Gebäudehülle · Phase 02

Energetische Sanierung in Berlin und Brandenburg

Energetische Sanierung heißt, Dämmung, Fenster, Heizung und Lüftung eines Gebäudes so zu erneuern, dass sie zusammenpassen. Einzeln geplant verlagern die Maßnahmen Probleme, statt sie zu lösen: Dichte Fenster in einer ungedämmten Wand begünstigen Schimmel, eine Wärmepumpe im ungedämmten Haus läuft unwirtschaftlich.

Zeichnung: Energetische SanierungSchnitt zu Energetische Sanierung. Rot hervorgehoben: Außenkante mit U-Wert. Detail 10 des Plansatzes.U max. 0,24W/(m²K)BestandDämmunginnenaußenDetail 10Energetische SanierungSchnitt
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang bestimmt.

Was eine energetische Sanierung kostet, entscheidet weniger die einzelne Maßnahme als die Reihenfolge: erst die Hülle, dann die Technik. Wird die Heizung zuerst getauscht, ist sie für ein Gebäude ausgelegt, das es nach der Dämmung nicht mehr gibt. Den größten Einzelaufwand verursacht die Außendämmung der Fassade, den geringsten die Dämmung von oberster Geschossdecke und Kellerdecke, die in wenigen Tagen erledigt ist. Wie stark gedämmt wird, gibt das GEG vor: Werden mehr als zehn Prozent der Außenwände, Fenster oder Dachflächen erneuert, gilt der Höchstwert nach GEG, für die Außenwand 0,24 W/(m²K). Mit Außendämmung liegt die Bauzeit an einem Mehrfamilienhaus bei sechs bis zwölf Wochen, ohne sie deutlich darunter.

Am häufigsten beauftragen uns Eigentümer und Bestandshalter.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Bestandsaufnahme von Hülle und Anlagentechnik gemeinsam mit dem Energieberater

  2. Dämmung der obersten Geschossdecke, begehbar mit Verlegeplatten oder nicht begehbar

  3. Kellerdeckendämmung mit Anarbeiten an Leitungen und Trägern

  4. Fenstertausch mit Einbau in der Dämmebene

  5. Rollladenkästen dämmen und luftdicht schließen

  6. Wärmedämmverbundsystem mit Leibungen, Sockel und neuen Fensterbänken

  7. Innendämmung aus Kalziumsilikat oder Holzfaser mit Anschlüssen an Decken und Innenwände

  8. Dachdämmung zwischen und unter den Sparren mit luftdichter Ebene

  9. Raumweise Heizlastberechnung und Anpassung einzelner Heizflächen

  10. Hydraulischer Abgleich mit Protokoll

  11. Heizungserneuerung oder Wärmepumpe nach der Dämmung der Hülle

  12. Lüftung mit Wärmerückgewinnung, zentral oder dezentral

  13. Gerüst als eigene Position, einmal gestellt für Fenster, Fassade und Dach

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Außendämmung als WDVSBei ungeschützter Fassade, höchste WirkungGEG Anlage 7, DIN 55699
02Innendämmung kapillaraktiv mit FeuchtenachweisBei geschützter Fassade oder StuckDIN 4108-3
03Dämmung der obersten Geschossdecke oder des DachsImmer, geringster Aufwand je gespartem KilowattGEG § 47
04Fenstertausch mit luftdichtem AnschlussBei Einfachverglasung oder undichten RahmenDIN 4108-7, RAL-Montage
05Förderantrag mit Energieeffizienz-ExpertenVor der Beauftragung, mit individuellem SanierungsfahrplanBEG, GEG
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, an denen eine Maßnahme die nächste stört.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Fenstertausch ohne LüftungskonzeptNach dem Tausch beschlagen die Scheiben, in der Außenwandecke oder hinter dem Schrank wächst Schimmel.Mit den alten Fenstern fällt der Luftwechsel über die Fugen weg, die Feuchte aus dem Alltag kondensiert an der kältesten Stelle. Wir prüfen vor der Bestellung nach DIN 1946-6, ob der Luftwechsel zum Feuchteschutz ohne Zutun der Bewohner gesichert ist. Reicht er nicht, legen wir Fensterfalzlüfter, dezentrale Geräte oder eine Anlage fest.
02Innendämmung an HolzbalkendeckenDie Außenwand soll innen gedämmt werden, und die Balken der Holzbalkendecke liegen in ihr auf.Die Innendämmung macht die Wand kälter, auch am Balkenkopf. Der Feuchtenachweis rechnet das Auflager mit. Gedämmt wird kapillaraktiv in geringer Stärke, und die Anschlüsse an Decken und Innenwände werden so gelöst, dass dort keine Wärmebrücken entstehen. Hohe Dämmstärken mit Dampfsperre sind im Altbau riskant, weil ein einziger Fehler in der Sperrschicht reicht.
03Wärmepumpe im BestandGas- oder Ölkessel, Heizkörper, die heute mit hoher Vorlauftemperatur laufen.Wirtschaftlich arbeitet die Wärmepumpe, wenn die Vorlauftemperatur auf etwa 55 Grad sinken kann. Dafür braucht es die raumweise Heizlast, den hydraulischen Abgleich und oft größere Heizkörper in zwei oder drei Räumen. Ohne diese Vorarbeit läuft die Anlage, aber mit schlechter Jahresarbeitszahl und hoher Stromrechnung.
04Anschlüsse und WärmebrückenBalkonplatten, Rollladenkästen, Leibungen und Attiken, innen als kalte Ecke oder Schimmelstreifen.Eine gut gedämmte Fläche mit ungelösten Anschlüssen verlagert das Kondensat genau dorthin. Wir planen jeden Anschluss, bevor gedämmt wird. Was sich im Bestand nicht lösen lässt, etwa eine durchlaufende Balkonplatte, steht als bekannte Wärmebrücke im Plan.
05KellerdeckeUnbeheizter Keller unter beheizten Räumen, kalte Fußböden im Erdgeschoss.Leitungen, Träger und die verbleibende Raumhöhe im Keller begrenzen die Dämmstärke. Im Kellerflur gelten Brandschutzanforderungen an den Dämmstoff, die wir vor der Auswahl klären.
06Antrag und AusführungWährend der Bauzeit ändern sich Dämmstärke, Fenster oder Heizung gegenüber dem Antrag.Weicht die Ausführung vom Antrag ab, wird die Auszahlung verweigert. Jede Änderung stimmen wir vor der Ausführung mit dem Energieberater ab, und die Fachunternehmererklärung beschreibt, was tatsächlich eingebaut wurde.
04 · Ablauf und Bauzeit

