Kurz beantwortet
Was eine Elektrosanierung kostet, entscheidet der Zustand der vorhandenen Anlage und die Zahl der neuen Stromkreise, nicht die Quadratmeterzahl. Findet sich eine klassische Nullung ohne Schutzleiter, lässt sich die Anlage nicht in Teilen erneuern: Jede neue Steckdose mit Schutzkontakt braucht einen Schutzleiter, den es im alten Netz nicht gibt. Dazu kommen der Zählerschrank, der nach den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers Platz und Aufbau vorgeben muss, der Fehlerstromschutz und die Zahl der Stromkreise nach heutiger Mindestausstattung. Den verbindlichen Preis nennen wir nach Bestandsaufnahme und Messung.
Die Elektroinstallation ist das Gewerk, bei dem der Zustand am schlechtesten zu sehen und am teuersten zu übersehen ist. Von außen sieht eine Wohnung aus den Fünfzigern aus wie jede andere, und in der Wand liegt eine Anlage mit zwei bis vier Stromkreisen für die ganze Wohnung, ohne Schutzleiter, ohne Fehlerstromschutzschalter und mit stoffummantelten Leitungen, deren Isolierung spröde geworden ist.
Der entscheidende Befund heißt klassische Nullung. Dabei übernimmt der Neutralleiter zugleich die Schutzfunktion; einen eigenen Schutzleiter gibt es nicht. Diese Installationsart ist für Neuanlagen seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig. Wichtig für die Kostenfrage ist die Folge daraus: Sobald eine Steckdose mit Schutzkontakt gesetzt oder ein Stromkreis erneuert wird, braucht dieser Teil einen Schutzleiter, und den liefert das alte Netz nicht. Deshalb endet jede Teilerneuerung in einem Mischzustand, der entweder nicht zulässig oder im Fehlerfall gefährlich ist. Wer Elektro im Altbau anfasst, fasst sie in aller Regel ganz an.
Der zweite Punkt ist der Zählerschrank. Er muss den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers entsprechen, und zwar in Aufbau, Platzangebot und Zugänglichkeit. Alte Zählertafeln aus Holz oder Marmor erfüllen das nicht. Ohne passenden Zählerplatz wird die Anlage nicht angemeldet und kein neuer Zähler gesetzt. Ausführung und Anmeldung übernehmen eingetragene Elektrofachbetriebe unter unserer Bauleitung.
Was zu einer Elektrosanierung gehört
Der Umfang reicht von der Erneuerung einzelner Stromkreise in einer sonst intakten Anlage bis zur vollständigen Neuinstallation einer Wohnung oder eines ganzen Hauses einschließlich Steigleitungen, Zählerplatz und Hausanschlussraum.
Weil Elektroarbeiten im Bestand fast immer Stemmarbeiten und anschließend Putz-, Trockenbau- und Malerarbeiten nach sich ziehen, planen wir sie nicht isoliert, sondern im Terminplan der übrigen Gewerke.
- Bestandsaufnahme: Netzform prüfen, Schutzleiter feststellen, Leitungsmaterial und Querschnitte aufnehmen, Zählerplatz beurteilen
- Messung von Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Schutzleiterverbindung, Prüfprotokoll
- Planung der Stromkreise nach heutiger Mindestausstattung, abgestimmt auf die tatsächliche Nutzung
- Zählerschrank nach den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, Platz für moderne Messeinrichtung
- Fehlerstromschutzschalter für Steckdosenstromkreise, Leitungsschutzschalter, Überspannungsschutz
- Haupt- und zusätzlicher Potentialausgleich, Anschluss von Wasser, Gas, Heizung und Antenne
- Schlitze in den zulässigen Installationszonen, Leerrohre statt direkt eingeputzter Leitungen
- Steckdosen, Schalter, Netzwerkdosen, Beleuchtungsauslässe und Anschlüsse für Großgeräte
- Klingel- und Sprechanlage, Rauchwarnmelder nach Landesrecht
- Vorbereitung für Wallbox, Photovoltaik und Wärmepumpe, mindestens als Leerrohr und Reserveplatz
- Anmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebnahme, Erstprüfung und Übergabeprotokoll
- Dokumentation der Leitungswege mit Fotos vor dem Schließen der Schlitze
Befunde im Bestand und was sie bedeuten
Diese Befunde bestimmen, ob eine Anlage ergänzt werden kann oder vollständig erneuert werden muss. Die Unterscheidung trifft eine Messung, keine Sichtprüfung.
