Technik · Phase 04

Heizung in Berlin und Brandenburg

Heizung umfasst alles zwischen Wärmeerzeuger und Raum: Verteilung, Leitungen, Heizflächen, Ventile und Regelung. Sie beginnt mit der Heizlast des Raums, nicht mit dem Heizkörper, und endet mit dem hydraulischen Abgleich, der als eigene Position mit Nachweis im Angebot steht.

Zeichnung: HeizungAnsicht zu Heizung. Rot hervorgehoben: Thermostatventil. Detail 21 des Plansatzes.Heizkörper mit ThermostatventilVorlauf / RücklaufDetail 21HeizungAnsicht
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang einer Heizungssanierung bestimmt.

Ob eine Heizung sparsam läuft, entscheidet weniger der Wärmeerzeuger als die Heizflächen und der Abgleich. Den Umfang bestimmt deshalb die Heizlast je Raum: Sie zeigt, welche Heizkörper bei der angestrebten Vorlauftemperatur reichen, welche größer werden müssen und ob Leitungen getauscht werden. Den größten Anteil haben neue Heizflächen und Leitungen mit Dämmung. Berechnung und Abgleich sind kleine Positionen, ohne die die großen nicht stimmen. Eine Fußbodenheizung ist im Bestand die aufwendigere Variante, weil Estrich und Bodenbelag neu kommen. Leitungen und Heizflächen dauern zwei Wochen, mit Fußbodenheizung im Nassestrich länger, weil Zementestrich frühestens nach vier Wochen belegreif ist.

Am häufigsten beauftragen uns Eigentümer und Gewerbemieter.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis einer Heizungssanierung steht.

  1. Heizlastberechnung je Raum als Grundlage der Heizflächen

  2. Entleeren der Anlage, Demontage alter Heizkörper und Leitungen mit Entsorgung

  3. Heizkörper nach Heizlast, Typ und Leistung bei benannter Vorlauftemperatur

  4. Absperrbare Rücklaufverschraubungen, damit sich einzelne Heizkörper ohne Entleeren tauschen lassen

  5. Heizungsleitungen neu, gedämmt nach GEG

  6. Fußbodenheizung mit Heizkreisverteiler je Geschoss oder Wohnung

  7. Thermostatventile mit Voreinstellung und Thermostatköpfe

  8. Strangregulierventile oder Differenzdruckregler je Strang im Mehrfamilienhaus

  9. Hocheffizienzpumpe und witterungsgeführte Regelung mit Außenfühler

  10. Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Entlüftung für das neue Anlagenvolumen

  11. Spülung der Anlage und Füllwasser nach VDI 2035

  12. Passstücke für Wärmemengenzähler je Wohnung

  13. Einstellen der Voreinstellwerte aus dem Abgleich an jedem Ventil

  14. Inbetriebnahme, Einstellung der Heizkurve und Einweisung

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Heizkörpertausch auf NiedertemperaturBei Wärmepumpe oder BrennwertDIN EN 442
02Fußbodenheizung nass oder TrockensystemBei Komplettsanierung mit neuem EstrichDIN EN 1264
03Pufferspeicher und Trinkwassererwärmung mit LegionellenschutzBei zentraler WarmwasserbereitungDVGW W 551
03 · Worauf es ankommt

Sechs Befunde, an denen eine Heizung im Bestand hängt.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Heizkörper für 70 Grad VorlaufKleine Glieder- oder Plattenheizkörper unter dem Fenster, die Räume werden erst bei hoher Kesseltemperatur warm.Jeder Heizkörper wird gegen die Heizlast des Raums und die künftige Vorlauftemperatur geprüft. Die Größe kommt aus der Berechnung, nicht aus der Fensterbreite. Ein Heizkörper nach Fensterbreite macht den Raum nur mit hoher Vorlauftemperatur warm, und genau die soll sinken.
02EinrohrheizungDie Heizkörper hängen nacheinander an einer Ringleitung, der letzte im Strang bleibt kalt. Häufig im Plattenbau.Umbau auf ein Zweirohrsystem, wo Leitungen ohnehin neu kommen. Sonst Abgleich mit Einrohrventilen und größeren Heizkörpern am Ende des Rings, weil jeder Heizkörper das schon abgekühlte Wasser des vorigen bekommt. Welche Variante sich rechnet, zeigt der Vergleich der Heizkörpergrößen für beide Systeme vor dem Angebot.
03Stahlleitungen und altes HeizungswasserSchwarzer Schlamm beim Entlüften, verstopfte Ventile, eine laute Pumpe.Korrodierte Leitungen werden erneuert und die Anlage vor dem Füllen gespült. Das Füllwasser wird nach VDI 2035 aufbereitet, sonst setzt der alte Schlamm Ventile und Wärmetauscher der neuen Anlage in kurzer Zeit zu. Füllmenge und Wasserwerte stehen im Anlagenbuch.
04Fehlender AbgleichStrömungsgeräusche an den Ventilen, ungleich warme Räume, die Pumpe läuft auf höchster Stufe.Abgleich nach Verfahren B: Aus der raumweisen Heizlast ergibt sich der Volumenstrom je Heizkörper und daraus der Voreinstellwert jedes Ventils. Ventile ohne Voreinstellung werden getauscht, im Mehrfamilienhaus werden zusätzlich die Stränge einreguliert. Ohne Abgleich werden die ersten Räume zu warm und die letzten zu kalt, und die Pumpe verbraucht Strom für nichts.
05Leitungen in Estrich und WandNach dem Verschließen gar nicht mehr. Ein Leck zeigt sich erst in der Heizperiode, wenn die Anlage unter Druck und Temperatur steht.Druckprobe nach DIN EN 14336 und Fotos der Leitungsführung mit Maßbezug, bevor Estrich oder Putz darüber kommt. Keine Leitung wird geschlossen, deren Protokoll nicht vorliegt. Heizungswasser läuft Jahrzehnte durch dieselben Rohre, ein Leck im Estrich ist der teuerste Schaden im Haus.
06Fußbodenheizung im AltbauHolzbalkendecke mit Schüttung, wenig Aufbauhöhe bis zur Türschwelle.Auf Holzbalkendecken ein Trockensystem mit geringer Aufbauhöhe, weil es leichter ist und keine Feuchte in die Decke bringt. Im Nassestrich wird vor dem Belegen nach DIN EN 1264-4 aufgeheizt und die Belegreife mit dem CM-Gerät gemessen. Die Heizkreise werden je Raum nach Heizlast verlegt und am Verteiler abgeglichen.
04 · Ablauf und Bauzeit

