besenrein, mit Fotodokumentation des Zustands und Aufmaß dessen, was tatsächlich vorgefunden wurde. Erst jetzt lassen sich die Bedarfspositionen der Sanierung endgültig entscheiden.

Aufmaß vereinbaren und Festpreis bekommen, statt am Telefon geschätzt zu werden.

Was Entkernung und Rückbau kosten

Nettopreise für Berlin, Stand 2026, jeweils inklusive Container und Entsorgung, sofern nicht anders angegeben.

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PositionEinheitÜbliche SpanneMuss enthalten sein
Vollständige Entkernung Wohnungje m² Wohnfläche90 bis 220 €Alle Beläge, Estrich, Sanitär, Vorwände, nichttragende Wände, Leitungen. Container, Trennung, Entsorgungsnachweis.
Teilrückbau einzelner Räumeje m²45 bis 110 €Beläge, Objekte, Einbauten. Ohne Estrich und ohne Wandrückbau.
Bad ausbauenje Bad900 bis 2.400 €Fliesen, Estrich, Objekte, Vorwand, Entsorgung. Ohne Schadstoffbelastung.
Estrich abbrechen und entsorgenje m²28 bis 62 €Aufnehmen, Abtransport, Entsorgung. Bei Verbundestrich am oberen Ende.
Nichttragende Wand zurückbauenje m²35 bis 85 €Rückbau, Entsorgung, Schließen der Anschlussstellen an Boden und Decke.
Materialprobe im Laborje Probe60 bis 140 €Probenahme und Analyse auf Asbest oder KMF. Ergebnis in wenigen Tagen.
Asbestsanierung nach TRGS 519je m² belastete Fläche85 bis 260 €Abschottung, Unterdruckhaltung mit Filter, Ausbau durch zugelassenen Betrieb, Entsorgung als gefährlicher Abfall, Freimessung.
KMF-Ausbau, alte Mineralwolleje m³150 bis 380 €Ausbau mit Schutzausrüstung, staubdichte Verpackung, getrennte Entsorgung.
Container mit Stellplatz auf öffentlichem Grundje Container380 bis 850 €Stellung, Abfuhr, Entsorgung, Sondernutzungserlaubnis. Preis je nach Fraktion und Größe.
Staubschutzwand mit Schleuseje Stück220 bis 650 €Aufbau, Folienschleuse, Rückbau nach Abschluss. Bei bewohnten Nachbarbereichen unverzichtbar.

Nettopreise für Berlin, Stand 2026. Entsorgungskosten schwanken mit den Annahmepreisen der Verwertungsanlagen und sind der Posten mit der größten Bewegung. Gemischter Bauabfall kostet ein Mehrfaches sortenrein getrennter Fraktionen; Gips in einer Bauschuttcharge macht diese unverwertbar. Bei Schadstofffund verlängert sich die Bauzeit um ein bis drei Wochen.

Was beim Rückbau schiefgeht

Ohne Schadstoffprüfung abstemmen

Der folgenschwerste Fehler. Asbestfasern verteilen sich über die gesamte Wohnung und setzen sich in Ritzen, Textilien und Lüftungsöffnungen fest. Die anschließende Sanierung kostet ein Vielfaches der Probe, die vorher 60 bis 140 Euro gekostet hätte.

Tragendes Bauteil ohne Freigabe entfernt

Risse in den darüberliegenden Geschossen, im Extremfall ein Gefährdungstatbestand mit Räumung. Die nachträgliche Ertüchtigung ist immer teurer als der geplante Durchbruch.

Leitungen nicht geortet

Getroffene Wasser-, Gas- oder Stromleitungen. Im Winter wird aus einem getroffenen Heizungsrohr innerhalb einer Stunde ein Schaden über mehrere Geschosse.

Alles in einen Container

Gemischter Bauabfall kostet ein Vielfaches. Gips in einer Bauschuttcharge macht die ganze Charge unverwertbar. Die Trennung auf der Baustelle ist Arbeit, die sich in der Entsorgungsrechnung direkt bezahlt macht.

Kein Staubschutz zum bewohnten Bereich

Feiner Bauschutzstaub verteilt sich über das Treppenhaus im ganzen Haus. Bei Mehrfamilienhäusern führt das regelmäßig zu Beschwerden und im Zweifel zu Reinigungskosten für fremde Wohnungen.

