Ausbau · Phase 03

Trockenbau in Berlin und Brandenburg

Trockenbau sieht an der Oberfläche einfach aus und ist es dort auch. Die Unterschiede zwischen einem guten und einem schlechten Aufbau liegen an Stellen, die nach dem Beplanken niemand mehr sieht. Sichtbar werden sie erst später: als Gespräch, das durch die Wand dringt, als Riss an der Anschlussfuge oder als Fuge, die im Streiflicht steht. Deshalb beginnt jedes Angebot mit der Frage, was die Wand oder Decke leisten muss, und nicht mit dem Plattenpreis.

Zeichnung: TrockenbauGrundriss zu Trockenbau. Linienzeichnung ohne hervorgehobenes Detail. Detail 16 des Plansatzes.62,5Ständerwand, doppelt beplanktDetail 16TrockenbauGrundriss
01 · Kurz beantwortet

Was den Umfang im Trockenbau bestimmt.

Was Trockenbau kostet, entscheiden nicht die Platten, sondern vier Angaben: Beplankungslagen, Dämmung im Hohlraum, Spachtelqualität und Anschlussdetails. Eine doppelt beplankte Wand mit erhöhtem Schallschutz liegt rund 40 Prozent über der einfachen Trennwand, auch wenn beide fertig gleich aussehen. Q4 kostet spürbar mehr als Q2, weil die ganze Fläche gespachtelt wird und nicht nur die Fugen. Beim Dachausbau bestimmen Dämmung und Luftdichtheitsebene den Aufwand. Eine Trennwand von zwölf Quadratmetern braucht zwei bis drei Arbeitstage, verteilt über eine Woche, weil zwischen den Spachtelgängen Trocknungszeit liegt. Eine Dachschräge von 60 Quadratmetern liegt bei ein bis zwei Wochen.

Am häufigsten beauftragen uns Projektentwickler und Bauträger, Gewerbemieter und Architekten.

02 · Positionen

Was im Leistungsverzeichnis steht.

  1. Aufmaß und Klärung der Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz, Feuchtraum und Lasten

  2. Trennwände in Metallständerbauweise, einfach oder doppelt beplankt, mit Hohlraumdämmung

  3. Wohnungstrennwände zweischalig auf getrennten Ständerwerken

  4. Vorsatzschalen vor Bestandswänden, freistehend oder direkt befestigt, mit Installationsebene

  5. Abgehängte Decken mit Grund- und Tragprofil, Abhänger starr oder schallentkoppelt

  6. Dachschrägenverkleidung mit Dämmung, Luftdichtheitsebene und Installationsebene

  7. Kniestockwände und Abseitentüren im Dachgeschoss

  8. Brandschutzwände und Bekleidungen im geprüften System, Klassifizierung nach Anforderung

  9. Imprägnierte Platten im Feuchtraum, in Nassbereichen mit Abdichtung nach DIN 18534

  10. Traversen und Montageplatten für Hängeschränke, Waschtische, Fernseher und Handläufe

  11. Anschlussprofile mit Trennstreifen, Anschlussfugen elastisch

  12. Revisionsklappen an Absperrventilen und Lüftungsbauteilen

  13. Aussparungen für Einbaustrahler, Deckensegel und Lüftungsauslässe

  14. Verspachtelung mit Bewehrungsstreifen und Schleifgang in der Stufe je Raum

VerfahrenWas wir anbieten und wann es sinnvoll ist.
NrVerfahrenWann sinnvollGrundlage
01Metallständerwand mit benanntem SchalldämmmaßImmer, Rw je Wand im AngebotDIN 4109, DIN 18183
02Brandschutzwand F30 oder F90Bei Fluchtwegen und NutzungsgrenzenDIN 4102, MVV TB
03Vorsatzschale für InstallationenBei Leitungen vor BestandswändenDIN 18183
04Abgehängte DeckeBei Haustechnik oder Schallschutz nach obenDIN 18168
05Spachtelstufe Q1 bis Q4Je Raum im Angebot benanntMerkblatt Spachtelqualität
03 · Worauf es ankommt

Sechs Stellen, die man nach dem Beplanken nicht mehr sieht.