| Untergrund | Woran Sie ihn erkennen | Wie wir vorgehen |
|---|---|---|
| Klassische Nullung, kein Schutzleiter | Zweiadrige Leitungen, Steckdosen ohne Schutzkontakt oder mit gebrückter Schutzkontaktverbindung. Typisch für Bestand vor den Siebzigern. | Vollständige Erneuerung. Eine Teilerneuerung erzeugt einen Mischzustand aus altem und neuem Schutzkonzept, der entweder nicht zulässig oder im Fehlerfall gefährlich ist. Das ist der Befund, der über den Umfang entscheidet. |
| Stoffummantelte Leitungen | Textilumspinnung, oft brüchig, bei Berührung rieselnde Isolierung, manchmal noch mit Porzellanklemmen. | Ersetzen, nicht weiterverwenden. Die Isolierung hat ihre Eigenschaften verloren, und jede Bewegung in der Dose erzeugt neue Fehlstellen. Hier ist auch mit Überraschungen hinter der Wandoberfläche zu rechnen. |
| Aluminiumleitungen | Silbrige, vergleichsweise weiche Leiter, verbreitet im Bestand der DDR-Zeit und in Teilen der Siebziger. | Aluminium kriecht unter Klemmdruck, dadurch lockern sich Verbindungen und erwärmen sich. Erneuern ist der Regelfall. Wo einzelne Abschnitte bleiben, sind ausschließlich dafür zugelassene Klemmen zu verwenden, und die Verbindungen gehören auf die Prüfliste. |
| Zu wenige Stromkreise | Zwei bis vier Sicherungen für die ganze Wohnung, Mehrfachsteckdosen überall, ausgelöste Sicherungen beim Einschalten mehrerer Geräte. | Neu aufteilen nach heutiger Mindestausstattung: eigene Kreise für Küche, Großgeräte, Bad, Beleuchtung und Räume. Das ist kein Komfortthema, sondern Grundlage für Schutz und Selektivität. |
| Fehlender Fehlerstromschutz | Im Verteiler nur Leitungsschutzschalter oder Schraubsicherungen, kein Gerät mit Prüftaste. | Für Steckdosenstromkreise in Wohnungen ist der Fehlerstromschutzschalter seit Langem gefordert. Er schützt Personen, der Leitungsschutzschalter schützt nur die Leitung. Nachrüsten setzt einen funktionierenden Schutzleiter voraus, siehe oben. |
| Alter Zählerplatz | Holz- oder Marmortafel, offene Verdrahtung, Schraubsicherungen, kein Platz für Zusatzgeräte. | Ersetzen durch einen Schrank nach den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers, mit Platz für die moderne Messeinrichtung und Reserve. Ohne passenden Zählerplatz keine Anmeldung und kein neuer Zähler. |
| Fehlender Potentialausgleich | Keine Potentialausgleichsschiene im Hausanschlussraum, Metallrohre ohne Anbindung. | Hauptpotentialausgleich herstellen und alle leitfähigen Hauseinführungen anbinden. Wird regelmäßig übersehen, weil er im Keller sitzt und nicht in der Wohnung. |
| Steigleitungen und Hausanschluss | Zu geringe Querschnitte, gemeinsame Leitungen für mehrere Wohnungen, Hausanschlusskasten ohne Reserve. | Bei Modernisierung mehrerer Wohnungen, Wärmepumpen oder Wallboxen reicht die vorhandene Leistung oft nicht. Das ist eine Frage an den Netzbetreiber und gehört vor die Planung der Wohnungen. |
Ablauf einer Elektrosanierung
- 1Bestandsaufnahme und Messung. Netzform und Schutzleiter feststellen, Leitungsmaterial und Querschnitte aufnehmen, Zählerplatz beurteilen, Isolationswiderstand und Schleifenimpedanz messen. Ergebnis ist ein Befund mit Messwerten und eine klare Aussage, ob ergänzt oder erneuert wird.
