Ausbau · Phase 03

Estrich und Bodenbeläge in Berlin und Brandenburg

Ein Bodenschaden ist selten ein Verlegefehler. Meist ist es ein Estrich, der zu früh belegt wurde, weil der Termin wichtiger war als die Messung, oder ein Aufbau, der nicht zur Decke darunter passt. Deshalb planen wir den Boden von unten nach oben: Decke, Höhe, Dämmung, Estrich, und erst am Ende den Belag.

Zeichnung: Estrich und BodenbelägeSchnitt zu Estrich und Bodenbeläge. Rot hervorgehoben: Trennlage. Detail 17 des Plansatzes.BelagEstrichTrennlageTrittschalldämmungRohdeckeBelegreife per CM-MessungDetail 17Estrich und BodenbelägeSchnitt
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang eines Bodens bestimmt.

Was ein Boden kostet, entscheidet der Aufbau unter dem Belag, und der hängt an der Decke darunter. Rückbau, Ausgleich, Dämmung, Estrich und Spachtelung haben meist den größeren Anteil, der Belag den kleineren, bei Bedarf kommt die Fußbodenheizung hinzu. Die Bauzeit bestimmt nicht die Arbeit, sondern die Trocknung. Zementestrich ist frühestens nach vier Wochen belegreif, Schnellestrich und Trockenestrich nach wenigen Tagen. Die Belegreife wird mit dem CM-Gerät gemessen, nicht nach Kalender.

Am häufigsten beauftragen uns Projektentwickler und Bauträger, Bestandshalter und Eigentümer.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Bestandsaufnahme von Deckenkonstruktion, vorhandenem Aufbau, Ebenheit und Feuchte

  2. Höhenplan über alle Räume mit Türen, Übergängen, Schwellen und Heizkörperanschlüssen

  3. Schadstoffprobe an Belägen, Klebern und Spachtelmassen bei Bestand vor 1995, Ergebnis vor dem Rückbau

  4. Rückbau alter Beläge und Estriche, Entsorgung mit Nachweis

  5. Ausgleichsschüttung gebunden oder ungebunden, abgezogen und verdichtet

  6. Trittschall- und Wärmedämmung in berechneter Dicke, Trennlage

  7. Randdämmstreifen umlaufend an Wänden, Rohren und Zargen

  8. Fußbodenheizung mit Verteiler, Druckprobe vor dem Einbringen des Estrichs

  9. Estrich in der gewählten Bauart und Dicke, abgezogen, bei Bedarf geglättet

  10. Fugenplan mit Rand-, Bewegungs- und Feldbegrenzungsfugen

  11. Funktions- und Belegreifheizen nach Protokoll bei Fußbodenheizung

  12. Untergrund schleifen, grundieren und spachteln bis zur vereinbarten Ebenheit nach DIN 18202

  13. Belag verlegen: Parkett, Designboden, Linoleum, Teppich oder Fliesen

  14. Sockelleisten, Übergangs- und Abschlussprofile an Türen und Materialwechseln

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Zementestrich schwimmendStandard auf Massivdecken, Belegreife nach frühestens vier WochenDIN 18560-2
02CalciumsulfatestrichBei großen Flächen und FußbodenheizungDIN 18560-2
03SchnellestrichBei kurzer Bauzeit, Belegreife nach wenigen TagenHerstellerzulassung, DIN 18560
04Trockenestrich auf HolzbalkendeckeBei begrenzter Last und ohne FeuchteeintragHerstellerangabe, VOB/C ATV DIN 18340
05TrittschalldämmungImmer bei schwimmendem EstrichDIN 4109
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, an denen ein Boden hält oder nachgibt.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Holzbalkendecke im GründerzeitbauFedernder Boden, Dielung auf Balken, darunter Einschub mit Schüttung.Zuerst werden Lastreserve und Balkenköpfe geprüft, dann wird der Aufbau gewählt, nicht umgekehrt. Ein schwimmender Zementestrich bringt erhebliches Gewicht ein, ohne statische Prüfung zeigt sich die Durchbiegung erst, wenn alles fertig ist. Der Regelfall ist Trockenestrich auf gebundener Schüttung: leicht, niedrig, ohne Wasser in der Holzkonstruktion, die Masse für den Schallschutz kommt aus der Schüttung.
02RanddämmstreifenVor dem Belag als Streifen zwischen Estrich und Wand sichtbar, danach verdeckt.Berührt der Estrich die Wand, trägt er jeden Schritt als Körperschall ins Haus, und die beste Dämmung ist wirkungslos. Der Streifen wird deshalb erst nach dem Verlegen des Belags bündig abgeschnitten. Wer ihn vorher kürzt, erzeugt denselben Fehler wie ohne Streifen. Bei Fliesen bleibt die Randfuge offen und wird elastisch geschlossen, nicht mit Fugenmörtel.
03AufbauhöheWohnungstür, Balkonschwelle und Heizkörperanschlüsse geben die Höhe vor, im Altbau oft mit wenigen Zentimetern Spielraum.Reicht die Höhe nicht für Dämmung und Zementestrich, bleibt der Trockenestrich. Ohne Höhenplan schließt nach dem neuen Aufbau die Wohnungstür nicht mehr, die Schwelle zum Balkon ist weg oder der Heizkörperanschluss sitzt im Estrich. Im Bad braucht die bodengleiche Dusche zusätzlich Höhe für Gefälleestrich und Ablauf.
04Fußbodenheizung im BestandNachrüstung in der Sanierung, meist mit knapper Aufbauhöhe.Fehlt die Höhe, kommen Dünnschichtsysteme oder Systemplatten in Trockenbauweise zum Einsatz. Ein beheizter Estrich arbeitet stärker, deshalb ist der Fugenplan hier keine Formalie. Große Felder ohne Bewegungsfugen reißen, und der Riss setzt sich durch den Belag fort.
05CalciumsulfatestrichFließend eingebracht, sehr eben, große Felder, an der Oberfläche eine feste, glatte Schicht.Diese Sinterschicht wird vor dem Spachteln angeschliffen, sonst haftet die Spachtelmasse nur scheinbar und löst sich mitsamt dem Belag. Er trocknet schneller als Zementestrich und leitet Wärme gut, ist aber für dauerhaft feuchte Bereiche nicht geeignet. Vor dem Belegen wird er ebenso gemessen, mit einem eigenen, deutlich niedrigeren Grenzwert.
06Alter Belag mit SchadstoffverdachtFlexplatten, schwarzer Bitumenkleber, alte Spachtelmassen aus Bestand vor 1995.Ist die Probe aus Abschnitt 02 positiv, baut ein zugelassener Fachbetrieb nach TRGS 519 aus, mit Abschottung und Entsorgungsnachweis. Trocken abgeschliffen oder herausgerissen verteilen sich die Fasern in der ganzen Wohnung, danach ist die Sanierung ein Vielfaches der Probe.
04 · Ablauf und Bauzeit

