Technik · Phase 04

Wärmepumpe und Heizungstausch in Berlin und Brandenburg

Ein Heizungstausch beginnt bei uns mit der Heizlast des Gebäudes, nicht mit dem Gerät. Ob eine Wärmepumpe im Altbau wirtschaftlich arbeitet, entscheiden Heizflächen und Vorlauftemperatur, und beides lässt sich berechnen, bevor Geld ausgegeben wird. Wer jetzt tauscht, plant die Anlage für die nächsten zwanzig Jahre, nicht für den nächsten Winter.

Zeichnung: Wärmepumpe und HeizungstauschSchema zu Wärmepumpe und Heizungstausch. Rot hervorgehoben: Vorlauf. Detail 25 des Plansatzes.AußeneinheitHeizkreisDetail 25Wärmepumpe und HeizungstauschSchema
01 · Kurz beantwortet

Was über die Wärmepumpe im Altbau entscheidet.

Eine Wärmepumpe arbeitet wirtschaftlich, wenn das Gebäude mit Vorlauftemperaturen bis etwa 55 Grad warm wird. Im Berliner Altbau gelingt das oft mit größeren Heizkörpern in einzelnen Räumen, manchmal nur mit Fußbodenheizung oder nach einer Dämmung. Liegt der Bedarf deutlich darüber, ist ein Hybrid mit Gas-Brennwert oder, wo das Netz liegt, die Fernwärme der bessere Weg. Welche Variante passt, entscheidet der Vergleich auf Grundlage der Heizlast, nicht die Vorliebe für ein Gerät. Das Gerät ist die halbe Rechnung, die andere Hälfte sind Hydraulik, Elektro und Nachweise. Der Einbau dauert ein bis zwei Wochen, davor liegen Heizlast, Variantenvergleich und Förderantrag.

Am häufigsten beauftragen uns Hausverwaltungen und WEG, Eigentümer und Gewerbebetriebe.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis eines Heizungstauschs steht.

  1. Bestandsaufnahme von Gebäude, Heizflächen, Dämmzustand, Aufstellort und Elektro

  2. Raumweise Heizlast und Prüfung jeder Heizfläche auf Betrieb mit niedriger Vorlauftemperatur

  3. Variantenvergleich aus Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser, Hybrid und Fernwärme

  4. Demontage und Entsorgung der Altanlage, Öltank nach Befund

  5. Stilllegung der Abgasanlage in Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger

  6. Fundament oder Konsole für die Außeneinheit, schwingungsentkoppelt, Kondensatablauf frostfrei

  7. Wärmepumpe mit benanntem Schallpegel und benannter Jahresarbeitszahl

  8. Pufferspeicher, Trinkwarmwasserspeicher und Zirkulation mit Legionellenschutz

  9. Hydraulik mit Pumpen, Mischer und witterungsgeführter Regelung

  10. Heizflächenanpassung nur in den Räumen, die die Heizlast verlangt

  11. Elektroanschluss, Zählerplatz und Anmeldung beim Netzbetreiber

  12. Hydraulischer Abgleich mit raumweiser Einstellung der Ventile

  13. Übergangsheizung bei Einbau in der Heizperiode

  14. Inbetriebnahme, Einweisung und Übergabe der Betriebsunterlagen

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Luft-Wasser-WärmepumpeBei Vorlauf bis 55 Grad nach Heizlast, Aufstellort mit SchallprognoseDIN EN 12831, TA Lärm
02Sole-Wasser mit ErdsondeBei Grundstück und Genehmigung der BohrungVDI 4640
03Hybrid mit Gas-BrennwertWenn die Wärmepumpe allein nicht reichtGEG 65-Prozent-Regel
04Fernwärme-ÜbergabestationBei Anschluss im NetzgebietAVBFernwärmeV
05Hydraulischer Abgleich und HeizflächenanpassungImmer, FördervoraussetzungVdZ-Verfahren B, GEG
03 · Worauf es ankommt

Sechs Befunde, die über die Anlage entscheiden.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Heizflächen und VorlauftemperaturKleine Heizkörper unter den Fenstern, ungedämmte Außenwände, Einfachverglasung. Die alte Anlage läuft im Winter mit hohem Vorlauf.Die raumweise Heizlast zeigt, welche Räume größere Heizflächen brauchen. Getauscht werden nur diese, nicht pauschal alle. Reicht das nicht, ist ein Hybrid oder zuerst die Dämmung der bessere Weg. Wer alte Heizkörper bei hohem Vorlauf behält, verliert die Ersparnis an den Stromverbrauch.
02Leistung der WärmepumpeDas Angebot übernimmt die Leistung vom Typenschild des alten Kessels.Eine nach Kesselleistung ausgelegte Wärmepumpe ist viel zu groß, taktet und verschleißt. Ausgelegt wird nach der raumweisen Heizlast, nicht nach dem alten Typenschild. Eine zu große Anlage kostet in der Anschaffung mehr und spart im Betrieb nichts.
03Aufstellort und SchallEnger Hof, Schlafzimmerfenster in der Nähe, Grundstücksgrenze nah oder Aufstellung auf dem Flachdach.Aufstellort und Nachtbetrieb werden nach der Schallprognose aus Abschnitt 05 festgelegt, bevor bestellt wird. Ohne Prognose folgen oft Streit mit dem Nachbarn und eine nachgerüstete Schallhaube.
04WarmwasserViele Entnahmestellen, lange Leitungen, eine Zirkulation.Speichergröße und Betriebsweise werden vor dem Angebot festgelegt. Warmwasser braucht höhere Temperaturen als die Heizung, deshalb entscheidet der Legionellenschutz mit über Anlage und Stromverbrauch.
05Zählerplatz und NetzbetreiberAlter Zählerschrank ohne freien Platz, keine Steuerleitung.Die Wärmepumpe wird als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG beim Netzbetreiber angemeldet, der dafür einen passenden Zählerplatz verlangt. Das klären wir vor dem Angebot, damit der Zählerplatz als eigene Position darin steht.
06Fernwärme und WärmeplanungDas Haus liegt im Fernwärmenetz oder in einem Gebiet, für das die kommunale Wärmeplanung ein Netz vorsieht.Dann steht die Übergabestation im Variantenvergleich neben Wärmepumpe und Hybrid, mit Anschlusskosten und Wärmepreis. Die 65-Prozent-Regel des GEG gilt beim Tausch nach den Fristen der kommunalen Wärmeplanung.
04 · Ablauf und Bauzeit