- 2Planung der Stromkreise. Aufteilung nach Mindestausstattung und tatsächlicher Nutzung, Lage von Steckdosen, Schaltern und Auslässen am Objekt festlegen. Was hier vergessen wird, kostet später eine aufgestemmte Wand.
- 3Netzbetreiber und Anmeldung. Der eingetragene Elektrofachbetrieb meldet die Anlage beim Netzbetreiber an und klärt Zählerplatz, Leistungsbedarf und gegebenenfalls die Steigleitung. Dieser Schritt hat Vorlauf und gehört an den Anfang.
- 4Stemmen und Leitungen ziehen. Schlitze in den zulässigen Installationszonen herstellen, Dosen setzen, Leerrohre und Leitungen verlegen. Staubintensivste Phase der ganzen Sanierung, deshalb mit Staubschutz und abgestimmten Zeitfenstern.
- 5Zählerschrank und Verteiler. Neuen Zählerschrank setzen, Unterverteilung aufbauen, Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter bestücken, Überspannungsschutz, Potentialausgleich herstellen und anbinden.
- 6Dokumentation vor dem Schließen. Alle Leitungswege werden fotografiert und maßlich festgehalten, bevor die Schlitze geschlossen werden. Beim nächsten Bild an der Wand weiß man, wo gebohrt werden darf.
- 7Schließen und Oberflächen. Schlitze schließen, Putz- und Trockenbauanschlüsse, danach Maler. Diese Gewerke laufen über denselben Terminplan, sonst stehen sie sich gegenseitig im Weg.
- 8Erstprüfung und Übergabe. Messung und Erstprüfung nach den geltenden Regeln, Inbetriebnahme, Übergabeprotokoll und Stromlaufplan. Diese Unterlagen gehören zu den Hausunterlagen und werden bei Verkauf und Versicherung verlangt.
Aufmaß vereinbaren und Festpreis bekommen, statt am Telefon geschätzt zu werden.
Woran Sie ein vollständiges Elektroangebot erkennen
Bei Elektroarbeiten entsteht der häufigste Vergleichsfehler bei dem, was nach der Leitung kommt: Stemmen, Schließen, Zählerschrank, Anmeldung und Prüfung. Ein Preis je Steckdose ohne diese Positionen ist nicht vergleichbar.