Leitungen und Heizflächen in zwei Wochen, Abgleich zur Übergabe.

  1. Ortstermin und Bestandsaufnahme

    Heizflächen, Leitungsführung, Dämmzustand, Wärmeerzeuger und Abgasweg werden aufgenommen, ebenso die Raummaße für die Heizlast. Bei Bestand vor 1995 werden alte Rohrdämmungen, Dichtschnüre und Nachtspeicheröfen vor dem Ausbau auf Asbest beprobt, der Ausbau läuft dann nach TRGS 519.

  2. Heizlast und Angebot

    Raumweise Heizlast, Prüfung jedes Heizkörpers, Varianten mit ihrer Vorlauftemperatur. Das Angebot nennt Typ und Leistung jedes neuen Heizkörpers.

  3. Woche 1: Entleeren und Demontage

    Anlage entleeren, alte Heizkörper und Leitungen ausbauen und entsorgen, Anschlüsse am Wärmeerzeuger sichern.

  4. Woche 1 bis 2: Leitungen und Heizflächen

    Rohinstallation im Takt mit Sanitär und Elektro, Leitungen gedämmt, Druckprobe nach Abschnitt 03 vor dem Verschließen.

  5. Woche 1 bis 2: Fußbodenheizung, wo geplant

    Dämmung, Heizrohre und Verteiler verlegen, Druckprobe, dann Estrich oder Trockenelemente. Aufheizen und Belegreife nach Abschnitt 03.

  6. Woche 2 oder nach den Oberflächen: Endmontage

    Heizkörper, Ventile, Verteiler, Pumpe und Regelung montieren. Liegen die Leitungen in Schlitzen oder im Estrich, folgt die Endmontage nach Putz, Maler oder Belegreife.

  7. Letzte Woche: Füllen, Abgleich, Abnahme

    Spülen, Füllwasser nach Abschnitt 03, Voreinstellwerte an jedem Ventil, Heizkurve einstellen. Einweisung und Abnahme mit Protokoll.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01HeizlastberechnungDIN EN 12831Vor dem Angebot
02Hydraulischer Abgleich mit ProtokollVdZ-Verfahren BBei Inbetriebnahme
03Druckprobe HeizungsleitungDIN EN 14336Vor dem Verschließen
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zur Heizung.

  1. Müssen alle Heizkörper getauscht werden?

    Nein, nur die, die bei der angestrebten Vorlauftemperatur zu klein sind. Das zeigt die Heizlast je Raum. Oft reichen einige größere Heizkörper in den kritischen Räumen, meist im Bad und in Eckräumen mit zwei Außenwänden. Wer später auf eine Wärmepumpe wechseln will, legt die neuen Heizkörper gleich für die niedrigere Vorlauftemperatur aus.

  2. Wie lange fällt die Heizung aus?

    Beim Tausch einzelner Heizkörper tageweise je Raum, beim Tausch der Verteilung wenige Tage. Im Winter wird vorher eine mobile Übergangslösung gestellt. In Gewerbeflächen werden Abschaltungen mit dem Betrieb abgestimmt und angekündigt. Der Terminplan nennt die Tage, bevor die Arbeiten beginnen.

  3. Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

    Nach VOB/C, ATV DIN 18380, gehört er zur Leistung jeder neu errichteten oder geänderten Heizungsanlage. Für eine Förderung ist er Voraussetzung und wird nach Verfahren B nachgewiesen. Ohne Protokoll lässt sich später nicht nachvollziehen, mit welchen Werten die Anlage eingestellt wurde. Bei uns steht er als eigene Position im Angebot, das Protokoll gehört zu den Unterlagen aus Abschnitt 05.

  4. Welcher Wärmeerzeuger passt zur neuen Verteilung?

    Das entscheiden Heizlast und erreichbare Vorlauftemperatur, beide liegen nach diesem Auftrag schriftlich vor. Kommt das Gebäude nach dem Heizkörpertausch mit 55 Grad oder weniger aus, ist es für eine Wärmepumpe vorbereitet. Wärmepumpe, Hybrid, Brennwert und Fernwärme stehen auf der Seite Wärmepumpe und Heizungstausch nebeneinander.

  5. Wie wird abgerechnet?

    Abschläge nach geprüftem Aufmaß, Sicherheitseinbehalt bis zur mängelfreien Abnahme. Abrechnung nach VOB/B mit Aufmaß nach VOB/C, oder Pauschalfestpreis. Arbeitskosten getrennt ausgewiesen für § 35a EStG bei Privatkunden.

Verwandte Leistungen: Wärmepumpe und HeizungstauschEnergetische SanierungEstrich und Bodenbeläge

07 · Anfrage

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