Technik · Phase 04

Sanitär in Berlin und Brandenburg

Sanitär umfasst die Trinkwasserinstallation von der Hauptabsperrung bis zur Armatur und die Abwasserleitungen vom Objekt bis zur Fallleitung. Im Bestand heißt das meist Strangsanierung: Die Leitungen werden über alle Geschosse komplett erneuert, nicht abschnittsweise geflickt, und jede wird vor dem Verschließen geprüft.

Zeichnung: SanitärStrangschema zu Sanitär. Rot hervorgehoben: Warmwasserleitung. Detail 20 des Plansatzes.AWPWCPWHWaschtischWCDetail 20SanitärStrangschema
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang einer Strangsanierung bestimmt.

Den Umfang bestimmt der Bestand: ob die Stränge bis zur Hauptabsperrung erneuert werden müssen, wie viele Deckendurchführungen anfallen und ob die Abwasserführung bleibt. Das entscheidet sich am Material und an der Leitungsführung, die der Ortstermin zeigt, nicht am Telefon. Den größten Anteil haben die Stränge mit ihrer Dämmung, die Durchführungen mit Brandschutz und eine neue Abwasserführung, wenn sie nötig ist. Die Rohinstallation dauert zwei Wochen, die Endmontage folgt, wenn Trockenbau, Estrich und Fliese fertig sind. Was erst beim Öffnen der Schächte sichtbar wird, steht als Bedarfsposition im Angebot.

Am häufigsten beauftragen uns Hausverwaltungen und WEG, öffentliche Auftraggeber und Bestandshalter.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis einer Strangsanierung steht.

  1. Öffnen der Installationsschächte, Rückbau der alten Trinkwasser- und Abwasserleitungen mit Entsorgung

  2. Hausanschluss mit Hauptabsperrung, Filter nach dem Wasserzähler und Druckminderer nach Bedarf

  3. Steigstränge Trinkwasser kalt, warm und Zirkulation, neu bis zur Hauptabsperrung

  4. Stockwerksverteilung je Wohnung mit Absperrung und Anschluss für den Wohnungswasserzähler

  5. Zirkulation mit thermostatischen Strangregulierventilen, einreguliert

  6. Dämmung Trinkwasser warm und Zirkulation nach GEG, Trinkwasser kalt gegen Erwärmung und Tauwasser

  7. Abwasser-Fallleitungen mit Reinigungsöffnung, schallentkoppelt befestigt

  8. Brandschutzabschottung jeder Deckendurchführung nach Zulassung

  9. Vorwandinstallation mit Anschlüssen für WC, Waschtisch und Dusche

  10. Warmwasserbereitung zentral mit Speicher oder dezentral je Wohnung

  11. Probenahmestellen für die Untersuchung auf Legionellen

  12. Objekte und Armaturen setzen, anschließen und einregulieren

  13. Spülung, Inbetriebnahme und Einweisung

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Strangsanierung mit Ringleitung oder ReihenleitungBei Blei, verzinktem Stahl oder StagnationDIN 1988-200, DIN EN 806
02Mehrschichtverbundrohr oder EdelstahlBei jeder Erneuerung, nach WasserqualitätDIN EN 806-2, DVGW
03Abwasser in SML-Guss oder HT, schallgedämmtBei Strängen an WohnräumenDIN 4109, DIN EN 12056
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, an denen sich eine Strangsanierung entscheidet.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Verzinkter Stahl im SteigstrangRost an Gewinden und Verschraubungen, bräunliches Wasser nach Standzeit, nachlassender Druck an den oberen Zapfstellen.Kompletter Austausch bis zur Hauptabsperrung. Ein neuer Strang an einem alten Rohr verlagert das Problem nur um ein paar Meter, weil die Leitung am Übergang weiter korrodiert. Deshalb wird kein neues Rohr an verzinkten Bestand angeschlossen.
02Stagnation und TemperaturAbgesperrte Abzweige, stillgelegte Anschlüsse, lange Wege bis zur letzten Zapfstelle, lauwarmes Kaltwasser.Stillgelegte Abzweige werden direkt am Strang abgetrennt, damit kein Wasser in Leitungsresten steht. Die Leitungsführung wird so geplant, dass jede Entnahme den Abschnitt durchspült. Warmwasser verlässt den Speicher mit mindestens 60 Grad, die Zirkulation kommt mit mindestens 55 Grad zurück, so verlangt es DVGW W 551.
03Fallleitung aus GussRostnarben am Rohr, Feuchteflecken an Schacht oder Decke, Geruch im Schacht.Fallleitung erneuern, mit Reinigungsöffnung am Fuß und schallentkoppelt befestigt. Anschlussleitungen bekommen Gefälle nach DIN 1986-100, sonst setzen sie sich zu. Ohne Entkopplung ist jede Spülung in der Wohnung darunter zu hören, im Mehrfamilienhaus ein Mangel nach DIN 4109.
04Verdeckte LeitungenNach dem Verschließen gar nicht mehr. Ein Leck unter Estrich oder Vorwand zeigt sich erst nach Monaten, oft an der Decke darunter.Jeder Strang wird vor dem Verschließen geprüft: mit Wasser nach DIN EN 806-4 oder, wenn die Anlage nicht gleich in Betrieb geht, mit Druckluft oder Inertgas, damit kein Wasser in der Leitung steht. Im Protokoll stehen Prüfmedium, Prüfdruck, Prüfzeit, Ergebnis, Datum und Unterschrift, beigefügt sind Fotos der Leitungen mit Maßbezug. Ohne Protokoll wird nichts geschlossen.
05Schnittstelle zu Fliese und VorwandArmaturen sitzen zu tief oder schief in der Fliese, Rosetten decken nicht, der Spülkasten passt nicht zur Vorwandtiefe.Achsmaße, Anschlusshöhen und Vorwandtiefen werden vor dem Fliesen gemeinsam mit dem Fliesenleger abgenommen. Was danach nicht passt, lässt sich nur durch Rückbau korrigieren.
06Strangsanierung im bewohnten HausDie Wohnungen bleiben bewohnt, jeder Strang versorgt mehrere Wohnungen übereinander.Gearbeitet wird Strang für Strang nach einem Plan, der Abstellzeiten und Zugänge je Wohnung nennt und vorher im Haus aushängt. Im Wohnungseigentum trennt das Angebot Gemeinschafts- und Sondereigentum, weil der Strang bis zur ersten Absperrung in der Wohnung in der Regel der Gemeinschaft gehört.
04 · Ablauf und Bauzeit