| Position | Einheit | Muss im Angebot enthalten sein |
|---|---|---|
| Bestandsaufnahme und Messung | pauschal | Netzform und Schutzleiter prüfen, Isolations- und Schleifenimpedanzmessung, schriftlicher Befund mit Messwerten und Empfehlung. |
| Stemmarbeiten | je lfd. m Schlitz | Schlitze in zulässigen Installationszonen, Dosenbohrungen, Staubschutz, Abtransport des Bauschutts. |
| Leitung verlegen | je lfd. m | Leitung im passenden Querschnitt, Leerrohr, Befestigung, Einführung in Dosen und Verteiler. |
| Installationsstelle | je Stück | Dose, Leitung bis zum Verteiler, Schalter oder Steckdose einschließlich Abdeckung, Anschluss und Funktionsprüfung. |
| Unterverteilung | pauschal | Verteiler, Fehlerstromschutzschalter, Leitungsschutzschalter, Überspannungsschutz, Beschriftung, Stromlaufplan. |
| Zählerschrank | pauschal | Schrank nach den technischen Anschlussbedingungen, Montage, Verdrahtung, Platz für moderne Messeinrichtung und Reserve. |
| Potentialausgleich | pauschal | Potentialausgleichsschiene, Anbindung von Wasser, Gas, Heizung und Antenne, Nachweis. |
| Anmeldung beim Netzbetreiber | pauschal | Anmeldung durch den eingetragenen Elektrofachbetrieb, Abstimmung von Zählerplatz und Leistungsbedarf, Begleitung bis zur Zählersetzung. |
| Schlitze schließen und Oberflächen | je lfd. m | Verfüllen, Putz- oder Trockenbauanschluss, Vorbereitung für die Beschichtung. |
| Erstprüfung und Dokumentation | pauschal | Messung, Prüfprotokoll, Übergabeprotokoll, Stromlaufplan, Fotodokumentation der Leitungswege. |
| Vorbereitung Wallbox oder Photovoltaik | pauschal | Leerrohr, Reserveplatz im Verteiler, Querschnittsreserve. Deutlich günstiger jetzt als später. |
Fehlen Stemmen, Schließen, Zählerschrank, Anmeldung und Erstprüfung als eigene Positionen, ist ein Preis je Installationsstelle nicht vergleichbar. Verbindlich wird es nach Bestandsaufnahme und Messung. Wichtig zur Abgrenzung: Die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH ist Ihr Vertragspartner und schuldet das fertige Ergebnis. Ausführung, Anmeldung beim Netzbetreiber und Erstprüfung übernehmen eingetragene Elektrofachbetriebe unter unserer Bauleitung; die Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers liegt bei ihnen. In Wohnungseigentum gehören Steigleitungen und der Hausanschlussraum zum Gemeinschaftseigentum und sind damit beschlusspflichtig.
Was bei Elektrosanierungen schiefgeht
Teilerneuerung auf klassischer Nullung
Neue Steckdosen mit Schutzkontakt an ein Netz ohne Schutzleiter angeschlossen: Die Dose sieht modern aus und schützt nicht. Entsteht häufig, wenn nur ein Raum renoviert wird. Entweder ganz oder mit klar abgegrenztem, geprüftem Teilbereich.
Zählerplatz zu spät geprüft
Die Wohnung ist fertig verdrahtet, und der Netzbetreiber setzt keinen Zähler, weil der Schrank den Anschlussbedingungen nicht entspricht. Dieser Punkt gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Zu wenige Stromkreise geplant
Nach der Sanierung fliegt die Sicherung, wenn Backofen und Wasserkocher zusammenlaufen. Die Aufteilung wird aus Kostengründen gekürzt und ist danach nur mit neuen Schlitzen zu ändern.
Leitungswege nicht dokumentiert
Nach dem Verputzen weiß niemand mehr, wo die Leitung läuft. Das erste Bild an der Wand wird zum Glücksspiel. Fotos vor dem Schließen kosten nichts und lösen das dauerhaft.
Schlitze außerhalb der Installationszonen
Diagonal verlegte Leitungen sind in Wohnräumen nicht zulässig und machen jede spätere Bohrung gefährlich. Außerdem schwächen falsch gesetzte Schlitze tragendes Mauerwerk.
Potentialausgleich vergessen
Er sitzt im Keller und nicht in der Wohnung, deshalb fällt er bei Wohnungssanierungen regelmäßig unter den Tisch. Ohne ihn fehlt ein Teil des Schutzkonzepts des ganzen Hauses.
Keine Reserve für Wallbox und Wärmepumpe
Wird heute ohne Reserveplatz und ohne Leerrohr gebaut, kostet die Nachrüstung ein Vielfaches. Die Vorbereitung ist beim ohnehin offenen Verteiler ein kleiner Posten.
Ohne Erstprüfung übergeben
Ohne Messprotokoll gibt es keinen Nachweis, dass die Anlage sicher ist. Das fehlt spätestens beim Verkauf, im Schadensfall gegenüber der Versicherung und bei der Vermietung.