NrBauteilWoran Sie es erkennenWie wir vorgehen
01Dämmung im HohlraumVon außen nicht zu erkennen. Eine leere Wand klingt beim Klopfen hohl und lässt Gespräche durch.Mineralwolle kommt vollflächig in den Hohlraum, nicht halb gefüllt. Eine leere Ständerwand ist ein Resonanzraum und dämmt schlechter als eine massive Wand halber Dicke, eine halb gefüllte kaum besser. Vor dem Beplanken wird fotografiert, nach Abschnitt 05.
02Erhöhter Schallschutz in der WohnungSchlafzimmer neben dem Wohnbereich, Homeoffice, Kinderzimmer.Statt der einfachen Wand CW 75 mit etwa 45 dB im Prüfstand eine Wand CW 100, beidseitig zwei Lagen, gedämmt, Anschlüsse entkoppelt, mit 52 bis 58 dB. Im Gebäude liegt der Wert wegen der Nebenwege über flankierende Bauteile darunter. Sind die Fugen der zweiten Lage nicht gegen die erste versetzt, bleibt eine durchgehende Schwachstelle für Schall und Risse.
03WohnungstrennwandTrennt zwei Wohneinheiten, meist nach der Teilung einer Wohnung.DIN 4109 fordert hier deutlich höhere Werte, in Trockenbau in der Regel nur zweischalig auf getrennten Ständerwerken erreichbar. Ständerwerk und Platten stammen aus einem geprüften System: Gemischte Aufbauten funktionieren oft, verlieren aber ihren Nachweis für Schall und Brand. Ein Unterschreiten ist ein Mangel, den nur ein Rückbau behebt.
04Abgehängte Decke unter TrittschallSchritte aus der Wohnung darüber, Leitungen oder Lüftung sollen verschwinden, Einbaustrahler sind geplant.Unter einer lauten Geschossdecke nur mit schallentkoppelter Abhängung. Starr abgehängt wirkt die Decke als Membran und verstärkt den Schall, danach klingt es schlechter als vorher. Laufen Leitungen oder Lüftung im Hohlraum, bestimmt das größte Bauteil die Abhängehöhe, nicht das Rohbaumaß.
05DachschrägeAusbau des Dachgeschosses, Verkleidung zwischen und unter den Sparren, Dachfenster und Leitungen in der Fläche.Die Luftdichtheitsebene liegt raumseitig der Dämmung, mit verklebten Stößen und Anschlüssen. Jede Durchdringung durch Kabel, Rohr oder Dachfenster wird eigens abgedichtet, sonst zieht feuchte Raumluft in die Dämmung. Dosen und Leitungen gehören in die Installationsebene davor, nicht durch die Folie.
06SpachtelungFugen, Schraubenköpfe und Kanten, nach dem Anstrich im seitlichen Licht jede Unebenheit.Ohne vereinbarte Stufe ist im Zweifel nur Q2 geschuldet. Wer eine glatte, matt gestrichene Wand erwartet, sieht dann im Streiflicht jede Fuge. Geprüft wird deshalb mit Streiflicht, weil sich Spachtelfehler nur so zeigen.
04 · Ablauf und Bauzeit

Vom Ständerwerk bis zur Abnahme in zwei Wochen.

  1. Aufmaß und Anforderungen

    Wir messen und klären nach Abschnitt 02 die Anforderungen an jede Wand und Decke. Gemessen wird auch, wie weit Wände und Decken im Bestand aus dem Lot laufen.

  2. Angebot mit Konstruktion

    Ständerabstand, Beplankung und Dämmung stehen je Wand darin, zusammen mit den Werten aus der Verfahrenstabelle.

  3. Woche 1: Ständerwerk

    Anschlussprofile mit Trennstreifen, Ständer im Achsmaß, Aussteifung bei hohen Wänden, Traversen an den vereinbarten Stellen. Unter der Schräge die Unterkonstruktion.

  4. Woche 1: Installation und Dämmung

    Elektro und Sanitär legen ihre Leitungen ein, danach kommt die Dämmung. Fotos vor dem Beplanken.