Mit Zementestrich vom Rückbau bis zum Belag in sieben Wochen.

  1. Bestandsaufnahme und Höhenplan

    Aufnahme nach Abschnitt 02, bei Bestand vor 1995 mit Probe. Türen, Übergänge und Schwellen werden hier festgelegt, nicht später.

  2. Angebot mit Bedarfspositionen

    Leistungsverzeichnis mit Einheitspreisen. Schäden an der Decke, die erst nach dem Öffnen sichtbar werden, stehen als Bedarfsposition darin.

  3. Woche 1: Rückbau und Untergrund

    Alte Beläge und Estrich abtragen, die freigelegte Decke begutachten, Schüttung einbringen, Randdämmstreifen setzen.

  4. Woche 2: Dämmung und Heizung

    Dämmung, Trennlage und bei Fußbodenheizung die Rohre, geprüft nach Abschnitt 02.

  5. Woche 2: Estrich einbringen

    Einbau, Abziehen und Fugen nach Fugenplan in ein bis zwei Tagen, mit dem Einbauprotokoll aus Abschnitt 05.

  6. Woche 3 bis 6: Trocknung

    Lüften und Heizen nach Vorgabe, keine Belastung der Fläche. Mit Trockenestrich oder Schnellestrich entfällt diese Wartezeit fast ganz.

  7. Woche 6: Messen

    Messung an mehreren Stellen nach Abschnitt 05. Mit Fußbodenheizung geht das Aufheizen nach Protokoll voraus und verlängert den Plan.

  8. Woche 7: Spachteln und Belag

    Untergrund nach Abschnitt 03 vorbereiten, grundieren, spachteln, dann den Belag verlegen.

  9. Woche 7: Leisten und Abnahme

    Sockelleisten und Profile, gemeinsame Abnahme mit Protokoll. Übergeben werden Mess- und Aufheizprotokolle, Angaben zum Aufbau und Pflegehinweise für den Belag.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01Einbauprotokoll EstrichDIN 18560Am Einbautag
02CM-MessungDIN 18560, DIN 18365Vor dem Belegen
03TrittschallnachweisDIN 4109, über unseren FachplanerMit der Planung
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zu Estrich und Bodenbelägen.

  1. Welcher Belag passt zu einer Fußbodenheizung?

    Grundsätzlich jeder, solange sein Wärmedurchlasswiderstand niedrig genug ist. Fliesen und Naturstein leiten und speichern Wärme gut. Parkett funktioniert verklebt und nicht zu dick, Mehrschichtparkett arbeitet weniger als Massivholz. Dicke Teppiche und stark dämmende Unterlagen bremsen die Heizung so aus, dass der Raum nicht warm wird.

  2. Kann ich alten Dielenboden erhalten?

    Oft ja, und meistens lohnt es sich, weil Dielen aus langsam gewachsenem Holz heute kaum zu bekommen sind. Aufarbeiten heißt: lose Dielen befestigen, Fehlstellen ergänzen, Fugen nach Wunsch schließen, abschleifen, ölen oder versiegeln. Grenzen setzen zu dünn geschliffene Dielen, Schädlingsbefall und ein Trittschall, der verbessert werden muss, denn das verlangt einen Eingriff in den Deckenaufbau von oben oder unten.

  3. Wie bekomme ich Trittschall im Altbau in den Griff?

    Wirksam sind Masse in der Decke, eine federnde Dämmschicht unter dem Estrich und die Entkopplung von allen angrenzenden Bauteilen. Im Altbau erfüllt die vorhandene Decke die heutigen Anforderungen meist nicht, die Verbesserung muss geplant werden. Schallbrücken entstehen schon durch Mörtelreste in der Randfuge oder ein Rohr ohne Ummantelung, das Estrich und Rohdecke verbindet.

  4. Warum muss Parkett vor dem Verlegen im Raum liegen?

    Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie wieder ab. Direkt aus dem kalten Lager verlegt, schwindet oder quillt es nach dem Einzug, und es entstehen Fugen oder Pressungen. Einige Tage im Raumklima des Objekts lösen das, und genau so lange liegt es vor dem Verlegen im Raum.

  5. Wie wird abgerechnet?

    Abschläge nach geprüftem Aufmaß, Sicherheitseinbehalt bis zur mängelfreien Abnahme. Abrechnung nach VOB/B mit Aufmaß nach VOB/C, oder Pauschalfestpreis. Arbeitskosten getrennt ausgewiesen für § 35a EStG bei Privatkunden.

Verwandte Leistungen: BadsanierungAltbausanierungWärmepumpe und Heizungstausch

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.