Wo wir Elektroanlagen erneuern
Berliner Altbauwohnung
Klassische Nullung, Stoffleitungen, zwei bis vier Stromkreise. Der Regelfall und der Grund, warum hier meist vollständig erneuert wird.
Nachkriegsbau bis 1970
Etwas mehr Stromkreise, oft trotzdem ohne Schutzleiter. Zählerplätze sind hier fast immer zu ersetzen.
Plattenbau und DDR-Bestand
Häufig Aluminiumleitungen und standardisierte Installationen. Gut planbar, mit eigenem Augenmerk auf Klemmstellen.
Einfamilienhaus im Umland
Oft gewachsene Anlagen mit mehreren Erweiterungen aus verschiedenen Jahrzehnten, dazu Außenanlagen, Garage und zunehmend Wallbox.
Mehrfamilienhaus mit Steigleitungen
Erneuerung im gesamten Objekt einschließlich Hausanschlussraum, meist abschnittsweise und unter laufender Nutzung.
Gewerbe, Büro und Praxis
Höhere Anforderungen an Netzwerk, Beleuchtung und Prüfpflichten, Ausführung außerhalb der Betriebszeiten.
Für wen wir Elektro erneuern
Eigentümer und Selbstnutzer
Meist im Zuge einer Sanierung, weil Stemmen und Oberflächen ohnehin anfallen. Getrennt ausgeführt kostet es spürbar mehr.
Vermieter
Eine geprüfte Anlage mit Protokoll ist die Grundlage für die Verkehrssicherungspflicht und wird im Schadensfall verlangt.
Hausverwaltung und WEG
Steigleitungen, Hausanschlussraum und Allgemeinstrom sind Gemeinschaftseigentum und beschlusspflichtig. Wir liefern die Unterlagen dafür.
Kapitalanleger und Ankäufer
Der Zustand der Elektroanlage ist einer der größten verdeckten Posten im Ankauf. Prüfung gehört in die technische Ankaufsprüfung.
Projektentwickler und Bauträger
Vollständige Neuinstallation im Bestand nach Leistungsverzeichnis, mit Prüfprotokollen für die Übergabe.
Gewerbebetriebe
Erneuerung unter laufendem Betrieb, mit abgestimmten Abschaltzeiten und Prüfpflichten.
Sagen Sie uns, was ansteht. Wir schauen es uns an und rechnen es durch.
Warum Ihre Elektroanlage bei uns richtig liegt
Häufige Fragen zur Elektrosanierung
Bei der klassischen Nullung übernimmt der Neutralleiter zusätzlich die Schutzfunktion, einen eigenen Schutzleiter gibt es nicht. Für Neuanlagen ist das seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig. Das praktische Problem: Löst sich die Verbindung des Neutralleiters, können metallene Gehäuse unter Spannung stehen, ohne dass eine Sicherung auslöst. Außerdem lässt sich kein Fehlerstromschutzschalter sinnvoll nachrüsten, weil er einen Schutzleiter voraussetzt. Deshalb ist dieser Befund der Punkt, an dem aus einer geplanten Teilmaßnahme meist eine vollständige Erneuerung wird.
Wenn eine klassische Nullung vorliegt, in aller Regel ja. Jeder neue Stromkreis braucht einen Schutzleiter, und der ist im alten Netz nicht vorhanden. Eine Mischinstallation aus geschütztem und ungeschütztem Teil ist schwer beherrschbar und im Fehlerfall gefährlich. Liegt dagegen bereits ein Schutzleiter, sind die Querschnitte ausreichend und ist der Zählerplatz in Ordnung, lassen sich einzelne Bereiche gezielt ergänzen, etwa die Küche oder ein neues Bad. Was in Ihrem Fall gilt, entscheidet die Messung und nicht das Baujahr allein.