Rohinstallation in zwei Wochen, Endmontage nach den Oberflächen.

  1. Ortstermin und Bestandsaufnahme

    Material und Zustand der Stränge, Leitungsführung, Absperrungen, Hausanschluss und Abwasserführung werden aufgenommen. Bei Bestand vor 1995 werden Rohrdämmung, Schachtplatten und Abwasserrohre aus Faserzement vor dem Öffnen auf Asbest beprobt, der Ausbau läuft dann nach TRGS 519.

  2. Angebot

    Leistungsverzeichnis mit Metern, Stück und benanntem Material je Strang. Eine Pauschale je Bad ohne Meterangaben ist eine Schätzung, kein Angebot.

  3. Woche 1: Schächte öffnen und Rückbau

    Wasser nach Plan abstellen, Schächte öffnen, alte Leitungen ausbauen und entsorgen. Wohnungen und Treppenhaus sind vorher gegen Staub geschützt.

  4. Woche 1 bis 2: Rohinstallation

    Stränge, Stockwerksverteilung, Zirkulation, Fallleitung und Vorwände nach den Positionen in Abschnitt 02, jede Deckendurchführung mit Abschottung.

  5. Woche 2: Druckprobe und Fotos

    Prüfung und Fotos je Strang wie in Abschnitt 03 beschrieben. Danach wird der Schacht zum Schließen freigegeben.

  6. Ab Woche 3: Schacht schließen und Oberflächen

    Schachtwände mit Revisionsöffnung, Fliesen und Anschlüsse. Achsmaße und Höhen sind vorher abgenommen.

  7. Letzte Woche: Endmontage, Spülung, Abnahme

    Objekte und Armaturen setzen, Leitungen spülen, Anlage in Betrieb nehmen und Zirkulation einregulieren. Abnahme mit Protokoll und Übergabe der Unterlagen aus Abschnitt 05.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01DruckprobeDIN EN 806-4Vor dem Verschließen
02Spülprotokoll und TrinkwasserhygieneDIN 1988-200Bei Inbetriebnahme
03Fotoprotokoll der LeitungenVOB/CVor dem Verschließen
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zur Sanitärinstallation.

  1. Muss bei einer Badsanierung der Strang mit erneuert werden?

    Nicht immer, im Berliner Bestand vor 1970 aber fast immer, weil dort verzinkter Stahl oder Blei liegt. Den Zustand zeigt der Ortstermin am Material. Steht die Erneuerung an, gehört sie ins Angebot und nicht in den Nachtrag. Im Mehrfamilienhaus braucht sie vorher einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft.

  2. Wie lange ist das Wasser abgestellt?

    In einer einzelnen Wohnung stundenweise an einzelnen Tagen. Bei einer Strangsanierung im Mehrfamilienhaus an den Tagen, an denen der Strang angeschlossen wird, nach dem ausgehängten Plan. Über Nacht und am Wochenende ist der Strang wieder in Betrieb.

  3. Was gilt für Bleileitungen?

    Nach der Trinkwasserverordnung mussten Trinkwasserleitungen aus Blei bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt sein. Blei erkennen Sie an grauen, weichen Rohren mit wulstigen Lötstellen, im Zweifel gibt eine Wasserprobe Auskunft. Wo noch Blei liegt, kommt der Austausch vor jeder anderen Arbeit im Bad.

  4. Was verlangt die Trinkwasserverordnung im Mehrfamilienhaus?

    Ist die Warmwasserbereitung eine Großanlage nach DVGW W 551, sind Duschen vorhanden und ist das Haus vermietet, muss der Betreiber das Warmwasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen lassen. Ob Ihre Anlage darunter fällt, entscheiden Speichergröße und Leitungsinhalt bis zur entferntesten Zapfstelle. Die Probenahmestellen stehen deshalb in Abschnitt 02 als eigene Position.

  5. Wer darf an der Trinkwasserinstallation arbeiten?

    Die Anlage hinter dem Hausanschluss darf nach § 12 AVBWasserV nur der Wasserversorger selbst oder ein Unternehmen errichten und ändern, das in ein Installateurverzeichnis eingetragen ist. Die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH steht im Installateurverzeichnis der Berliner Wasserbetriebe. Die Eintragung gilt für Trinkwasseranlagen.

Verwandte Leistungen: BadsanierungAbwasser- und KanaltechnikTrockenbau

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.