Von der Heizlast bis zur Übergabe, der Einbau in zwei Wochen.

  1. Ortstermin und Bestandsaufnahme

    Gebäude, Heizflächen, Dämmzustand, Aufstellort und Elektro werden aufgenommen, dazu die Verbräuche der letzten Jahre, soweit vorhanden.

  2. Heizlast und Variantenvergleich

    Raumweise Heizlast, Prüfung jeder Heizfläche, Vergleich von Wärmepumpe, Hybrid und Fernwärme. Ergebnis ist die Anlage, die zum Gebäude passt, nicht die mit der größten Leistung. Im Mehrfamilienhaus gehört die Frage dazu, ob eine Anlage oder mehrere Geräte in Kaskade das Haus versorgen.

  3. Angebot und Förderantrag

    Leistungsverzeichnis mit Gerät, Hydraulik, Elektro und Nachweisen. Den Förderantrag stellt der Energieeffizienz-Experte, beauftragt wird in der Reihenfolge aus Abschnitt 05.

  4. Woche 1: Demontage und Aufstellung

    Altanlage raus, Fundament oder Konsole, Außeneinheit setzen, Kondensatablauf. Im Winter steht vorher die Übergangsheizung, damit keine Wohnung kalt bleibt.

  5. Woche 1 bis 2: Hydraulik und Elektro

    Speicher, Pumpen, Regelung und Heizflächen nach Abschnitt 03, Elektroanschluss und Zählerplatz.

  6. Woche 2: Inbetriebnahme und Abgleich

    Füllen, Entlüften, Inbetriebnahme, danach der hydraulische Abgleich mit Protokoll.

  7. Woche 2: Übergabe

    Einweisung, Betriebsunterlagen, Fachunternehmererklärung und die Bestätigung nach Durchführung für die Förderung.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01HeizlastberechnungDIN EN 12831Vor dem Angebot
02GEG-Nachweis und FörderantragGEG, BEG, über Energieeffizienz-ExpertenVor der Beauftragung
03Hydraulischer Abgleich mit ProtokollVdZ-Verfahren BBei Inbetriebnahme
04FachunternehmererklärungBEGNach der Ausführung
05Schallprognose AußeneinheitTA LärmMit dem Angebot
06 · Häufige Fragen

Fragen zu Wärmepumpe und Heizungstausch.

  1. Wie hoch ist die Förderung?

    Die Konditionen der Bundesförderung ändern sich mehrmals im Jahr, deshalb nennt diese Seite keine Zahl. Die aktuelle Förderung rechnen wir im Angebot aus. Voraussetzung sind unter anderem der hydraulische Abgleich und die Fachunternehmererklärung, beides gehört zur Leistung. Wer vor dem Antrag beauftragt, verliert die Förderung.

  2. Was sagt die Jahresarbeitszahl?

    Sie ist das Verhältnis aus abgegebener Wärme und aufgenommenem Strom über ein ganzes Jahr. Eine Jahresarbeitszahl von drei heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei Kilowattstunden Wärme. Sie hängt vor allem an der Vorlauftemperatur, deshalb prüfen wir die Heizflächen vor der Wahl des Geräts. Die Leistungszahl aus dem Datenblatt gilt für Prüfbedingungen, die Jahresarbeitszahl für Ihr Gebäude im Betrieb.

  3. Wann ist ein Hybrid sinnvoll?

    Wenn einzelne Räume ohne größeren Umbau keine niedrige Vorlauftemperatur erreichen oder die Dämmung erst in einigen Jahren kommt. Die Wärmepumpe deckt dann den größten Teil des Jahres, der Brennwertkessel springt nur an den kältesten Tagen ein. Wird später gedämmt, läuft die Wärmepumpe zunehmend allein. Wann umgeschaltet wird, legt die Regelung nach Außentemperatur fest.

  4. Wie läuft der Tausch in einer WEG?

    Die zentrale Heizung ist Gemeinschaftseigentum, über den Tausch beschließt die Eigentümerversammlung. Für die Versammlung stellen wir Heizlast, Variantenvergleich, Ablauf und Folgekosten als Vorlage zusammen. Der Termin für den Einbau richtet sich dann nach dem Beschluss und nach der Heizperiode. Zugang zu den Wohnungen braucht es vor allem für Heizflächen und Abgleich, die Termine kündigt die Verwaltung an.

  5. Wer steht auf der Baustelle?

    Ihr Vertragspartner ist die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH. Gerät und Hydraulik laufen unter unserer Bauleitung, Zählerplatz und Elektroanschluss übernimmt ein eingetragener Elektrofachbetrieb mit vier Nachweisen vor der Vergabe. Bauleitung zwei- bis dreimal pro Woche vor Ort, bei Abdichtung, Estrich und Durchführungen täglich.

Verwandte Leistungen: HeizungEnergetische SanierungElektrosanierung

07 · Anfrage

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