Als Orientierung gibt es eine Mindestausstattung für Wohnungen, die nach Raumart und Fläche vorgibt, wie viele Anschlussstellen und Stromkreise vorzusehen sind. Praktisch heißt das: eigene Stromkreise für Küche und Großgeräte, für das Bad, für Beleuchtung und für die Zimmer, statt zwei Kreise für alles. Darüber hinaus planen wir nach tatsächlicher Nutzung: Arbeitsplatz, Fernsehwand, Küchenzeile und Außenbereiche sind die Stellen, an denen später regelmäßig Dosen fehlen. Nachrüsten heißt stemmen, deshalb lohnt sich hier Großzügigkeit.
Das hängt an der Zahl der Installationsstellen und Stromkreise, am Zustand des Zählerplatzes und vor allem daran, wie viel gestemmt und anschließend geschlossen werden muss. Der reine Materialpreis ist der kleinste Teil. Beim Angebotsvergleich achten Sie auf vier Positionen, die häufig fehlen: Stemmarbeiten, Schließen der Schlitze einschließlich Putz, Zählerschrank und Anmeldung beim Netzbetreiber sowie die Erstprüfung mit Protokoll. Ein Preis je Steckdose ohne diese Positionen sagt nichts aus. Verbindlich wird es nach Bestandsaufnahme und Messung.
Für eine durchschnittliche Wohnung dauert die Elektroerneuerung mit Stemmen, Verlegen, Verteiler und Anschluss etwa ein bis zwei Wochen, dazu kommen Schließen der Schlitze, Putz und Malerarbeiten. In der Stemmphase ist die Wohnung praktisch nicht bewohnbar: Es gibt massiven Staub, und der Strom ist abschnittsweise abgeschaltet. Bei einer kompletten Erneuerung ist Auszug der realistische Weg. Wird nur ein Bereich erneuert, lässt sich das mit Staubschutz und abgestimmten Abschaltzeiten organisieren.
Für Steckdosenstromkreise in Wohnungen ist der Fehlerstromschutzschalter seit Langem gefordert, und auch unabhängig von der Pflicht ist er die wirksamste Schutzmaßnahme für Personen. Der Unterschied zum Leitungsschutzschalter ist entscheidend: Die Sicherung schützt die Leitung vor Überlast, der Fehlerstromschutzschalter schützt den Menschen, der einen defekten Föhn anfasst. Voraussetzung für seine Wirksamkeit ist ein funktionierender Schutzleiter, weshalb das Nachrüsten in einer Anlage mit klassischer Nullung nicht einfach möglich ist.
Die Vorbereitung ja, die Installation nur, wenn sie konkret ansteht. Solange der Verteiler ohnehin offen ist und Leitungen verlegt werden, kosten ein Leerrohr zum Stellplatz, ein freier Platz im Verteiler und etwas Querschnittsreserve wenig. Dieselbe Maßnahme später bedeutet neue Schlitze, einen neuen Verteiler oder eine Aufputzlösung. Bei Wärmepumpe und Wallbox kommt die Frage der verfügbaren Anschlussleistung dazu; die klärt der Elektrofachbetrieb mit dem Netzbetreiber, und das gehört in die Planung und nicht in die Ausführung.
Eingetragene Elektrofachbetriebe unter unserer Bauleitung. Das Elektrotechnikerhandwerk ist zulassungspflichtig, und Arbeiten am Netzanschluss darf nur ausführen, wer zusätzlich im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen ist. Diese Eintragung liegt beim ausführenden Betrieb; die Eintragung der CLIENI.de Dienstleistungen GmbH im Installateurverzeichnis der Berliner Wasserbetriebe betrifft Wasser und gilt für Strom ausdrücklich nicht. Ihr Vertragspartner mit Gewährleistung für das fertige Ergebnis sind wir, die Anmeldung und die Erstprüfung übernimmt der Fachbetrieb.
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Einsatzgebiet: Berlin und Brandenburg. Aufmaß in der Regel innerhalb weniger Werktage.