Kein Aufmaß des vorgefundenen Zustands

Nach dem Rückbau ist sichtbar, was vorher nur vermutet wurde. Wird dieser Zustand nicht dokumentiert und aufgemessen, fehlt die Grundlage, um Bedarfspositionen sauber abzurechnen.

Wo wir zurückbauen

Wohnung vor der Kernsanierung

Der häufigste Fall. Entkernung bis auf Rohbau als erster Schritt der Sanierung.

Bad und Küche

Teilrückbau mit Staubschutz, wenn der Rest der Wohnung bewohnt bleibt.

Gewerbefläche vor dem Mieterausbau

Rückbau des vorherigen Ausbaus, oft mit Rückbauverpflichtung aus dem Mietvertrag.

Dachgeschoss vor dem Ausbau

Entrümpelung, Rückbau alter Einbauten, Freilegen der Konstruktion für die statische Prüfung.

Ladenlokal

Rückbau von Einbauten, Theken, Abhangdecken und Technik, meist unter Zeitdruck zwischen zwei Mietverhältnissen.

Keller und Nebenräume

Häufig mit Schadstoffverdacht bei alten Leitungsdämmungen und Brandschutzverkleidungen.

Für wen wir zurückbauen

Bauherren vor der Sanierung

Rückbau als erster Bauabschnitt, meist im Rahmen einer Komplettsanierung durch uns.

Käufer eines Bestandsobjekts

Rückbau, um den tatsächlichen Zustand sichtbar zu machen, bevor die Sanierung kalkuliert wird.

Vermieter

Rückbau nach Mietende, oft mit Entrümpelung und Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands.

Gewerbliche Mieter

Erfüllung der Rückbauverpflichtung aus dem Mietvertrag bei Auszug.

Hausverwaltung und WEG

Rückbau in Gemeinschaftsflächen, Kellern und Treppenhäusern, oft nach Brandschutzauflage.

Erbengemeinschaften

Entrümpelung und Rückbau, um ein Objekt bewertbar oder verkaufsfähig zu machen.

Sagen Sie uns, was ansteht. Wir schauen es uns an und rechnen es durch.

Warum Rückbau mit uns

Probe vor dem ersten SchlagBei Bestand vor 1995 nehmen wir Materialproben, bevor gestemmt wird. Das ist die günstigste Position im Projekt und verhindert den teuersten Fehler.
Tragende Bauteile werden freigegeben, nicht geschätztWas tragend ist, entscheidet der Tragwerksplaner, nicht die Kolonne auf der Baustelle.
Sortenrein statt gemischtGetrennte Fraktionen mit eigenem Entsorgungsnachweis. Das ist mehr Arbeit vor Ort und weniger Geld in der Entsorgungsrechnung.
Staubschutz zum bewohnten BereichAbschottung mit Schleuse, Schutz von Treppenhaus und Zugängen. Im Mehrfamilienhaus ist das der Unterschied zwischen einer ruhigen und einer konfliktreichen Bauzeit.
Aufmaß nach dem RückbauWir dokumentieren und messen, was tatsächlich vorgefunden wurde. Das ist die Grundlage, auf der Bedarfspositionen fair abgerechnet werden.
Nahtloser Übergang in die SanierungWenn wir auch sanieren, geht der Rückbau ohne Schnittstelle in den nächsten Bauabschnitt über. Ein Wechsel des Auftragnehmers genau an dieser Stelle ist die häufigste Bruchstelle im Bauablauf.

Häufige Fragen zu Entkernung und Rückbau

In Berlin 90 bis 220 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für eine vollständige Entkernung, einschließlich Container und Entsorgung. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung liegt damit bei 7.200 bis 17.600 Euro. Ein Teilrückbau einzelner Räume kostet 45 bis 110 Euro je Quadratmeter. Der größte Kostenblock ist nicht die Arbeitszeit, sondern die Entsorgung, und die hängt direkt davon ab, wie sauber die Fraktionen getrennt werden.

Passende Leistungen und Ratgeber

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Einsatzgebiet: Berlin und Brandenburg. Aufmaß in der Regel innerhalb weniger Werktage.

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