  5. Woche 1: Luftdichtheit und Beplankung

    Unter der Schräge zuerst die Luftdichtheitsebene, dann die Platten mit Abstand zum Boden, damit sie vom Estrich getrennt bleiben.

  6. Woche 1 bis 2: Spachteln

    Fugen mit Bewehrungsstreifen, Schraubenköpfe und Kanten in der Stufe des Raums, Gang für Gang.

  7. Woche 2: Abnahme

    Prüfung nach Abschnitt 03, Übergabe der Systemnachweise, bei Brandschutz mit Klassifizierung aus Abschnitt 05.

05 · Nachweise

Was Sie am Ende in der Hand halten.

NrNachweisGrundlageWann
01SchallschutznachweisDIN 4109, über unseren FachplanerMit der Planung
02Brandschutzklassifizierung der WandDIN 4102, SystemzulassungMit dem Angebot
03Fotoprotokoll Dämmung und InstallationVOB/CVor dem Beplanken
04AbnahmeprotokollVOB/B § 12Zum Schluss
06 · Häufige Fragen

Fragen zum Trockenbau.

  1. Kann man an einer Trockenbauwand schwere Sachen aufhängen?

    Ja, wenn es vorher eingeplant wird. Küchenhängeschränke, wandhängende Waschtische, Fernseher und Handläufe brauchen Traversen oder Montageplatten, die vor der Beplankung eingebaut werden. Nachträglich bleibt nur die Befestigung im Ständer, und der sitzt selten dort, wo man ihn braucht. Deshalb fragen wir beim Aufmaß, was später wo hängen soll.

  2. Trockenbau oder gemauerte Wand?

    Für nichttragende Trennwände ist Trockenbau fast immer die bessere Wahl: leichter, was auf Holzbalkendecken zählt, schneller, ohne Trocknungszeit im Mauerwerk und mit einer Ebene für Leitungen. Eine gemauerte Wand hat Vorteile bei sehr hohen Lasten und bei sehr hohem Schallschutz mit begrenzter Wandstärke. In der Altbausanierung sprechen Gewicht und Bauzeit meist für Trockenbau.

  3. Welche Q-Stufe brauche ich?

    Das richtet sich nach der späteren Oberfläche. Q1 genügt, wo gefliest wird. Q2 reicht für Raufaser und strukturierte Tapeten, Q3 ist für glatte, matte Anstriche gedacht, Q4 für Wände im Streiflicht, Glanzlacke und Metalliceffekte. Die Stufe kann je Raum verschieden sein.

  4. Steht die Wand auf dem Estrich oder auf der Rohdecke?

    Bei Anforderungen an den Schallschutz steht sie auf der Rohdecke, und der Estrich wird an ihr getrennt. Läuft ein schwimmender Estrich unter der Wand durch, leitet er den Schall in den Nachbarraum weiter, egal wie gut die Wand selbst ist. Ohne solche Anforderung, etwa für eine Ankleide, kann sie auf dem Estrich stehen, wenn dieser die Last aufnimmt.

  5. Wer steht auf der Baustelle?

    Ihr Vertragspartner ist die CLIENI.de Dienstleistungen GmbH. Trockenbau, Elektro und Sanitär greifen in derselben Wand ineinander und laufen deshalb über einen Terminplan. Zulassungspflichtige Gewerke führen eingetragene Fachbetriebe unter unserer Bauleitung aus, jeder mit vier Nachweisen vor der Vergabe. Bauleitung zwei- bis dreimal pro Woche vor Ort, bei Abdichtung, Estrich und Durchführungen täglich.

Verwandte Leistungen: MalerarbeitenDach und DachgeschossausbauBadsanierung

07 · Anfrage

Sagen Sie uns, was ansteht.

Rückmeldung mit Terminvorschlag innerhalb von 48 Stunden, werktags. Angebot in fünf Werktagen nach dem Ortstermin.

Vergabe

Für Projektentwickler, Verwaltungen, Bestandshalter und Architekten. LV, Pläne oder Objektliste bitte an hallo@clieni.de.