Hülle und Technik in zwölf Wochen, der Antrag läuft vorher.

  1. Energieberater und Bestandsaufnahme

    Ein Energieeffizienz-Experte nimmt das Gebäude mit uns auf und berechnet die Maßnahmen. Auf Wunsch entsteht der Sanierungsfahrplan nach Abschnitt 05.

  2. Maßnahmenpaket, Antrag, Vertrag

    Das Paket steht mit Aufwand und Wirkung je Maßnahme fest, bevor der Antrag gestellt wird. Den Vertrag unterschreiben Sie erst danach oder mit aufschiebender Bedingung, sonst entfällt die Förderung vollständig.

  3. Woche 1: Oberste Geschossdecke und Kellerdecke

    Die beiden Decken laufen zuerst und ohne Eingriff in die Wohnungen.

  4. Woche 1 bis 3: Fenster und Rollladenkästen

    Getauscht wird vor der Fassadendämmung, mit dem Lüftungskonzept aus Abschnitt 03.

  5. Woche 3 bis 10: Fassade und Dach

    Außendämmung und Dachdämmung, die Anschlüsse nach Abschnitt 03 werden vor dem Oberputz abgenommen.

  6. Woche 9 bis 11: Heizung und Lüftung

    Die Heizlast wird für die gedämmte Hülle neu berechnet, danach folgen Abgleich, Heizflächen, Wärmeerzeuger und Lüftung.

  7. Woche 12: Messung, Abnahme, Nachweise

    Messungen nach Abschnitt 05 und Abnahme mit Protokoll. Danach geht mit dem Energieberater der Verwendungsnachweis an die Förderstelle, erst dann wird der Zuschuss ausgezahlt.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01GEG-NachweisGEG Anlage 7, über unseren FachplanerVor der Ausführung
02Individueller Sanierungsfahrplan und FörderantragBEG, Energieeffizienz-ExperteVor der Beauftragung
03Fachunternehmererklärung und Bestätigung nach DurchführungBEGNach der Ausführung
04LuftdichtheitsmessungDIN EN ISO 9972Wenn gefördert oder gefordert
05EnergieausweisGEGNach der Sanierung
06 · Häufige Fragen

Fragen zur energetischen Sanierung.

  1. Wie hoch ist die Förderung?

    Das lässt sich erst zum Zeitpunkt des Antrags sicher sagen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude unterscheidet Einzelmaßnahmen an Hülle und Anlagentechnik, die Heizungsförderung und Effizienzhaus-Stufen bei umfassender Sanierung. Sätze und Höchstbeträge ändern sich mehrmals im Jahr. Deshalb nennen wir keine Zahlen, der Energieberater klärt die geltenden Konditionen vor der Beauftragung.

  2. Muss ich mein Haus nach dem Kauf sanieren?

    Das GEG kennt Nachrüstpflichten: die Dämmung einer ungedämmten obersten Geschossdecke, die Dämmung zugänglicher Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen und den Austausch von Konstanttemperaturkesseln nach 30 Jahren Betrieb. In Ein- und Zweifamilienhäusern, die der bisherige Eigentümer selbst bewohnt hat, greifen sie erst mit dem Eigentümerwechsel, der neue Eigentümer hat dann zwei Jahre Zeit. Welche Pflicht für Ihr Gebäude gilt, hängt von Baujahr, Zustand und Ausnahmen ab, das prüfen wir mit dem Energieberater, bevor Sie Geld ausgeben.

  3. Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan?

    Ein Plan des Energieberaters, der das Gebäude aufnimmt und die Maßnahmen in eine Reihenfolge über mehrere Jahre bringt. Er lohnt sich, wenn nicht alles auf einmal saniert wird. Maßnahmen, die aus einem Fahrplan stammen, werden höher gefördert.

  4. Was geht bei einer Stuckfassade oder im Denkmal?

    Außen gedämmt wird dort in der Regel nicht, die Denkmalbehörde stimmt dem kaum zu. Der Weg führt über die meist schmucklose Hoffassade, die oberste Geschossdecke, die Kellerdecke und eine Innendämmung nach Abschnitt 03. Für Baudenkmale lässt das GEG Abweichungen zu, wenn die Anforderungen die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen.

  5. Wer steht auf der Baustelle?

    Ihr Vertragspartner ist die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH. Dämm-, Fenster- und Dacharbeiten führen eingetragene Fachbetriebe unter unserer Bauleitung aus, jede Schnittstelle wird abgenommen, bevor das nächste Gewerk beginnt. Bauleitung zwei- bis dreimal pro Woche vor Ort, bei Abdichtung, Estrich und Durchführungen täglich.

Verwandte Leistungen: FassadensanierungFenster und HaustürenWärmepumpe und Heizungstausch

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.